OV SULFUR – Endless (2026)
(10.035) Stephanie (6,8/10) Deathcore
Label: Century Media
VÖ: 16.01.2026
Stil: Deathcore
Ich traue mich mal an ein Genre, dass ich eigentlich nicht höre, aber ich Vertrauen in Century Media habe und ob mich die Deathcore-Kombo Ov Sulfur von dieser Musikrichtung überzeugen kann oder nicht, wird sich im Laufe dieser Review herausstellen.
Ich habe mich erst mal etwas einlesen müssen, denn auch Theoriewissen ist wichtig und notwendig – da habe ich doch auch Ansprüche.
Während ich US Dashcam Videos (passend zur Herkunft der Band, auch wenn unbeabsichtigt) nebenbei laufen ließ, habe ich aufmerksam der stimmlichen Vielfalt des Vocalists gelauscht. Zumindest dachte ich, dass der erste Song uns zeigen soll, was der Gute drauf hat. Jedoch spätestens im Dritten Song haben wir dann alle Singarten durch. Pig Squeals, Screams, Growls und Clear –alles dabei. Kann man machen, muss man aber nicht.
Seed hat einige symphonische Elemente mit drin, die mir jedoch zu eintönig, dominant im Refrain und zu erzwungen klingen. Ein vergleichsweise sanfter Breakdown im letzten Viertel rundet allgemein den Song ab - Seed hebt den Core-Aspekt definitiv hervor. Muss man mögen, meins ist es nicht. In Vast Eternal hört man, finde ich, die Inspiration durch Bands wie Behemoth deutlich, jedoch nicht schlecht umgesetzt und mit dem eigenen Touch versehen. Auch bei diesem Titel gilt wohl “viel hilft viel”. Im Gegensatz zu Evermore, der zu Beginn wie ein Dimmu Borgir Copycat daher kommt und dann völlig abschweift vom Feeling her – aber das Keyboard wurde zumindest behalten (was es nicht besser gemacht hat); und der typische, repetitive Breakdown darf auch nicht fehlen. Wither hat ein interessantes Intro und man weiß gleich, dass man bei der Ballade gelandet ist. Vom Aufbau erinnert es mich an die frühen 2000er –wen noch? Mein 13-Jähriges Ich hätte diesen Song gefeiert. Das ist jedoch über 20 Jahre her.
Die Band wurde erst vor wenigen Jahren gegründet. Jedoch waren die Musiker, voran der Sänger Ricky Hoover, bereits seit Anfang der 2000er aktiv. Daher gibt’s von meiner Seite keinen Welpenschutz. Ich musste mehrfach irritiert meine Augenbraue hochziehen, da mich ganz oft der Aufbau insgesamt gestört hat und für mich zu chaotisch und überladen wirkte. Frei nach dem Motto “Wir müssen jedes Element dieses und anderer Genres in (fast) jeden Song packen.”, egal ob es passt oder nicht. Vocals und Synthies stark im Vordergrund, was mir eigentlich immer ganz gut gefällt, aber alles in allem die Produktion so clean ist, dass oft anstrengend war die vielen phonetischen Wechsel mitzumachen.
Besonders zu betrachten wäre für mich der Song Dread. Dieser muss natürlich auch voll mit Clean Vocals, sauberen Riffs, Screams und Blast Beats sein, jedoch hat mich dessen explosiver Break-Down überrascht, während die der anderen Songs mir nur ein gelangweiltes Gähnen hervorkitzelten.
Bleak fing stark an, gute Black und Death Metal Elemente – der Refrain macht es etwas kaputt (Behemoth lässt mal wieder grüßen). Aber dennoch mein Favorit der Scheibe. Der letzte Song, mit dem fast gleichnamigen Titel wie das Album Endless, mit dem Zweittitel Loveless, könnte stilistisch wieder ein Baby von Stone Sour und Staind sein. Typical American, aber mit schlechterer Singstimme.
Hängen geblieben ist leider nicht viel. Technisch sauber, da kann man nicht meckern. Sehr melodisch und symphonisch gehaltener Deathcore. Nach meinem Empfinden wollte man aber nicht nur den Schinken, sondern das komplette Schwein verwursten. Schmeckt nicht jedem. Eventuell ein gutes Einsteigeralbum, aber das möchte ich mir nicht anmaßen.
Anspieltipps:
💣 Wither
Bewertung: 6,8 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Endless//Godless
02. Seed
03. Forlorn
04. Vast Eternal
05. Wither
06. Evermore
07. Dread
08. Bleak
09. A World Away
10. Endless//Loveless

