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WECKÖRHEAD – Bastardos (2025)

(10.030) Maik (8,5/10) Rock’n‘Roll


Label: DIY
VÖ: 09.01.2026
Stil: Rock’n’Roll







Nun ist es schon ein ganzes verficktes Jahrzehnt her, dass Lemmy den finalen Drink eingeworfen hat. Einerseits fehlt mir dieser Fels in der Brandung einer immer verrückter werdenden Welt, andererseits hat er dadurch einiges verpasst, was ihm sicher die eine oder andere Laus über die Leber gejagt hätte (wenngleich das Viech anschließend wohl an Alkoholvergiftung eingegangen wäre). Corona, beide Amtszeiten von Dumbnald Dumb, Ukrainekrieg, Gaza-Genozid … und so weiter. Dieser ganze Scheiß blieb ihm erspart. Lucky Bastard!

Und auch das neue Jahr hat schon zu Beginn klargemacht, dass es noch eine gewaltige Schiene abgefuckter werden würde als seine Vorgänger. Um in diese dumpfe Scheiße etwas Licht zu bringen, hat die Lemmy-Tribute-Band WECKÖRHEAD ein rundliches, mit feinem Krach aufgeladenes Trostpflästerchen für uns alle.

Bastardos nennt sich die erneute Verbeugung vor Mister Kilmister, und ehe ich jetzt weiterschreibe, köpfe ich erst einmal eine zünftige Halbliter-Kopfschmerztablette mit Hopfenaroma.

Das Coverartwork ist wieder ein verWECKÖRtes MOTÖRHEAD-Cover, und dreimal dürft ihr raten, welches. Was die Band von anderen Tribute-Commandos unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie die Songs nicht nur einfach nachzocken, sondern die Lyrics auch noch ins Deutsche übertragen haben, mehr oder weniger genau.

Normalerweise mag ich deutsche Texte nicht so doll, weil sie mich zu sehr von der Musik ablenken, aber das ist hier ja nicht der Fall, denn die MOTÖRHEAD-Tunes sollte man doch kennen. Die Titel sind teilweise dann recht lustig geworden, da wird aus Hellraiser eben auch mal Rasierer. Mein Favorit ist hier Mausetot für immer. Das ist eben alles auch nicht so bierernst. Apropos Bier, erst mal anne Buddel nuckeln.

Tja, wie gesagt: Lemmy würde das gefallen. Ich glaube, er hat mal so was Ähnliches gesagt wie: „Rock’n’Roll soll Spaß machen. Tut er das nicht, ist er nicht gut, oder du taugst nicht dafür.“ Und wenn ich mir Bastardos anhöre, weiß ich, ich tauge dafür, denn der Kram macht mir Spaß. Die Songs sind auch schön rotzig gespielt, perfekt auf den Punkt, aber eben noch mit genug Dreck unter den Nägeln. Good old dirty Rock’n’Roll.

Zwanzig Songs sind auf dem Scheibling, den es wohl auch in diversen Vinyl-Editionen geben wird. Jörg Uken hat dem Braten die richtige soundtechnische Würze verpasst, was nicht verwundert. Saß (oder mittlerweile sitzt) der Prod-Pro selbstpersönlich hinter der Schießbude. Mit dem DAVID BOWIE-Song Heroes, den MOTÖRHEAD ja auch mal gecovert haben, gibt es hier die Coverversion der Coverversion, die logischerweise hier Helden heißt.

Das ist, glaube ich, der längste Review, den eine Tribute-Band jemals aus mir rausgekitzelt hat. Und das dürft ihr gern als Qualitätsmerkmal sehen. Der Wecker hat eine schön dreckige Stimme, die ihre eigene Note hat und nicht sklavisch in Lemmys ausgelatschten Stiefeln daherkommt und eine fette Punknote in die Mucke packt. Ich mag den Sound der Gitarren, die so richtig an den Synapsen zerren. Der ganze Kram ist einfach pure, in Polycarbonat oder Vinyl gepresste Spielfreude, die einfach nur geil ist.

Anspieltips:
🔥Geborener Rebell
🔥Rasierer


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Rock Out
02. Ich Hab Meins
03. Mit Dem Lokführer Auf Der Reise
04. Doktor Rock
05. Der Zug Rollt Weiter
06. Nun Sing Ich Mein Klagelied 
07. Fiese Maschina
08. Geborener Rebell
09. Der Menschenbund
10. Helden
11. Mausetod Für Immer
12. Rasierer
13. Hackfresse
14. Das Spiel
15. Rosalie
16. Im Namen Der Tragödie
17. Kein As In Meinem Ärmel
18. Verloren Im Ozon
19. Eisenross
20. Verpiss Mich Hier



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