VIOLET – Silhouettes (EP) (2026)
(10.108) Baka (9,4/10) Heavy Metal
Label: Metalopolis Records
VÖ: 27.02.26
Stil: Heavy Metal
VOILET veröffentlichen in ihrer neuesten EP vier Studiosongs, zwei Live Aufnahmen und eine Demo. Nach dem ersten Mal durchhören ist diese Scheibe ein Paradebeispiel der Spät-80er. Die Mischung aus den verschiedenen Aufnahmen macht diese EP gleich zu einer Perle für eventuell kommende Fans. Durch diese Art und Weise zeigt sich die Band auch mal etwas nackter und roher und scheut sich nicht davor. In einem Zeitalter der überproduzierten, stets „perfekten“ Titel, ist das sehr erfrischend.
Stilistisch befinden wir uns in einer Phase des 80ies Vibes welcher schon deutlich mehr Richtung Pop geht. Das Genre Heavy Metal ist hier schon fehl am Platze. Das merkt man ab Song Nummer eins. Auffallend sind die guten Melodien und Hooks, sowie das Songwriting. Wüsste man nicht wann diese EP erschienen ist oder würde man einen Titel im Radio hören, verzeichnet man diese in die 80er.
Metal Fans brauchen ab hier nicht mehr weiter lesen. Hier sind die hartgesottenen 80´s Fans gefragt. Die ihre Dekade lieben und etwas Neues entdecken wollen. VIOLET sind der Beweis dafür, dass man immer noch Musik in diesem Stile schreiben, leben kann und auch seine Anhänger findet.
„Somewhere, Somehow“ mag wie weichgespülter Plastikpop klingen in dem eine verzerrte Gitarre eingebaut wurde. Das mag auch die Wahrheit sein, aber die Leidenschaft spricht für sich. Die Gitarre kommt nicht aus der Akkordstruktur heraus, welche sich auf maximal zwei angeschlagene Akkorde erstreckt. Darüber werden Keys gepackt und alles einmal mit Hall versehen. Fertig ist der Song. So einfach das alles auch klingen mag, ist es in den meisten Fällen nicht. Solch einen Song zu schreiben, ist meist schwerer. Gerade am Beispiel dieses Songs lässt DEF LEPPARD ganz stark grüßen. Und da hat die Rock Welt ja auch keine Probleme mit.
Man muss die Vokalistin sehr lobenswert hervorheben. Es ist nicht nur die Farbe und die unglaublichen, catchy Melodien. Es ist auch die Passion und leidtragende Stimme(Beispiel:“Calling For You“), welche zum Erfolg beitragen. Man kann dieser Band nichts anhaben, da sie für sich und ihre Art einsteht.
Es sticht weiterhin kein Musiker raus, da es um den Song an sich geht. Die Gitarre schmettert ein paar Soli runter, die absolut songdienlich sind und nicht zum Posen genutzt werden. In diesen Songbeispiel lässt man auch die Grundstimmung leben, da sie in dem Instrumentalpart einen Leitfaden bildet, welcher sehr nah gehen kann.
Live-Aufnahmen sind immer schwer einzufangen. Hier merkt man qualitativ auch einen Unterschied, aber die Instrumente kommen gut zur Geltung und reihen sich teilweise gut in die Studioaufnahmen ein. Die Vocals werden hier nochmal auf eine andere Ebene gehoben. Man kann sich eine bessere Vorstellung machen und hört was man live bekommt. Der Druck ist erstaunlich und lässt live sicherlich einige überzeugen. Am Ende angekommen ist das Arrangement der Songs oft recht gleich. Die Innovation ist schmal gesetzt, aber wenn sie kommt dann hörbar gut.
Zusammengefasst werden hier Leute angesprochen die den 80ies Rock auf Exploitation feiern und leben. Diese Platte bietet obendrein gutes Songwriting und jede Menge Leidenschaft.
Anspieltipps:
😈Dangerous You
💋Sex In Harmony (Live)
Bewertung: 9,4 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Set Me Free
02. Dangerous You
03. Somewhere, Somehow
04. Calling For You
05. Arms Around (Live)
06. Sex In Harmony (Live)
07. Blame It On The Night (Live)
08. Fall In Love (Demo)

