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Temple Of Void – The Crawl (2026)

(10.116) Phillip (8,8/10) Death/ Doom Metal


Label: Relapse Records
VÖ: 06.03.2026
Stil: Death/ Doom Metal






Als ich sah, dass die amerikanische Death-Doom-Institution Temple Of Void ein neues Album auffahren gab es erstmal große Vorfreude, aber alsbald auch Ernüchterung, beziehungsweise die Befürchtung, der musikalische Pfad dieser Band folgt weiter der mit The World That Was begonnenen und später mit Summoning The Slayer fortgeführten Entwicklung in die eher verträumt-melodische Richtung mit kosmischen Elementen und tonnenweise Atmosphäre. Das sind beileibe keine schlechten Alben, nur gefielen mit Temple Of Void auf der, meines Erachtens, absoluten Überscheibe Lords Of Death eben besser. Direkter, kompromissloser und bedingungslos heavy. Dass das Quartet aus Michigan es noch immer so drauf hat, hat dann vor inzwischen auch wieder fast drei Jahren die Compilation The First Ten Years unter Beweis gestellt. Spannend also, wohin die Reise um Gurgelwunder und inzwischen auch Sechssaiter Mike Erdody geht.

Und Poison Icon rumpelt los, streckt zur Begrüßung gleich mal ein Solo entgegen und dann rollen die Riffs. Die Stimme grollt und der Song windet sich durch ein paar überraschende Passagen. Der Chorus hört sich ein bisschen so an wie das Intro für Wicki und die starken Männer, klatscht aber mehr. Was mich besonders freut ist, dass die Drums im Vergleich zu den Vorgänger-Alben wieder wuchtiger klingen und organischer scheppern! Im folgenden Godless Cynic wird es etwas entspannter an den Saiteninstrumenten, wobei die Drums jedoch nicht ihre Präsenz verlieren und wie, um mich zu überzeugen, genau so saftig klingen wie im Opener. Allmählich keimt Hoffnung in mir, dass dieses Album und ich gute Freunde werden könnten.

Vorsicht ist diesbezüglich dennoch geboten, haben Temple Of Void schließlich die Eigenart Banger-Songs grundsätzlich in die erste Hälfte der Platte zu schieben, um im zweiten Teil dann etwas atmosphärischer zu Werke zu gehen. Die Dungeons & Dragons- Hymne The Crawl unterstützt diese These mit mächtigen Riffs und streckenweise verhältnismäßig hohem Tempo – dazu noch sehr geile Bass-Slides! Mit Dead Issue kommt dann möglichweise der Wendepunkt. Deutlich getragener wirkt der Song wie die Eintrittskarte in den doomig-psychedelischen Bereich. Auch Thy Mountain Eternal bedient eher diese Schiene, hält sich jedoch mit den zusätzlichen Effekten angenehm im Hintergrund, sodass stets die Hauptinstrumente den meisten Platz einnehmen.

Es wäre jetzt nur logisch, wenn Soulburn komplett Richtung Space und Mystik abdriftet – doch halt! Was wie ein entspannter Rocker beginnt, steigert sich im Verlauf zu einem mitreißenden Amalgam aus, Erdodys Growls, schrubbenden Gitarren und einer Menge melodischer Elemente, zusammengehalten von einer verträumten Synthie-Melodie und einem straighten Schlagzeug. Ein feiner Zug von Temple Of Void, auch mal einen Song in die zweite Albumhälfte zu packen, der schon fast nach Hoffnung klingt. Der ruhige Ausklang folgt dann mit The Twin Stranger. Schwer doomend wird hier das Album passend beschlossen, dass in meinen Ohren jetzt nicht den einen Hit hat, jedoch meine Erwartungen solide erfüllt hat.

Die Gitarren braten wieder amtlicher, mehr und die Drums dominieren wieder wuchtiger das Geschehen. Auch Erdodys Stimme – der Mann frisst entweder rostige Nägel zum Frühstück oder hat einen mir nicht bekannten Effekt auf dem Mikro – kommt meiner Meinung nach wieder kraftvoller zur Geltung. Doch eine milde Spur der dezenten Ernüchterung bleibt, das Gefühl, dass hier an manchen Stellen mehr drin gewesen wäre, oder ich mich darüber gefreut hätte in manchen Momenten weniger Kontrolle und mehr ursprüngliche Brachialität zu hören. Das ist jedoch nur ein kleines Geschmäckle, insgesamt haben wir hier ein verdammt starkes, rundes Werk mit keinem Song unter fünf Minuten!

Anspieltipps:
💀 Poison Icon
🗡 Godless Cynic
🧙 The Crawl
🔥 Soulburn


Bewertung: 8,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Poison Icon 
02. Godless Cynic 
03. The Crawl 
04. A Dead Issue 
05. Thy Mountain Eternal 
06. Soulburn 
07. The Twin Stranger



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