Temptations For The Weak – The Venom Inside (2026)
(10.115) Vonni (8,5/10) Modern Metal
Label: D.I.Y.
VÖ: 27.02.2026
Stil: Modern Metal
Mit „The Venom Inside“ vom belgischen Quintett Temptations For The Weak erscheint ein neues Album, das mit Blick auf die aktuelle Szene durchaus für eine Überraschung sorgen könnte. Dabei wurde niemand geringerer als Scott Atkins (u.a. Machine Head, Cradle Of Filth) für die Produktion mit ins Boot geholt, der den bisweilen rohen und kompromisslosen Sound in ein kristallklares Soundgewand zu pressen vermag.
Das Video „Crossroads“, welches mit Jesse Leach (Killswitch Engage) als Gastmusiker aufgenommen wurde, steht dabei in vorderster Front und vermittelt die musikalischen Ambitionen, die der Band weit über die belgische Szene hinaus zu einem Bekanntheitsschub verhelfen könnte. Genretypisch und mit einer stilistisch ausgewogenen Symbiose aus dynamischen Metalcore, gepaart mit feinen melodischen Passagen, reift der Song dank der Gesangspassagen einschließlich Refrain letztlich zu einem echten Banger.
Die Reise beginnt jedoch an anderer Stelle. „Silver Lining“ als Opener gibt die Marschrichtung vor und charakterisiert die Basics des Modern Metal vom ausgefeilten Riffing bis hin zum in Schönheit gebadeten Refrain. „Feuer frei“ ist die Devise des im Anschluss folgenden „Drowning World“. Wild und ungestüm wird man förmlich an die Wand gepresst, immer wieder in Groovepassagen gefangen, um final die Emotionalität des Songs in sich aufsaugen zu können.
Temptations For The Weak können auch Grenzen aufzeigen! „Your Own Suffering“ glänzt mit brachialen Ausbrüchen und gehört für mich zu einer der besten Dampfwalzen aktuell. Den organisch und roh gehaltenen Output kann ich mir zu jeder Tageszeit geben, um Energie zu tanken.
Gerne streuen die Jungs auch mal einen Turnover ein und präsentieren ihre Bandbreite mit teils melodischen Ergüssen wie in „Obsession“ oder „Turned To Stone“.
Eigentlich spielt es keine große Rolle, wie sich die Band durch das Songmaterial groovt, das Ergebnis ist immer das gleiche. Ein kreativer Erguss folgt auf den nächsten. Egal ob brachiale Breakdowns und knallharte Riffs das Bild prägen, oder melodische Auswüchse stilistisch für Auflockerung sorgen, das Mindsetting der Band zum Thema Songriting ist einfach unverwechselbar und großartig zugleich.
Auf dem Album beeindruckt auch diese gnadenlose Wucht, die wie in „Desperate Measures“ immer mal wieder durch melodische Momente abgefangen wird und mich als Hörer so nie verzweifeln lässt, sondern stetig für einen Spannungsbogen sorgt. Was passiert als nächstes? Breakdown? Refrain? Wie jetzt, Soli? Killer! Es sind diese vielen kleinen Momente, die sich ins Gedächtnis stampfen.
Jeder Durchlauf offeriert neue Erkenntnisse und macht „The Venom Inside“ somit zu einer wirklich spannenden und auch ambitionierten Veröffentlichung. Unbedingt reinhören!
Anspieltipps:
🛑Crossroads
💀Your Own Suffering
🌊Drowning World
Bewertung: 8,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Silver Lining
02. Drowning World
03. Final Straw
04. Crossroads
05. Your Own Suffering
06. Turned To Stone
07. Desperate Measures
08. Obsession
09. Crawl Through The Ashes
10. Legacy

