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REAPER – Dead World Legacy (2026)

(10.104) Maik (8,8/10) Heavy Metal


Label: D.I.Y.
VÖ: 13.02.2026
Stil: Epic Doom Metal






Es kommt heutzutage ja fast nicht mehr vor, dass man eine physische CD zum Rezensieren zugeschickt bekommt. Das war wohl auch der Band REAPER klar, da sie vorher sicherheitshalber nachgefragt hat, ob ich denn noch so altschulig unterwegs bin. Mit einem Nostalgietränchen im Äuglein bejahte ich dies, und so schneite schon nach ein paar Tagen das neue Album des Kasseler Metalurgesteins in den Briefkasten.

Zuerst äugte meine Frau kritisch, als ich den Silberling aus seinem Kuvert schälte. „Wie viele REAPER gibt es denn noch?“ fragte sie. Ich klärte sie daraufhin auf, dass es sich um die REAPER handle, die schon seit Mitte der 80er unterwegs sind. „Dann dürfen die das.“, war die lakonische Antwort.

Nun, wir vertrödelten keine Zeit und warfen die Scheiblette in den Player und kamen so in den Genuss einer ordentlichen Schippe teutonischen Metals, der in den Spuren der Tradition wandelt, aber eben auch eine besondere Note in sich hat. „Dead World Legacy“ heißt das Album und kommt ganze 12 Jahre nach dem Vorgänger „An Atheist Monument“. Gut Ding will Weile haben, und dies ist ein wirklich gut Ding geworden, liebe Gemeinde.

Zuerst fällt auf, dass REAPER mit viel Melodien arbeiten, die sich schön mit den harten Riffs kontrastieren. Das verleiht der Mucke eine ziemlich epische Note. Und es zeigt, dass man eine gewisse hymnische Atmosphäre auch ohne bombastische Synthesizer und elektronische Pseudoorchester aufbauen kann. Klassikaffine Momente kommen einzig in einigen Gitarrensoli zum Tragen. Am augenfälligsten im Instrumentalstück „March Of The AT-AT“. Ich wusste gar nicht, dass Vivaldi die Filmmusik für Star Wars gemacht hat…

Auch gesanglich fahren REAPER eine Mischung aus Melodie und Aggression. Urmitglied und Gitarrist Daniel Zimmermann ist für die Vocals verantwortlich, und das große Plus ist, dass seine Stimme noch genug Ecken und Kanten hat, um zusätzliche Heavyness zu erzeugen. Kein so ein glattgebügelter Gesang wie von HAMMERFALL und Co. Klingt irgendwie zwischen El Rojo von METAL INQUISITOR und Erich von WARDRESS.

Das passt ebenso zu den treibenden Songs wie „The Gale“ wie zum fast doomig-epischen „The Legacy“. Das Epische liegt REAPER auch im Blut, denn auch „Jerusalem“ oder „Oceans Of Slumber“ kommen wuchtig und gewaltig herbeigestapft. Gerade letztgenannter Song offenbart auch einige Stilelemente, die man durchaus dem Pagan Metal zuordnen könnte. Die Tempowechsel sind einfach nur gänsehauterzeugend.

Nun haben REAPER schon mit dieser Old School- Attitüde und dem für mich als Star Wars -Fan netten „March Of The AT-AT“ schon Pluspunkte bei mir erheischen können, was die Musik allerdings nicht nötig gehabt hätte. Doch die Kasseler setzen noch einen drauf, denn als Bonustrack gibt es einen Song namens „Dark Throne“. Ich hatte mir zunächst nichts bei dem Titel gedacht, doch fiel mir sogleich auf, dass der Text aus chroniologisch aneinandergereihten DARKTHRONE- LP- Titeln besteht.

Für mich als erklärten Fanboy der norwegischen Waldschrate natürlich ein gefundenes Fressen, und genau der richtige Anreiz, nach Ende der CD gleich mal auf die Repeattaste zu drücken. Das wird dann aber abendfüllend. Denn mit elf Songs verteilt auf 58 Minuten lassen sich REAPER auch spieldauermäßig nicht lumpen und bieten ordentlich value für your money.

„Dead World Legacy“ bietet wuchtigen teutonischen Metal mit einer gewissen epischen Note, die allerdings in den heavieren Gefilden bleibt und jeglichen Zuckerguss vermeidet. Einzig einige vereinzelte an Klassik anmutende Soli, die ich bereits erwähnte, verleihen einigen Stücken eine dezente barocke Note.

Gut, man könnte anmerken, dass einige der Songs doch etwas lang geworden sind und sich ein wenig ziehen. Doch explizit ist mir das eigentlich nur bei „The Sun“ aufgefallen, der mit fast acht Minuten zu Buche schlägt. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Und anschließend gibt es ja, wie gesagt, „Dark Throne“, der noch mal das Gaspedal durchdrückt.

The REAPER is back. Und er schwingt seine Sense brachial, aber mit Kalkül. Die Band hat auf „Dead World Legacy“ einen schönen Mittelweg gefunden. Traditionell, aber nicht altbacken. Episch aber nicht schwülstig. Power Metal- affin ohne Pathosüberdosis. Wer durch diese Zusammenfassung Interesse gewonnen hat, sollte sich diese Platte zu Gehör führen.

Anspieltipp:
The Gale
🌊 Oceans Of Slumber


Bewertung: 8,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Eye In The Sky
02. From Giant’s Shoulders
03. Jerusalem
04. Garden Of Delights
05. The Gale
06. March Of The AT-AT
07. The Legacy
08. Oceans Of Slumber
09. The Fear
10. The Sun
11. Dark Throne (Bonus)



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