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SLAGMAUR – Hulders Ritual (2026)

(10.102) Patrick (5,0/10) Black Metal


Label: Prophecy Productions
VÖ: 27.02.2026
Stil: Black Metal





Gegen Ende letzten Jahres machten Schlagzeilen die Runde, deren Kern der Aussage war, dass der norwegische Musiker Rune „General Gribbsphiiser“ Røstad von SLAGMAUR und sein Kumpel Snorre W. Ruch (THORNS) als vermisst gemeldet wurden. Die beiden seien zu einer Wanderung aufgebrochen und nicht wieder zurückgekehrt. Sofort wurden Erinnerungen an den eisigen Tod von WINDIR- Gründer Valfar (R.I.P. 2004) geweckt. Kurze Zeit später stellte sich allerdings heraus, dass es sich bei der ganzen Aktion lediglich um eine Art Promo handelte, um das neue SLAGMAUR Album „Hulders Ritual“ zu bewerben beziehungsweise in den Fokus der Medien zu rücken. Die Band veröffentlichte danach ein Statement, in dem von künstlerischen und von sozialen Experimenten die Rede ist und gleichzeitig sollte dies Alles als Beweis gelten, dass menschliche Kreativität in Zeiten künstlicher Intelligenz trotzdem unangefochten bleibt. Die ehrenhafte Einstellung zur Nutzung von KI rennt bei mir ja wirklich allerlei offene Türen ein, aber Schwachsinn bleibt am Ende halt einfach Schwachsinn, aber gut... lassen wir einfach die Musik sprechen, denn die ist nämlich trotz des Aufwandes dieser, in meinen Augen höchst fragwürdigen Promo-Aktion, eher durchschnittlich und stellenweise auch verdammt unauffällig ausgefallen und ich erlaube mir an dieser Stelle mal die Prophezeiung, dass „Hulders Ritual“ aufgrund der musikalischen Belanglosigkeit, nicht gerade vom Stand weg, steil durch die Decke gehen wird.

Rückblickend betrachtet galt im Hause SLAGMAUR allerdings schon immer der Leitspruch „Kleckern statt klotzen“, denn die Band hat meiner bescheidenen Meinung nach, den Mund schon immer ein bisschen (zu) voll genommen. Laut eigener Aussage bezeichnen sich die Jungs nämlich selber gerne als „the darkest and scariest black metal band to ever set foot on planet earth“. Ähhh…..ja…..ok……an dieser Stelle, bitte ich euch, einfach mal Liveclips auf Youtube anzuschauen. Ich bin ja wirklich Black Metal durch und durch und auch einiges gewöhnt, aber selbst für mich wirkt hier nichts „dark“ oder gar „scary“. Für mich kategorisiert sich das ganze Brimborium eher ganz tief in der Kitschschublade, als in Boshaftigkeit! Naja, ich lasse diesen irreparablen Anflug von Größenwahn jetzt einfach mal so stehen und drücke stattdessen endlich mal die „Play-Taste“ auf meinem Abspielgerät.

Zur Verteidigung der leicht megalomanischen Band sollte aber auch gesagt werden, dass SLAGMAUR hier mitnichten einen völligen Rohrkrepierer vorgelegt haben, denn dieses Album hat für den geneigten Schwarzmetaller auch durchaus seine goldenen Momente. Leider heben diese kurzen Momente das musikalische Gebräu aber nur sehr selten aus dem Morast der Gleichgültigkeit. Zudem wird das vielzitierte Rad des schwarzen Stahls nicht neu erfunden und somit steht letztendlich nur die Tatsache, dass dies alles ohne diese alberne und enorme Erwartungen schürende Promo-Kampagne, definitiv aus einem anderen Blickwinkel und ohne faden Beigeschmack aufgenommen hätte werden können.

Los geht die wilde Reise mit den „Ritual Dogs“, ein treibender, im Midtempo vorgetragener und prinzipiell hochmelodischer Song, der mit zum Teil wirklich fantastischen Leadgitarren ausgestattet ist. In der Songmitte schleichen sich noch ein paar sphärische Tastentöne mit in die schwarzen Notenfolgen und sorgen für ordentlich Atmosphäre. Kein schlechter Einstieg ins Album, wenn auch nicht überragend. Danach übernimmt die „Wildkatze“ und auch hier stellt sich sofort wieder die enorm melodische Leadgitarre in den Vordergrund. Von nordischer Raserei ist weiterhin keine Spur im Sound der Band und auch wenn der Song relativ gut ins Gehör geht und für einige melancholisch angehauchte Momente sorgen kann, so nüdelt man hier diese recht schöne Gitarrenmelodie über knapp sechseinhalb Minuten einfach fürchterlich zu Tode. Erst im dritten Song „Huldergeist“ nimmt die Band etwas an Fahrt auf und lässt auch mal den ein oder anderen Blastbeat zu. Allerdings ist mir hier das recht belanglose Gitarrenintro viel zu lang ausgefallen, zumal sich ein ähnlich seltsamer und beinahe als langweilig und nervig zu bezeichnender Teil in der Songmitte für gut zwei Minuten wiederholt. Sehr seltsames Songwriting und trotz diverser Gastbeteiligungen, u.a. von Hoest (TAAKE) und D.G. (MISÞYRMING) ein eher schwieriger Song.

Mit „Hexen Herjer“ wird’s dann wieder etwas langsamer, während sich eine wunderschöne Pianolinie mit in den Sound integriert. Der Gesang geht hier ebenfalls gänzlich andere Wege. Zwar immer noch im typischen Kreischen verwurzelt, doch klingen die Vocals hier irgendwie anders, verzweifelter und wirken sehr songdienlich. Einer der besten Songs auf „Hulders Ritual“. Doch auch das folgende „Warlok“ weiß durchaus zu überzeugen. Relativ episch, wieder in getragenem Tempo unterwegs und mit flächigen Keybordteppichen ausgestattet, schreitet der Song unter Begleitung von vereinzelt eingestreuten chorartigen Backgroundgesängen unaufhaltsam durchs Ohr. Der Hörer wird unmittelbar aufs Albumhighlight vorbereitet, welches auch kurze Zeit später mit dem Rausschmeißer „Rathkings“ auf eindrucksvolle Art und Weise vorgetragen wird. Raserei, Epik, kalte Melodiebögen und eine, gegen Ende hin, wunderbar integrierte orchestrale Komponente erheben sich hier zu einem waren Mördersong der schwarzen Kunst. SLAGMAUR können also, wenn sie wollen!

SLAGMAURSHulders Ritual“ ist insgesamt ein Werk, welches jedem nostalgisch angehauchtem Schwarzmetaller zwar gut reinlaufen dürfte, dabei aber keine neuen Maßstäbe setzt. Ich bin der letzte, dem Innovation im Black Metal wichtig ist, aber wenn man sich Promo-technisch so dermaßen ins Zeug legt, dann ist die grundlegende Erwartungshaltung einfach eine andere. Ab und an hätte mir etwas mehr Tempo in den Kompositionen gutgetan, denn letztendlich kommt die Sause schon ein bisschen blutarm und zahnlos daher. Schade, denn gerade die zweite Albumhälfte wartet mit teilweise ultraguten Songs auf, welche eindrucksvoll beweisen, dass hier im Gesamten wesentlich mehr drin gewesen wäre. „Hulders Ritual“ ist bei weitem kein schlechtes Album geworden, aber eben auch eines, welches bei dem Überangebot an Veröffentlichungen auch nicht wirklich groß heraussticht. Die betreffende Zielgruppe sollte aber dennoch mal ein Ohr riskieren.

Anspieltipps:
💫 Hexen Herjer
👑 Rathkings


Bewertung: 5,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Ritual Dogs
02. Wildkatze
03. Huldergeist
04. Hexen Herjer
05. Warlok
06. Rathkings



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