BELZEBONG – The End Is High (2026)
(10.091) Phillip (7,7/10) Stoner Doom Metal
Label: Heavy Psych Sounds Records
VÖ: 20.02.2026
Stil: Stoner Doom Metal
Hey du! Ja, du! Du magst schleppende, enorm tiefe Riffs, die sich minutenlang wiederholen? Du huldigst regelmäßig dem Grim Reefer und lässt dich von basslastigem Sound in die Couch schieben? Electric Wizard sind dir natürlich ein Begriff, doch der Gesang könnte manchmal anstrengend sein, da muss man immer so doof aktiv zuhören. Bongripper sind auch ganz toll, wildern aber mitunter im Sludge, das kann auch anstrengend sein. Aber verzage nicht, denn hier kommt die vierte Langrille des polnischen Gartenbau-Kommandos Belzebong!
Kein Gesang, lediglich Samples, die atmosphärisch durch die Tracks führen, derer es auf diesem Album vier gibt. Drei davon selbstverständlich in Überlänge. Allerdings legen Belzebong verhalten los, so richtig zünden wollte der Stoff zuerst nicht. Auch Track zwei und drei waren für’s erste Empfinden gehobene Stoner- Kunst, aber nichts Atemberaubendes. Glücklicherweise bietet Reefer Mortis das, wonach ich gesucht habe, ohne es zu wissen. Eine erst dezente, dann zentrale spacige Note, begleitet von mäandernden Gitarren und einer unerbittlichen Rhythmusfraktion. So wünsche ich mir das! In diesem Track dürfen alle mal ziehen, auch die Zuhörerschaft, für alle ist etwas dabei: Soli, Riffs, Groove, alles nur die beste Ernte!
So etwas animiert natürlich zum Druck auf den Replay-Button, mit dem Vorhaben, noch einmal genauer hinzuhören. So werden in Bong & Chain schemenhafte Fuzz-Elemente hörbar, bevor sich das mächtige Main-Riff zu voller Blüte entfaltet und unerklärlicherweise besser reinklatscht als im ersten Anlauf. Auch das etwas dissonante Solo passt nun besser hinein und wirkt nicht mehr so deplatziert.
Danach galoppiert verhältnismäßig flott 420 Horsemen vorbei, bevor Hempnotized den Auftakt für Reefer Mortis macht und den fuzz-eligen Teppich ausrollt. Nochmal kurz durchpusten vor dem großen Finale.
Es war also eher zögerliche Zuneigung auf den zweiten Zug, dafür dann aber auch nachhaltig. Problematisch ist, meines Erachtens nur, dass der letzte Track alle anderen so locker überstrahlt, dass ich praktisch mit Beginn des Albums nur auf diesen warte. Allerdings funktioniert der wiederum auch nur so gut, weil die drei anderen Nummern die Hörerschaft genau da hinbegleitet. Es funktioniert ganz prima miteinander, doch im Einzelnen sticht tatsächlich nur dieser eine Track heraus. Dennoch: Wer eine Vorliebe für den Spinat Satans hat und gerne Kräuterfackeln rollt – gönnt euch, kommt gut für zwischendurch!
Anspieltipps:
🔥 Reefer Mortis
Bewertung: 7,7 von 10 Punkten
TRACKLIST
1. Bong & Chain
2. 420 Horsemen
3. Hempnotized
4. Reefer Mortis

