NECROPOLISSEBEHT – Taurunovem - Th’Astraktyan Serfdome (2026)
(10.080) Phillip (8,3/10) War Metal
Label: Amor Fati Productions
VÖ: 20.02.2026
Stil: War Metal
Nein, das ist kein Fehler. Uns stehen hier tatsächlich lediglich wenige Links zur Verfügung. Das ist auch nicht als Geheimniskrämerei zu werten oder als Versuch die eigene mysteriöse Person hinter der Musik kunstvoll verschwinden zu lassen. Nein, denn hier greift ein weiteres Naturgesetz im Metal: Wenn es irgendwo eine War Metal- Band gibt, so muss sie in Kontakt mit Szene-Urgetüm und Ross Bay Cult- Legende Ryan Förster stehen. Irgendwie. In diesem Fall sogar sehr direkt, ist Herr Förster immerhin für die Gitarre bei Necropolissebeht verantwortlich. Und ja, der Bandname sieht sperrig aus, der Albumtitel noch sperriger, aber sobald euch die Band einmal von den Lippen gleitet, wird’s tatsächlich ganz cool. Finde ich jedenfalls.
Apropos sperrig, hier soll es ja primär um Musik gehen. Die ist, der Natur der Sache zu Grunde liegend, natürlich absolut nicht zugänglich. Ab den ersten Tönen von Thorntrail to Goregotha erwartet uns ein nicht enden wollendes Bombardement von Blastbeats und enorm tief gestimmten Gitarren die mal flächig, mal riff-artig durch diese Wüste aus Lärm hervorbrechen. Dabei ist zu beachten, dass jedes Mal, wenn man ein Riff tatsächlich erkennen sollte, dies‘ nicht besonders kompliziert klingt, oder besonders kunstvoll. Viel mehr ist es simpler, aber dem Sound dienlicher Standard, der sogleich auch wieder im dichten Teppich aus Sound verschwindet.
Um nicht um den Brei rumzusabbeln: Ja, die Tracks ähneln sich alle sehr stark, bis auf wenige Rhythmus-Wechsel oder Akzente am Becken ändert sich weder das grundlegende Tempo noch der Gesang noch der Gitarrensound in merkbarem Umfang. Der Haken ist aber, dass die Tracks eine und damit auch das Album eine derartige Sogwirkung entfalten, die sich anfühlt, als falle man durch einen apokalyptischen Höllenschlund eben jener erwähnten Wüste aus Lärm, Schmutz und Chaos entgegen. Nur scheint man nie anzukommen, es bleibt ein endloser Fall. Es mag an dieser Stelle etwas hochgestochen klingen, aber ich muss Necropolissibeht attestieren, dass Taurunovem - Th’Astraktyan Serfdome eine fast schon meditative Wirkung auf mich hatte. Zu keiner Zeit hatte ich das Bedürfnis, irgendetwas kaputt zu schlagen oder mich von der aggressiven Ausstrahlung der Mucke leiten zu lassen. Viel mehr entspannte mich dieser Dauerbeschuss von einer Snare-Drum die klingt wie Tausende Eisschollen, die in extrem hoher Geschwindigkeit aufeinanderprallen, sowie die Höhlen-artige Atmosphäre.
Ein weiteres Augenmerk sollte man auch die Tracklist legen, schließlich evozieren die Namen der Tracks nicht umsonst mystisch-okkult anmutende Bider vor dem inneren Auge, da muss doch sicherlich mehr dahinter stecken. Aufgrund der mir zur Verfügung stehenden, spärlichen Informationen, die die Band in der Öffentlichkeit preisgeben möchte, muss ich hier an jeden geneigten Hörer und jede geneigte Hörerin appellieren, für sich selbst den konzeptuellen Unterbau zu erforschen. Für mich jedenfalls reicht der Eindruck, dass hier „einfach“ karthatischer Krach zelebriert wird, der mir überraschend gut, auch auf Albumlänge, reinläuft.
Anspieltipps:
🔥 Ritual Genocide
💥 Numinoucidal War Winds
Bewertung: 8,3 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Thorntrail to Goregotha
02. Necropolisabbath
03. Ritual Genocide
04. The Aquamarinæbyss - Levitation of Cadaver Circuits in M-Orbit
05. Chamber of Chains
06. Iblian Koronation in th'Astraktryan Skullscapes of the Gehennial Flamefold
07. Numinoucidal War Winds
08. The Lower Circles
09. Welterer of Gethsemania

