VISERION – Fire and Blood (2026)
(10.078) Schaacki (7,0/10) Black Metal
Label: Independent
VÖ: 16.01.2026
Stil: Black Metal
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Es gibt Bands, die tragen ihre Songs gemächlich, bauen sie zuvor lange auf und eventuell schieben sie sogar noch ein Intro vorweg. Genau all dies tun Viserion nicht! Die US-Amerikaner geben von der ersten Sekunde – und ich meine die erste Sekunde – sofort Vollgas. Keine Übertreibung, sobald der Player angeschmissen wird, startet der Titelsong Fire and Blood mit Tempo 160 aus dem Stand. Die jungen Burschen aus Queens wollen mit ihrem neusten Output unmissverständlich eins klarmachen: Hier wird geballert!
Und diese Message zieht sich im Grunde durch die komplette EP. Auch der Mad King fackelt nicht lang und gibt dem Hörer mächtig auf die 12. Es gibt bei aller Raserei aber auch immer wieder kleine Rhythmuseinlagen, bei denen vor allem der Bass schön klar durchkommt und dem Ganzen Tiefe verleiht. Dies schafft dann sogar ein Fundament für ein melodisches Gitarrenspiel. Reign of Fire tritt das Pedal noch tiefer durch und holt einige zusätzliche BPM raus. Hier regiert in der Tat ein aggressives Feuer und außerdem eine mächtige Ladung Dunkelheit, was durch finstere Melodien und mehrstimmige Vocals erzeugt wird.
Ein wenig Abwechslung im Songwriting soll Blackfyre bieten, das für Viserion-Verhältnisse etwas gezügelter startet. Es wirkt, als würde die Band versuchen, die Wut leicht zu unterdrücken. Und irgendwie merkt man dem Song das auch über seine Gesamtheit an. Es fühlt sich hier etwas gezwungen und nicht natürlich an, wenn die Truppe aus New York sich dem Midtempo annähert und nicht ihrer Highspeed-Vorliebe nachkommt.
Besser gelingt ihnen dies im finalen Harrenhal. Die Drums brettern zu einer epischen Gitarrenwand, während der Bass eine wiederholende, fast hypnotische Melodie im Hintergrund spielt. Dieser leitet ein Zwischenspiel in der Songmitte ein, das dazu dient, noch einmal Kraft für den letzten Schlag zu tanken. Der Track wächst zum Höhepunkt der EP und entfaltet eine angenehme, erhabene Eleganz.
Viserion liefern mit Fire And Blood nach einer kleinen Ruhephase ein interessantes Lebenszeichen, das vor allem von viel Tempo und Aggression lebt. Hier fühlt sich das Quartett aus den Staaten besonders wohl und weiß zu überzeugen. Die angezogene Handbremse ist dagegen nicht so überzeugend. Dass Viserion dennoch wissen, wie man einen Song mal drosseln kann, um ihn danach erst so richtig aufleben zu lassen, beweisen sie mit dem EP-Finale Harrenhal, das sie für meinen Geschmack gern als künftigen Wegweiser für derartige Songs ansehen dürften.
Anspieltipps:
🔥 Harrenhal
🔥 Mad King

