ENSANGUINATE – Death Saturnalia (With Temples Below) (2026)
(10.069) Maik (8,0/10) Black Death Metal
Label: Soulseller Records
VÖ: 06.02.2026
Stil: Black Death Metal
Der Name ENSANGUINATE kam mir doch gleich bekannt vor, als ich ihn in der Promoliste las. Na klar, hatte ich doch das Debütalbum der Slowenen vor knapp vier Jahren schon auf der Agenda. Damals schrieb ich etwas von klassischem Death Metal mit leichten Anleihen bei Black- und Thrash Metal.
Das könnte man fast so stehen lassen, wenngleich die Band auf dem vorliegenden zweiten Album Death Saturnalia (With Temples Below) den Regler gewaltig in Richtung Schwärze gedreht haben. Das liegt nicht nur am Gesang, der so richtig schön böse durch die Botanik röchelt, sondern auch an einigen Gitarrenriffs.
Gerade On Wings Of Bone hat in dieser Richtung einiges zu bieten. Der Wechsel zwischen rasendem Kettensägenriffing und schleppenden Parts erinnert in einigen Teilen an BELPHEGOR, wirkt aber in Gänze noch etwas fieser. Mit diesem Song schicken ENSANGUINATE Bands wie MARDUK oder WATAIN fast zurück auf die Schulbank.
Und obwohl es teilweise in absolute Raserei ausartet, finden die Slowenen doch immer wieder eine Möglichkeit, melodiöse Gitarrenparts einzubauen, bevor es wieder mit Überlichtgeschwindigkeit voll auf die Glocke geht.
Dabei artet die ganze Raserei nie in verwaschenes Geprügel der Marke BLASPHEMY oder frühe BEHERIT aus, sondern ist immer perfekt auf den Punkt gespielt. Der brutale Gesang ist fett mit Hall unterlegt, was die Soundwand vervollständigt, die ENSANGUINATE hier errichten.
Dazu komplettiert eine brachial-brutale Produktion das Werk der Zerstörung, so dass kein Stein auf dem anderen bleibt. Doch den Hauptteil der Brachialität stellt das Songwriting dar. Die auf dem Vorgängeralbum von mir noch festgestellten Florida-Death-Metal-Einflüsse sind fast vollständig durch schwarzmetallische Raserei ersetzt worden, und da sich der Vierer auch auf dem Bandfoto mit Corpsepaint präsentiert, ist dieser Schritt wohl auch so geplant. The Whip And The Pendulum ist mit über neun Minuten vielleicht etwas ausufernd, zeigt die Band aber in der zweiten Songhälfte von einer eher doomig/melancholischen Seite, was der Abwechslung zugute kommt.
Ziemlich nah am War Black Metal, der aber zwischendurch immer mal eine Melodie zulässt, haben sich ENSANGUINATE angedockt, und präsentieren mit Death Saturnalia (With Temples Below) eine schwarztödliche Abrissbirne erster Kajüte. Und hatte ich das Debütalbum noch den Death Metal Gourmets ans Herz gelegt, stellt der Zweitling doch eher einen Leckerbissen für die Schwarzwurzelgemeinde dar.
Anspieltipp:
On Wings Of Bone
Gloaming
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Lámia (Intro)
02. Angel Of A Thousand Poisons
03. On Wings Of Bone
04. Rooted In Accursed Ground
05. Savage Hunger Far Beyond
06. Gloaming
07. The Whip And The Pendulum
08. Daughter To Cain

