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SPACE OF VARIATIONS – Poisoned Art (2026)

(10.054) Phillip (7,3/10) Metalcore


Label: Napalm Records
VÖ: 13.02.2026
Stil: Metalcore







Ich glaube, dass sich Filmfans so gefühlt haben müssen, als CGI der neue heiße Scheiß im Effektrepertoire war und praktische visuelle Effekte, die sozusagen von Hand gemacht wurden langsam aber sicher ins Hintertreffen gerieten. Etwas altbacken und den aktuellen Trends hinterher hechelnd. Unverstanden und unverständlich ob der modernen Produktionsstandards. So kann ich allerdings gleiche vorneweg vermelden, dass diese Art Metalcore wieder einmal kaum etwas mit dem zu tun hat, was ich anno Krug als Metalcore kennen, und die ernstere Fraktion im Metal hassen, gelernt hat. Das hier ist wieder Mals einen Schritt weiter, elektronischer, break-iger, eben moderner.

Bereits beim ersten Track Tribe drängt sich mir der Eindruck auf, dass hier generell eher wenig Songmaterial auf klassischem Wege im Proberaum, jammend experimentierend, entstanden ist – sondern viel mehr am Computer zusammengefrickelt wurde. Das ist, insbesondere beim Anspruch modernen Metalcore zu machen, überhaupt nicht verwerflich, sondern nur ein weiteres Symptom einer modernen Produktion. Abgesehen davon kann mir auch niemand erzählen, dass Prog-Alben heute anders entstehen. Nur haben wir hier die Vertreter des opulenten, dauerhaft wuchtigen In-die-Fresse-Sounds, bei dem auch die ruhigeren Parts in ukrainischer Sprache enorm laut gemischt sind.

Ein großer Kritikpunkt sind hier bei natürlich die komplett sterilen Boller-Drums, die einfach alles wegknüppeln und bei jeder x-beliebigen Band in diesem Sektor gleich klingen. Im Zuge dessen musste ich mir ein paar Live-Aufnahmen von Space of Variations anschauen und siehe da: Live klingt das ja außerordentlich vernünftig! Warum dann bitte nicht auf Platte??? Wird so potenzielle Kundschaft verschreckt, wenn nicht alle Regler stetig auf 11 gemixt sind?

Ich versuche also, mir im weiteren Verlauf vorzustellen, dass die Drums durchaus auch anders können und konzentriere mich auf die Saitenfraktion sowie auf den enorm vielseitigen Gesang von Dmytro Kozhukhar. Dieser brüllt im Wechsel mit klarem Gesang, sowohl Englisch als auch Ukrainisch, rappt, flüstert und schreit glaubhaft emotional seine Texte in die Welt. Behandelt persönliche Verhältnisse, Liebe im Allgemeinen, Verlust und Einsamkeit so, wie man es sich wünscht, unaufgesetzt und echt.

Bereits am Anfang des Albums war mir klar, dass hier natürlich durchgängig Samples eingebaut werden, allerdings grundsätzlich songdienlich und nicht als Interludes oder um einzelne Tracks auf Strecke zu ziehen, so ist es natürlich unvermeidlich gewesen, das von mir befürchtete, klassische Drum & Bass- Sample zu hören. Natürlich nicht nur einmal, in Back to Dirt zum Beispiel, wird’s allerdings clever im Hintergrund eingebaut und unterstützt so die Drums in der sonst wenig vorhandenen Variabilität. An der Saitenfront sieht das natürlich anders aus. Da wird mal geschrubbt, mal perkussiv gespielt, mal leise eine Melodie eingeflochten und auch mal überraschende Läufe wie in Halo eingestreut.

Space of Variations sehe ich so zwischen den Stühlen. Einerseits sehr kreativ und abwechslungsreich im Songwriting, wirkt die Fülle der Ideen auf die Länge von 12 Songs ein wenig ermüdend. Hier wäre vielleicht tatsächlich mal weniger mehr gewesen und hätte Raum zur Verarbeitung gelassen. Die Tatsache betrachtend, dass dieser Stil so gar nicht meinen Vorlieben entspricht, ist doch unbedingt anzuerkennen, dass die vier Ukraininer mit Poisoned Art so einige Nerven der Zielgruppe treffen werden, ob sie damit auch längerfristig Eindruck hinterlassen, bleibt ihnen nur zu wünschen. Denn bei aller moderner Spielerei und Produktion bleibt dennoch zu attestieren, dass Space of Variations erstens: viel Herzblut hier reinstecken, und zweitens: brutal hart für ihre Band ackern.

P.S.: Das Cover-Artwork ist ganz ganz furchtbar.

Anspieltipps:
👼 Halo
👯 Doppelgänger
Back to Dirt


Bewertung: 7,3 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Tribe
02. Halo
03. Mayday
04. Parallel Realities
05. Doppelgänger
06. Godlike
07. Ghost Town
08. Coldheaven
09. Back to Dirt
10. Snake Skin
11. Lies
12. Echo



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