DEATHRAISER – Forged In Hatred (2026)
(10.039) Maik (8,0/10) Thrash Metal
Label: Xtreem Music
VÖ: 22.01.2026
Stil: Thrash Metal
Rein wissenschaftlich betrachtet, gibt es ja keine Zufälle. Doch manchmal könnte man an dieser These zweifeln. Da hatte ich doch in TALES FROM THE HARD SIDE, als wir das Jahr 2011 abarbeiteten, einen Song vom Album-Erstling von DEATHRAISER gespielt. Außer diesem Album hatte die Band, obwohl aktiv, nie wieder etwas herausgebracht, und plötzlich, ein paar Tage später, lese ich die Nachricht, dass die Brasilianer ein neues Album veröffentlichen.
Nachdem sie sich fast 15 Jahre Zeit gelassen haben, knallen uns DEATHRAISER nun „Forged In Hatred“ auf den Latz. Nun ist seit 2011 jede Menge neuer und geiler Stoff in Sachen Thrash Metal unterwegs, und ob es für die Brasilianer reicht, in dieser übermächtigen Flut zu bestehen, wird sich zeigen.
Stilistisch verorte ich das Album irgendwo zwischen frühen KREATOR, MORBID SAINT, DARK ANGEL und etwas SEPULTURA („Beneath…“- Ära). Eine Prise SLAYER kommt auch noch hinzu. Das klingt auf den ersten Blick sehr lecker, diese Würzmischung, und die Knaben brezeln auch fast durchweg mich Karacho durch die Gehörgänge. Die Band selber nennt noch EXODUS und DEATHROW als Einflüsse, doch gerade letztere konnte ich nicht wirklich heraushören.
Die Riffs kommen knochentrocken aus den Boxen gescheppert, und wenngleich einem das eine oder andere ziemlich bekannt vorkommt, bringen sie das Genick ordentlich in Wallung. Der keifende Hassbratzengesang, der mit ordentlich Hall rüberkommt, lässt auch den Nostalgieregler weit nach oben schnellen, ohne dass sich hier Spinnweben bilden.
Denn auch die Adrenalinpumpe läuft hier in den höheren Drehzahlbereichen, und stellenweise ist man froh über gelegentliche melodiöse Parts oder Midtempogemoshe. DEATHRAISER bieten ein breites Spektrum, knallen aber immer voll auf die Mütze. „Forged In Hatred“ macht seinem Titel alle Ehre, denn was hier an in Musik gepresste Aggression und Hass aus den Speakern sickert, brennt ordentliche Löcher in den Pelz.
Ein Wermutstropfen bleibt letztlich doch zu erwähnen, denn obwohl die Scheibe ein veritabler Leckerbissen traditionellen Thrashs ist, scheinen DEATHRAISER etwas zu wenig in Richtung Eigenständigkeit zu neigen. Die augenscheinlichen Vorbilder drängen sich doch recht oft nach vorn. Dennoch oder vielleicht gerade deswegen, macht das Album mega Spaß.
Wer „Extreme Aggression“, „Beneath The Remains“, „Spectrum Of Death“ und „Darkness Descends“ auf seiner All-Time-Fave-Liste hat, sollte sich unbedingt mal an „Forged In Hatred“ längshören. Thrash or be thrashed.
Anspieltipp:
💀 „Everything Dies“
🐛 „Corporation Parasite“
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Severe Atrocity
02. Primitive Medicine
03. Everything Dies
04. Corporation Parasite
05. Empire Of Ignorance
06. Symphony Of Violence (instr.)
07. Toxic Legacy
08. One Step To The Grave
09. Dead Generation

