Gladenfold – Soulbound (2026)
(10.103) Vonni (7,5/10) Power Metal
Label: Reaper Entertainment
VÖ: 27.02.2026
Stil: Power Metal
Gladenfold vollziehen mit „Soulbound“ gut vier Jahre nach dem zuletzt erschienenen Werk „Nemesis“ einen leichten Richtungswechsel und geben sich der Charakteristik und Schönheit des Power Metals hin. Bis auf die etwas leicht düster ausgefallene Ausnahme „Helix of Hate“ überwiegt auf diesem Album das Gefühl, sich in einer ausgedehnten Wohlfühloase zu bewegen.
Nun gut, kein so schlechter Entschluss, es dabei zu belassen, denn spätestens mit dem stürmisch vorgetragenen „For my Queen“ schlägt dann der symphonische Hammer so richtig zu. Nichts auszusetzen, Songwriting brilliert in jeder Sekunde und der hymnische Refrain sorgt auch für eine gehörige Portion innerliche Wehmut. Epische Momente prägen fortan die Songs, die dem genretypischen Bombast standhaft die Stirn bieten.
Die obligatorisch und harmonische Keyboarduntermalung darf natürlich auch nicht fehlen. Gerade im Mittelteil von „Mercy“ sehe ich mich persönlich schon vor lauter Barmherzigkeit Plüschherzen durch die Gegend werfen. Ein Song, der den Hörer emotional berührt und zugleich eine Spur von Dramaturgie offenbart.
Die Band selbst fühlt sich von Bands wie Kamelot oder Blind Guardian inspiriert. Bei „Anthem of The Broken“ könnte man schon Vergleiche mit den Krefeldern Wächtern hinauf beschwören. Gerade der Spannungsaufbau und die orchestralisch anmutenden Akzente heben hier das Songwriting auf ein ähnlich versiertes Level. Mit „Ghostlike“ und „Soulbound Parallax“ lässt man kompositorisch so richtig die Muskeln spielen. Nordische Klangästhetik präsentiert sich hier von ihrer schönsten Seite, klassisch, druckvoll aber nie überladen wirkend.
Insgesamt betrachtet gehen die finnischen Mannen mit „Soulbound“ kein Risiko, aber auch keine Kompromisse ein. Die Songs sind technisch perfekt umgesetzt, der Sound bewegt sich in cineastischen Dimensionen. Die ganz großen Hymnen finden wir zwar nicht auf dem Album, dennoch überzeugen die Songs durchweg mit einer außergewöhnlich atmosphärischen Dichte und verleihen dem Konzeptalbum schlussendlich eine stimmige Note.
Anspieltipps:
🙏 Mercy
👻 Ghostlike
👑 For my Queen
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Firewind
02. Wardens of Time
03. For my Queen
04. Helix of Hate
05. Mercy
06. Ghostlike
07. Chaos Waltz
08. Anthem of The Broken
09. Soulbound Parallax

