MALEFIC – Impermanence (2026)
(10.086) Maik (9,0/10) Black Thrash Metal
Label: Terminus Hate City Records
VÖ: 13.02.2026
Stil: Black Thrash Metal
Die Band MALEFIC gibt es laut Metal Archives schon seit 2003, aber erst jetzt werfen die Jungs aus Atlanta/Georgia ihr erstes Album auf den Markt. Impermanence nennt sich die Scheiblette, und nein, MALEFIC ist kein Sexurlaub auf Mallorca, eher eine Extremexkursion im tropischen Urwald, umschwirrt von bissigen Insekten von Hamstergröße.
Denn die Band hat eine ganz eigene Mischung kreiert, die die Grenzen zwischen Thrash, Black Metal, Death Metal und Melodic Metal nicht nur verwischt, sondern in Trümmer legt. Denn es beginnt schon mit dem Riffing, welches teilweise den Todesbleisektor abdeckt, andererseits wieder schwarzmetallisch den Gehörnten aus dem Wald lockt.
Das Ganze allerdings mit einer furztrocken knackigen Gitarre, die sich thrashmäßig in den Vordergrund drängt und gewaltig Alarm macht. Diese Axt lockt nicht mit modrig-schaurigen Death-Metal-Dumpfgebrumme, welches angenehm die Magenwände von innen massiert in morastig-gruselige Urwälder. Sie neigt auch nicht dazu, halbtonriffig höhenlastig eine frostige Winterwaldatmosphäre zu kreieren.
Nein, diese Axt packt Dich am Genick und schleift Dich durch dorniges Gestrüpp und garstiges Dickicht und wirft Dich dann blutend in irgendeinen mit spitzigen Steinen übersäten Steinbruch. MALEFIC wollen wehtun, sie wollen aber auch, dass es Dir gefällt.
Und so kommen auch mal schöne Melodien zum Tragen, die sich episch um die bissigen Gitarrenriffs ranken, und erschaffen so auch mal eine Melodeath-Atmosphäre, wie in Of Gods And Man, aber ohne den Weichspüler auszupacken, denn sogleich zerhacken Stakkatoriffs die vermeintliche Gemütlichkeit und erinnern Dich daran, dass Du gerade durch dorniges Dickicht gezerrt wirst.
Dabei ballert die Gitarre nicht nur stupide durch die Botanik, sondern zaubert auch mal frickelige, aber dennoch verwirrend logische Spielereien in den Gesamtsound. So entsteht eine dichte Atmosphäre, die kaum Zeit zum Ausruhen bietet, sondern immer wieder Neues offenbart.
MALEFIC surfen aber nicht nur songwriterisch durch die Genres brutaler Metalmucke, auch gesanglich agieren die Atlantiden (Atlanter, Atlantesen…egal, wie man die auch nennt) zwischen Thrashgebrüll, Deathgrunzerei und Black Metal-Bösekreisch.
So klingt Deserter wie ein Thrashsong mit Death Metal-Gesang, und zwischendurch blitzt ein lupenreines Black Metal-Riff auf. MALEFIC bieten eben kein Ruhekissen, auf dem man die Band bequem in eine Schublade packen kann. So fängt Disembodiment recht getragen an, kleidet sich dann zwischendurch in ein schwarzmetallisches Gewand, und lockert all das mit einem Gitarrensolo auf, welches sogar Proggies die Freudentränen ins Geäug sickern lassen dürfte.
Mein Favorit auf dem Album ist allerdings Obsidian Earth, der eine recht eindeutige Black Metal-Linie fährt, natürlich wie immer mit der knackig bissigen Gitarre, die düstere Stimmung in schöne kleine Häppchen zerhackt. Auch hier wieder ein Solo, welches gleichermaßen melodisch und disharmonisch zu klingen vermag.
MALEFICs Impermanence ist kein Album, zu dem man entspannen oder träumen kann, sondern eine dem Albumtitel fast widersprechende permanente Adrenalinpumpe, die einen durch musikalische Wechselbäder zerrt und keine Ruhe gibt, bis man völlig fertig in den Seilen hängt. Das Album ist dermaßen intensiv und gleichzeitig vielschichtig, dass es für mich mehrere Durchgänge brauchte, um die Ruhe zu finden, dieses Review zu schreiben.
Anspieltipp:
🔥Deserter
💀Obsidian Earth
Bewertung: 9,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Blood Of The Throne
02. In Darkest Dreams
03. Of Gods And Man
04. Idiocracy
05. Deserter
06. Disembodiment
07. Obsidian Earth
08. Echoes Of Silence
09. It Haunts

