NECROSEXUAL – Road To Rubble (2026)
(10.110) Maik (8,0/10) Black Thrash Horror Punk
Label: The Black Metal Archives Label
VÖ: 27.02.2026
Stil: Black Thrash Horror Punk
Eine ganz ungewöhnliche Mischung präsentieren uns die Trans…nein Pennsilvanier Necrosexual auf ihrem zweiten Album. „Road To Rubble“ nennt sich das Machwerk, und die Straße, auf die uns die Band entführt, ist in der Tat sehr holprig und mit Geröll übersät.
Wie soll ich das umschreiben, ohne mich in ellenlange Vernschwurbelungen zu ergehen? Nun, versuchen wir es so:
Man nehme alte Samhain oder Misfits, ersetze den bösen Schinkengott durch einen veritablen Blackend Thrash- Schreihals. Dann addiere man ein paar Riffs aus der dissonanten Schwarzmetallabteilung, konfiguriere das in ein 80er Metal- Gewand zwischen Motörhead, Venom und Tank, wildere noch ein wenig im Punkbereich und untermale das mit einigen erstaunlich melodiösen Soli.
Dann hat man in etwa das, was Necrosexual hier zelebrieren. Dabei springen die Knaben vehement und unbekümmert zwischen diesen ganzen Subgenres hin und her und verwandeln jeden Song in ein metallisch/punkiges Roadmovie, was den Titel der Scheibe recht eindrucksvoll in die Realität überträgt.
Diese Kerle zerren nicht nur am Schalthebel wie ein wahnsinniger Koch mit ADHS auf Speed (das wäre tatsächlich dann ein extrem konzentrierter Koch – Anm. D. Red.) am Kochlöffel, sondern sie springen auch noch von einem Gefährt aufs andere über. Mal sind sie in einem Off Road- Boliden unterwegs, hüpfen dann zwischendurch mal in einen Leichenwagen, um sogleich auf gechoppten Harleys durch die Botanik zu brettern. Dann werfen sie die Bikes ins Gebüsch und entern ein aufgemotztes hijacked Musclecar aus den 70ern und treten das Gaspedal durch’s Bodenblech. Zwischedrin wechselt man beim quasi-Titelsong „All Ways Lead To Rubble“ auf einen Schützenpanzer, um den Weg zu planieren.
Dann geht’s auf kreischenden Crossmaschinen von der Straße ab querfeldein, mehrere Bauern, picknickende Familien, diverse Präriehunde und sogar einige herumstreifende Serienmörder werden dabei ins Dornengebüsch geschmettert und wälzen sich in ihrem Blute, während die Necrosexual- Bande hohnlachend mit einem HotRod in einen aktiven Vulkan brettert.
Gut, zwischendrin gibt es mit „Twilight Drifter Intermezzo“ zwar eine instrumentale Ruhepause, aber ab und an muss man ja auch mal anhalten, um zu pissen, Benzin nachzufüllen oder den Ethanolgehalt im Blut wieder auf ein gediegenes Maß zu leveln. Auch das eher gothicmäßige „Nocturnal Ignition“ fährt eher in den unteren Drehzahlen, und zum Abschluss finden sich die Bagaluten bei der „Black Leather Woman“ zu einem entspannten Schäferstündchen ein. „Another Perfect Day“, würde Lemmy dazu sagen.
Gut, im Großen und Ganzen dürfte die Mucke der Blackened Thrash -Fraktion gut in die Lauschlappen flutschen, aber auch aufgeschlossene Schwarzwurzelzieher und Horror-Punk-Fanatics dürften hier die eine oder andere nette Minute erleben. Oder einfach nur alle, die gern Mucke hören, die einem ohne Skrupel die Synapsen wundschmirgelt. Mucke, die sich saugut dazu eignet, voll aufgedreht im Autoradio zu brüllen oder zu der man sich zünftig das Hirn zuschanden säuft. Aber daran denken: Kein Alkohol am Steuer! Man könnte durch ein Schlagloch fahren, und alles verschütten.
Anspieltipp:
🌊Lubricator
🔪Kiss The Knife
Bewertung: 8,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. High Times In Hell
02. The Brimstone Brothel
03. Kiss The Knife
04. Lubricator
05. Twilight Drifter Intermezzo
06. All Roads Lead To Rubble
07. Damned Romance
08. Nocturnal Ignition
09. Hard Leather Woman

