EDENBRIDGE – Set The Dark On Fire (2026)
(10.038) Clemens (3,5/10) Symphonic Power Metal
Label: Steamhammer
VÖ: 16.01.2026
Stil: Symphonic Power Metal
Aus unserem Nachbarland Österreich kommt mit Album Nummer 12 Set The Dark On Fire der nächste EDENBRIDGE-Silberling in die Regale, und ich befürchte, dass er dort gut Staub ansetzen könnte. Auch wenn ich eigentlich im Death-, Black- oder Pagan-Metal-Bereich angesiedelt bin, habe ich dennoch auch ein paar Ausreißer mit HAMMERFALL, BLIND GUARDIAN und Co. Bzw. finde ich, kann ein gutes Album bei einem offenen Fan der härteren Musik immer Gehör und Gefallen finden, sofern es dann eben gut ist.
Was mir bei dem knapp eine Stunde langen Werk von EDENBRIDGE gleich nach dem ersten Durchlauf aufgefallen ist: dass nichts wirklich hängen bleiben wollte, außer dass die Platte insgesamt einen gedrückten und gedämpften, gar schon leicht langweiligen Eindruck hinterlassen hatte. Aber natürlich gibt man der Sache noch ein paar mehr Umdrehungen, die es aber nicht wirklich besser gemacht haben.
Der Opener The Ghostship Diaries fängt eigentlich recht gut an, endet aber gegen das letzte Drittel in einer doomigen Richtung, die sich mir stilistisch nicht wirklich erschließt und mich eher mit zuckenden Schultern zurücklässt als mit dem anfänglichen wohlwollenden Gedanken, dass dies doch eine gute Sache werden könnte. Hinzu gesellen sich dann noch Titel wie Our Place Among The Stars, welcher eine gute Ballade hätte sein können, aber von der Stimmung und Umsetzung her muffig so dahinplätschert, sich dafür aber auch über sieben Minuten Zeit lässt. Also entweder sind hier einfach auf dem Album Ideen irgendwie zusammengeschustert worden, um ein Album herauszubringen, oder ich sehe einfach den Sinn dahinter nicht – was ich nicht unbedingt ausschließen möchte.
Es fällt aber halt auf, dass es dem Album irgendwie komplett an Druck und Energie fehlt bzw. an Spielfreude. Der Funke springt hier einfach nicht über, keine gute Laune und das fröhliche Mitsinggefühl sucht man vergebens, obwohl die Platte vom Namen her doch schon dazu aufgerufen hat. Ähnlich auch einige Versprechen im Pressetext mit kristallklarem Sound und Co. Also ja, der Sound ist recht modern, aber als kristallklar würde ich ihn nach heutigen Standards nicht mehr bezeichnen, bzw. ist der an den meisten Stellen einfach nur durchschnittlich gut und normal.
Ich würde eher sagen, wenn der Sound richtig kristallklar wäre und ordentlich drücken würde, würde die Flamme aus den Titeln auch wirklich rüberkommen. Denn vom Riffing her, den technischen und spielerischen Fähigkeiten der Band, ist hier viel Potenzial und ein paar geile Sachen unter der Gesangsspur und darüber hinaus versteckt – kommt aber einfach nicht rüber. Ich habe es extra an verschiedenen Ausgabegeräten getestet, evtl. hat das nur im Studio direkt so funktioniert. Und wenn wir schon beim Gesang sind: Der ist gut, klar, aber hat schon eine spezielle Klangfarbe zwischen dem, was man so von Female-fronted-Bands in dem Genre kennt. Das muss man mögen bzw. kann mit dem Mix an sich für mich den muffig wirkenden Gesamteindruck hinterlassen.
ABER der Gesang passt definitiv zu einem Stil, nämlich Bond-ähnlichen düsteren Kino-Themesongs wie Bonded By The Light. Das ist der einzige Titel, der wirklich passend und zu 100 % alles in sich vereint. Hier passt die Stimme, der Sound – da hätte ich mir lieber 13 Titel in der Art angehört als diesen einen in Kombination mit den restlichen zwölf Tracks. Hat auch ein bisschen was von Cynthia Harrell und dem Snake Eater-Leitthema aus dem Videospiel. Ihr könnt es also doch und kennt eure Stärken – warum aber nur bei diesem einen Track?
Schade, insgesamt einfach nur schade. Ich habe wirklich viel, viel mehr erwartet. Immerhin sind EDENBRIDGE schon lange im Geschäft und tauchten immer mal hier und da auf – nicht an der Spitze, aber kann über die Jahre hinweg ja dennoch nicht unbegründet so passiert sein, oder? Also entweder liege ich komplett falsch, oder hier hat die Band einfach komplett einen Flachköpper hingelegt, der sowas von keine Laune macht.
Anspieltipps:
🔥 Bonded By The Light
Bewertung: 3,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. The Ghostship Diaries
02. Cosmic Embrace
03. Where The Wild Things Are
04. Tears Of The Prophets
05. Our Place Among The Stars
06. Set The Dark On Fire
07. Bonded By The Light
08. Divine Dawn Reveal
09. Lighthouse
10. Spark Of The Everflame – Let Time Begin
11. Spark Of The Everflame – The Winding Road To Evermore
12. Spark Of The Everflame – Per Aspera Ad Astra
13. Spark Of The Everflame – Where It Ends, Is Where It Starts

