DVM SPIRO – MMXXVI - Grave (2026)
(10.041) Baka (7,4/10) Doom Metal
Label: My Kingdom Music
VÖ: 16.01.2026
Stil: Doom Metal
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Nach sechs Jahren bringen DVM SPIRO einen weiteren Longplayer raus. MMXXVI – Grave zeigt sich abermals atmosphärisch und doomig.
Die Band baut ihr neuestes Werk langsam auf und beginnt mit einem Intro, welches eine durchgehende Pianobegleitung aufweist. Im Laufe des Songs wird diese ab und an weggedrückt und ist dennoch ganz seicht hörbar. Dieser Leitfaden nistet sich ein. Die schweren Gitarren und der verzerrte Gesang sorgen für die Härte des Stückes. Die Band setzt hier auf akzentuiertes Spielen von Akkorden und machen diese besonders schwertragend. Die Melodien sind ein Wechselspiel aus harmonisch und disharmonisch.
Die Schwere lockert sich etwas auf, sobald die Frauenstimme einsetzt und eine melancholische Stimmung reinbringt. Die Gegensätzlichkeit der beiden Vokalisten erzählt eine Geschichte, die tonal schon ergreifend ist.
Der zweite Titel beginnt mit einer sehr schönen und traurigen Stimmung. Die Band schafft es rein musikalisch eine Stimmung zu erzeugen, die man selber erstmal zuordnen muss. Auch hier wieder zwischendurch Disharmonie, die einem unangenehm vorkommt. Im positivem Sinne gemeint. Die weiblichen Vocals haben diesmal den Vortritt und vereint die geraden mit den ungeraden Tönen. Gekonnt!
Ab dann wird es etwas fragwürdig. Mehr Slow Doom wird eingebaut und alles verrennt sich ein verwirrende Mischung aus Klängen. Klar, alles gewollt, aber zu welchem Zwecke? Je länger es läuft, desto verzerrter werden die Gedanken. Zum Glück löst sich das Szenario später auf. Aber hier herrscht leider immer ein hin und her von altbekannten Strukturen und verschaffen dem Song keinen Glanz mehr.
Wer schwertragenden, klagenden und depressiven Doom Metal mag ist hier gut aufgehoben. Das wird ab dem dritten Titel nochmal stark verdeutlicht. Die Vocals lallen vor sich hin und verlieren immer mehr an Kraft. Hoffentlich nur ein Stil der das Leiden verdeutlichen soll. Der Track hat sonst nicht viel zu bieten.
Der Rest des Albums ändert sich kaum. Struktur und Stil bleiben bestehen, auch wenn versucht wird mehr Innovation reinzubringen. An manchen Ecken gelingt das auch. Es ist definitiv kein Album, welches nebenbei laufen sollte. Man sollte es konzentriert und am besten mit Kopfhörern hören. Die Außenwelt muss abgeschottet sein um die Geschichten und Musik dieser Band zu verstehen. Es ist gut, dass die Band einen einheitlichen Sound hat und auf Atmosphäre setzt, aber genau hier könnte man es weiter ausbauen. Es schleift an einer Grenze zwischen genau da wo es sein soll und gewünscht mehr Kreativität beziehungsweise Input. Es ist ein Nischenalbum für Genreliebhaber und platziert sich genau in diesem Bereich. Das ist gut so.
Anspieltipps:
💀 Indistinta Morte
🔥 Insoluto D'Anima
Bewertung: 7,4 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Preludio
02. Indistinta Morte
03. Dissentimento
04. Troppo Lente Scendono Le Tue Lacrime
05. Insoluto D'Anima
06. Alla Fine

