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DEFACED – Icon (2026)

(10.040) Phillip (7,8/10) Melodic Death Metal


Label: Massacre Records
VÖ: 30.01.2026
Stil: Melodic Death Metal






Veröffentlichungstechnisch machen die Schweizer Defaced wahrlich keine halben Sachen. In den letzten 13 Jahren wurden zwei Alben veröffentlicht, das letzte vor zehn Jahren. Keine EPs, Demos, Singles oder Splits. Auch das ist Konsequenz, könnte man meinen. Da kamen mit Sicherheit noch ein paar private Begebenheiten dazwischen, doch letztlich fanden sich Defaced, nebst neuem Bassisten und auch Drummer, wieder zusammen um eine neue Platte einzukochen. Rein äußerlich kommt die Nummer ziemlich unspektakulär daher, eine recht nichtssagende Matrix-Anleihe, aber handwerklich spitzenmäßig, und ein Bandlogo, das vielleicht auch mal eine kleine Überarbeitung braucht um mit aus der Zeit gefallen zu wirken.

Doch zu Beginn der Platte wirkt das alles noch recht passend The Argonist und Perception hämmern los, als wäre es 2014 – so klingt jedenfalls die Snare und ist damit kurz davor mir bereits zu Beginn komplett den Spaß zu vermiesen. Denn lässt man das genannte Schlagwerk außer Acht, so entfaltet sich auch in As My Will Prevails eine vielschichtige Struktur aus eigenständigen Basslines und feinen sowie pfeilschnellen, melodischen Gitarren. Im Zusammenspiel mit dem enorm sauber growlenden Sänger Thomas Gertsch spinnt sich hier sehr gut durchdachter und technisch präziser Melodic Death Metal zurecht! Und die Snare klingt tatsächlich auch wieder gut wenn sie nicht am Blasten ist.

The Initiation und Forever Mine machen es ähnlich, aber stets eigenständig. Es ist ein Riesenspaß mal allein auf den Viersaiter zu hören, dann mal auf die Leadgitarre und wieder anders herum, hier wird großer Sport geboten! Die Produktion bringt so gut wie alle Elemente sauber zusammen aber lässt nichts verschwimmen. Ja, auch das Schlagzeug wirkt inzwischen wesentlich organischer integriert! Ähnlichkeiten zu Heaven Shall Burn in ihrer Wuchtigkeit und in den inzwischen rareren Blasts kann ich vernehmen und auch meine Favoriten The Black Dahlia Murder standen hörbar Pate für Anthem Of Vermin. Langsam aber sicher habe ich Gefallen an dieser Platte gefunden, denn ständig passieren spannende Sachen, sodass ich direkt auch nicht unerwähnt lassen darf, dass neben den melodischen auch die progressiven Elemente ihren berechtigten Platz haben.

Nach der Gitarrensonate Sonate, die wohl als Gaumenreiniger fungiert, haben mich Defaced mit dem Titeltrack Icon dann komplett von ihrer Güteklasse überzeugt. Ein hochdramatisches, melodisches Schwergewicht, das nicht durch brachiale Geschwindigkeit zu überzeugen weiß, sondern mit purer Heaviness! Die letzten beiden Stücke bieten dann mit Culling The Herd das abschließende Ballerbrett und mit Betrayer den versöhnlichen Melodiegenuss.

Habe ich zu Beginn noch gedacht, dass es ja wohl nicht möglich sein kann schon wieder so einen überproduzierten Schlonz erwischt zu haben! Aber da muss ich dann wohl durch. Zum Glück! Denn nach den ersten beiden Songs entfaltete sich ein zwar modern produziertes aber stets ganzheitlich durchdachtes Album mit zahlreichen großen Momenten an den Instrumenten. Am Mikro herrscht ebenfalls Souveränität, doch da fehlten mir die aufrüttelnden Momente, die die Saitenfraktion so hervorstechen lassen. Dadurch wirkten die Songs etwas überlang – was aber auch cool sein kann wenn man sich auf die Instrumente konzentriert. In Gesamtheit steht hier also ein sehr gutes Melodic Death Metal-Album zu Buche, dass sich keinesfalls vor großen Namen verstecken sollte und mit den auch mal klar singenden Genrekollegen lässig den Boden aufwischt!

Anspieltipps:
💥 The Initiation
🐭 Anthem Of Vermin
💣 Icon


Bewertung: 7,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The Antagonist
02. Perception
03. As My Will Prevails
04. The Initiation
05. Forever Mine
06. Anthem Of Vermin
07. Sonate
08. Icon
09. Culling The Herd
10. Betrayer



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