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TOTAL ANNIHILATION – Mountains of Madness (2026)

(10.026) Phillip (7,8/10) Thrash/ Death Metal


Label: Testimony Records
VÖ: 16.01.2026
Stil: Thrash/ Death Metal






Vier Alben in 20 Jahren sprechen jetzt nicht zwingend für einen hohen Output. Viel mehr ist hier ein Versprechen zu finden, dass die Schweizer Total Annihilation erst dann ein Album veröffentlichen, wenn es ihrer Erkenntnis nach reif ist. So jedenfalls meine These zu diesem Werk namens Mountains of Madness, dass mit einer Laufzeit von 40 Minuten direkt oldschoolig daherkommt.

So viel vorweg, das Album wirkt größtenteils wie aus einem Guss. Sowohl Sound als auch Grundgeschwindigkeit und Songwriting werden bereits im Opener The Art of Torture nachvollziehbar ausgebreitet. Ein thrashiges Zusammenspiel aus Saitenfraktion und Schlagwerk bietet das Fundament für Daniel Altweggs krächzig bellendes Organ. Der dezente Hall unter den Vocals gibt noch einen Schuss majestätische Würze hinzu und heraus kommt ein wahnsinnig dynamischer Eröffnungssong der dir an die Kehle springen will bevor er dir gewaltsam die Fingernägel entfernt.

Und wie soll es anders sein? Bands die auch nur annähernd etwas mit Death Metal zu tun haben lieben Lovecraft. Wo andere Bands sofort ins Kosmische oder Höhlenartige abdriften machen auch Total Annihilation bei diesem Thema etwas ein wenig anders. So kommt der Titelsong des Albums wesentlich vielschichtiger, melodischer, allerdings jederzeit nachvollziehbar daher, mit herrlich knarzendem Bass und Ohrwurm-Refrain! Überhaupt, das haben sie drauf, die Baseler. Das Gespür für Hooks ist auch in Chokehold herauszuhören. Doch halt! Da war doch eben so ein seltsames, nur Sekunden kurzes Zwischenspiel, oder nicht? Illusion schaute kurz vorbei, blastet so richtig giftig angepisst durch den Raum und knallt dann die Tür zu. Nach Mountains of Madness muss man dieses angenehme Gefühl von Melodien schließlich schleunigst wieder abschütteln um die Hörerschaft auf das etwas stumpfere Chokehold vorzubereiten. Ein enorm effektives Riff dominiert diesen Track der auch dadurch sehr eingängig geraten ist.

So geht es dann auch weiter. Experimente finden wir nicht wirklich, aber ich bekomme auch nie das Gefühl wirklich danach suchen zu wollen. Total Annihilation liefern wie bestellt: Saftig gespielten, sehr tighten, thrashigen Death Metal mit einem Händchen für Refrains die sich in der Hirnrinde festsetzen wollen. Das ganze Vehikel wurde von Christoph Brandes in seinen Freiburger Iguana Studios aufgenommen und von Ronnie Björnström gemixt und gemastert. Eine lebendige Produktion ist also garantiert, steril und übersteuert wirkt hier gar nichts. Vielmehr klingt es so, als würden Total Annihilation dieses Album bei einer hervorragenden Soundeinstellung live einspielen.

Über die nach aggressiven Protector klingende Nagelkeule Nyctophobia und Songs wie Beneath the Cross, an denen auch Kreator wahnsinnig Spaß hätten, kommen wir zu Lost Forever. Ähnlich wie Illusion nur wenige Sekunden lang aber Hölle wie effektiv! Damit kommen wir nämlich zu den unweigerlichen Wehmutstropfen. Ja, hier herrscht 40 Minuten hohe Qualität an allen Fronten. Ja, die Band weiß, wie man Songs schreibt und wo der Chorus hingehört. Doch die beiden kurzen Blast-Attacken offenbaren hier einen Schwachpunkt. Ausnahmslos alle Songs kommen glaubhaft wütend daher. Wut auf die Gesellschaft, über die zwischenmenschliche Ekelhaftisierung oder über Kriege und Konflikte. Doch Illusion und Lost Forever denken diese Wut, trotz der Kürze der beiden zu Ende und mischen eine ordentliche Schippe Verzweiflung bei, die aufrüttelt. Insbesondere der letztgenannte Track rennt mit diesem durchschlagenden „This world can’t be saved“ offene Türen bei mir ein, so dass ich mir mehr davon gewünscht hätte. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass das ein wenig Jammerei auf sehr hohem Niveau ist. Wer Spaß an Legion of the Damned hat, sollte hier definitiv die Labelseite ansteuern und seinen Warenkorb befüllen. Mountains of Madness gibt es nämlich in allen drei gängigen haptischen Formaten.

Anspieltipps:
🏞Mountains of Madness
💀 Choose the Day
☠ Lost Forever


Bewertung: 7,8 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. The Art of Torture 
02. Mountains of Madness 
03. Illusion 
04. Chokehold 
05. Choose the Day 
06. Age of Mental Suicide 
07. Nyctophobia 
08. Beneath the Cross 
09. Invisible Conflagration 
10. Lost Forever 
11. Hate Remains



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