VESSELES – Home (2026)
(10.028) Miriam (7,0/10) Symphonic Black Metal
Label: D.I.Y.
VÖ: 16.01.2026
Stil: Symphonic Black Metal
VESSELES – die Band mit der, ich nenne es mal, dämonischen Frontfrau Valira Pietrangelos aus Santa Clara, Kalifornien, präsentieren uns mit Home ihr erstes Album.
Zunächst erwartet den Hörer ein kraftvolles, dynamisches und auch klangtechnisch gut produziertes Werk – zumindest bis zum Titeltrack Home.
Das Album eröffnet mit Flesh Throne: eine massive Keyboard-Schicht, rasende Gitarren und blastbeatartiges Schlagzeuggepolter. Unweigerlich musste ich dabei an CRADLE OF FILTH denken. Die gut aufgebaute atmosphärische Spannung und die elementare Wirkung aus handwerklicher Präzision, melodischen Gitarren und Piano kommen besonders bei Eternally Within Us zur Geltung – bis hierhin wurde also erst einmal vieles richtig gemacht.
Mit der dritten Struktur, The Beneath, wird es noch symphonischer und insgesamt düsterer. Dichte Keyboard-Texturen und Hintergrundvocals, die einen angedeuteten Chor formen, verleihen dem Song zusätzliche Tiefe.
Stimmlich überzeugt mich das Spektrum, das Valira Pietrangelos sowohl im Opener Flesh Throne als auch in The Beneath zeigt. Sie wechselt gekonnt zwischen Gekeife, growlenden, fast schon dämonischen Passagen und geisterhaft wirkenden Momenten. Was mich jedoch zunehmend stört, ist das übergeordnete Konzept des Albums: die Frage, was Heimat für jemanden bedeutet, der nicht aus dieser Welt stammt. Diese Thematik driftet für mich stark in eine queere Richtung ab, die mich persönlich eher abschreckt und aktuell vieles überlagert, was gesellschaftlich ohnehin schon problematisch wirkt. Naja…
Mit dem Titeltrack Home verschieben sich die Prioritäten: Melodie und Atmosphäre rücken stärker in den Vordergrund, während die Black-Metal-Elemente teilweise zurücktreten. Die Lyrics reflektieren innere Konflikte und das Gefühl von Verlorenheit, transportiert durch die Kombination aus Piano, Gitarre und synthetischen Orchesterflächen. Ab diesem Punkt wird meine Aufmerksamkeit jedoch zunehmend strapaziert. Die Arrangements sind mir zu dicht, der Aufbau der Songs zu gleichförmig und das meist langsame Tempo trägt zusätzlich dazu bei. Alles beginnt zu verschwimmen, und Tracks wie Scriptures Etched Into the Mind’s Pillars bis hin zum abschließenden This Is Not Home wirken beinahe wie ein einziger, langer Song. Sehr schade.
Fazit:
VESSELES haben mit Home ein solides, aber letztlich durchschnittliches Debütalbum abgeliefert. Anfangs kraftvoll und atmosphärisch, jedoch mit deutlich erkennbarem Potenzial nach oben.
Anspieltipps:
Eternally Within Us
The Beneath
Bewertung: 7,0 von 10 Punkten
TRACKLIST
1. Flesh Throne
2. Eternally Within Us
3. The Beneath
4. Home
5. They Wither…
6. Until They Are Dust
7. Scriptures Etched Into he Mind´s Pillars
8. Perpetual Chasm of Black Mirrors
9. This Is Not Home

