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CRYSTAL BALL - Crysteria (2022)

(7.581) Maik (9,2/10) Heavy Metal


Label: Massacre Records
VÖ: 28.01.2022
Stil: Heavy Metal

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Sagenhaft, wie die Zeit vergeht, ist es doch schon fast ein Vierteljahrhundert her, dass aus der Coverband CHERRY PIE die Hard Rock/Melodic Metal-Band CRYSTAL BALL entstand. Und wenn damals eine Hellseherin mit ihrer Kristallkugel der Band eine großartige Zukunft vorhergesagt hätte, könnte sie sich jetzt zur Belohnung ein Stück Kirschkuchen gönnen, denn die Schweizer veröffentlichen gerade ihr zwölftes Studioalbum.

Dass man nach so langer Zeit eine perfekt funktionierende Songmaschine geworden ist, liegt wohl nicht nur an der sprichwörtlichen Schweizer Präzision. Deshalb lassen die Eidgenossen auf „Crysteria“ auch kaum einen Wunsch offen. Zumindest was die Erwartungen angeht, die Fans von Hard Rock und Heavy Metal hegen.

Ob der Albumtitel als Anlehnung an „Hysteria“ von DEF LEPPARD gemeint ist, oder nicht, lasse ich mal außen vor. Denn CRYSTAL BALL agieren um einiges rockiger, heavier, erdiger. Ausflüge in die allzu kommerzielle Schiene werden dezent vermieden, und das ganze Scheibchen hat einen ziemlichen Drive.

Das kommt vor allem daher, dass – bis auf den zweiten Bonustrack „Till You Meet Again“ – auf Balladen und ähnliche Schnulzereien verzichtet, und das Midtempo so gut wie nicht unterboten wird. Dazu kommt noch ein treffsicheres Gespür für eingängige, aber nicht langweilige Songs, die sofort ins Ohr gehen und zum Mitsingen einladen.

Keyboards sind zwar omnipräsent, ordnen sich aber der Songstruktur unter und lassen der klassichen Metalinstrumentierung genug Luft, um trotz der melodischen Ausrichtung ein ausreichendes Maß an Härte in den Stoff zu stanzen. Gekrönt wird die Sache noch durch den exzellenten Gesang von Steven Mageney, der seine wohltönende und kräftige Stimme auch nicht in Wimmerbolzengefilde schraubt, sondern immer eine gediegene Spur Rock’n’Roll von den Stimmbändern raspelt. 

Ebenfalls faszinierend, wie es der Band gelingt, aus doch schon altbekannten und mehrfach schon verwendeten Elementen, Riffs und Melodien – zum Beispiel kommt mir der Chorus von „You Lit My Fire“ doch ein wenig bekannt vor - ein frisches Gebräu zusammenzumischen, welches zu keiner Zeit altbacken oder wie ein Allerweltsgedöns daherkommt.

Und wer beim Chorus vom Titelsong „Crysteria“ keine Gänsehaut bekommt, sollte sich definitiv einmal auf noch vorhandene Lebenszeichen durchchecken lassen. Und das Gitarrensolo ist einfach Gott. Das könnten meine Heroen Tipton/Downing sicher kaum besser. Ich hätte nicht gedacht, dass mich mal ein Album aus diesem Subgenre derart abholt.

Wer melodischen Metal mag, und dennoch auf treibendes Asskicking nicht verzichten möchte, kommt am zwölften Album von CRYSTAL BALL nicht vorbei. Denn hier treffen sich kompositorisches Können, musikalische Fertigkeiten mit genug Rock’n’Roll, um so richtig Party zu machen. „Crysteria“ ist ein Garant für gute Laune. Ich werde mir das Album schon mal auf meiner Vormerkliste für den diesjährigen Poll notieren.

Anspieltips musste ich fast auswürfeln. Denn Filler gibt es hier nicht.

Anspieltipp: „What Part Of No“ und „Crysteria“


Bewertung: 9,2 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. What part of no
02. You lit my fire
03. Call of the wild (feat.Ronnie Romero)
04. I am rock
05. Undying
06. Crysteria
07. make my day
08. No limits
09. Draw the lie
10. Loins on fire
11. Sole conviction
12. Crystal heart (feat.Jaded Heart)
13. Till you meet again



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