CD-Reviews H-J

IMPENDING DOOM(US) – Hellbent (2022)

(7.553) Maik (6,0/10) Modern Deathcore


Label: MNRK Heavy
VÖ: 12.01.2022
Stil: Modern Deathcore

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Tja, da habe ich mich gierig wie ein Rancor auf diese Scheibe gestürzt, als ich den Namen IMPENDING DOOM las. Und bin prompt auf mein putziges Mäulchen gefallen, denn hier handelt es sich nicht um die Thüringer Legende um Patrick W. Engel, sondern um eine Combo aus den Staaten. Und die spielen gerade mal gar keinen thrashigen Black Metal.

Natürlich hatte ich das vorher nicht gecheckt, und so trafen mich die Klänge des ersten Songs „Satanic Panic“ auch recht unvorbereitet. Wahrhaft satanische Panik machte sich in mir breit, denn was da aus den Boxen rieselte, war trockenes, modern angehauchtes verfrickeltes Riffing und der übliche, leicht verzerrte Brüllwürfelhusten am Mikro.

Zu dieser modernen Ausrichtung gehört natürlich auch ein gerütteltes Maß an elektronischen Bauteilen, und mit denen legt „New World Horror“ auch gleich los. Der Song hat dann eine leichte Industrialnote, aber eher in die Richtung PITCHSHIFTER, vermeidet aber auch gekonnt die Integration wohltuender Harmonien und schwelgt auch in schrägen Breaks, die sich mit dem leichten Hauch von Groove um die Vorherrschaft prügeln.

Bei „Culture Of Death“ kommt der Industrialfaktor noch stärker zum Tragen, was sich vor allem in den merkwürdigem Gefudel im Hintergrund und dem elektronisch versimselten Gesang im Chorus äußert. Gitarren, Drums und Bass liefern dazu eine synkopierend/dissonante Soundwand, die einem die Backsteine mit Nachdruck auf die Fresse stanzt.

Der Titelsong scheppert dann, nach einem etwas verhaltenen Anfang etwas schneller los, basiert allerdings auf denselben Stilmitteln. Extrem breaklastiges Drumming und Riffing, elektronische Effekte und Aggrogesang.

Ich muss aufhören. Nee, noch nicht ganz. „I Must End“ ist der letzte Song der EP. Und mittlerweile bin ich auch heidenfroh darüber, denn jetzt zocken sie sich noch etwas schräger und schwerer nachvollziehbar durch die Mucke. Im Grunde passiert hier allerdings auch nicht wirklich etwas anderes als bei den vier Vorgängersongs.

Der Sound ist extrem klar und kalt produziert, was der Mucke einen sterilen, fast mechanischen Touch verleiht, der sich mit Absicht unangenehm und schmerzhaft in die Gehörgänge fräst, wenn man nicht auf derartige Mucke steht. Das wirkt teilweise völlig unorganisch, und will sich gar nicht heimelig anfühlen.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass hier eine ziemlich schräge Mischung aus Deathcore, Industrial und modern Metal anvisiert wird, die durch den kalten und sterilen, und fast schon aufs Extremste überproduzierten, Sound noch verstärkt wird. IMPENDING DOOM setzen hier mehr auf Dissonanzen und schräge Breaks als auf Melodien und Harmonien und verweigern sich auch allen traditionellen Songstrukturen. Der elektronisch bearbeitete Aggrogesang setzt diesem Machwerk dann die Krone auf.

„Hellbent“ ist definitiv nur etwas für Anhänger moderner Metalausrichtungen. Für Freunde von Melodien, nachvollziehbaren Songstrukturen und erdigem Rock’n’Roll sehe ich hier eher Hörsturzgefahr.

Anspieltipp: „Hellbent“


Bewertung: 6,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Satanic Panic
02. New World Horror
03. Culture Of Death
04. Hellbent
05. I Must End



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