Alben des Jahres 2023

DIE Alben DES MONATS (01/24)

Audio Interviews

wo wir waren

Interviews

Wir hörten früher gerne

So fing alles an

CD-Reviews W-Z

WATAIN – Die In Fire - Live In Hell (2023)

(8.641) Schaacki (ohne Bewertung) Black Metal


Label: Nuclear Blast
VÖ: 03.11.2023
Stil: Black Metal






Nachdem Watain im letzten Jahr mit „The Agony & Ecstasy of Watain“ einen verdammt starken Output hatten, präsentierten sie ihre neusten Kreationen sogleich hier und dort auf diversen Bühnen. Unter anderen fuhren sie eine Tour mit Abbath, Tribulation und Bölzer, deren Stopp in der Hansestadt Hamburg auch ich selbst beiwohnen konnte. Den Halt in Stockholm hielt man für die Nachwelt fest. „Die In Fire - Live In Hell“ lautet der Name des Mitschnitts, der auf Vinyl und CD gebannt wurde. Dieser beinhaltet neben neustem Material auch diverse Klassiker und ein kleines, vielleicht etwas überraschendes Schmankerl.

Den Einstieg übernimmt aber erst einmal ein Dreigestirn jüngster Kompositionen: Wie das neue Werk wird auch dieses Set mit dem rasanten und wahnsinnigen Brecher „Ecstasies in Night Infinite“ eingeläutet. Wer den Song nun schon live erleben durfte, weiß, welch einen Knüppel die Band einem damit um die Ohren schleudert und was man von den folgenden gut 70 Minuten zu erwarten hat. „Black Salvation“ bildet mit seinem rollenden Drive den Anschluss. Titel Nummer drei lautet dann „The Howling“. Hach ich mag den Song einfach – einerseits transportiert er die pure Boshaftigkeit, die Watain stets ausstrahlen, anderseits zeigt er mit Rhythmuswechseln und eingängigen Melodien wieder einmal, welch clevere Arrangements diese Band schreibt.

Mit „Black Flames March“ gibt es einen Ausflug ins Jahr 2013, als man mit „The Wild Hunt“ die Geister schied. Und egal, ob man (wie ich) das Album mochte oder nicht, dieser dunkle Stampfer hier fügt sich wunderbar in die Setlist ein. Unbestreitbar war aber wohl „Lawless Darkness“ (2010) eines ihrer besten Werke. Und nachdem Sänger Erik Danielsson die Gäste aus vielen Teilen der Welt – oder wie er es nennt „form all the fucking cunts of the world“ – begrüßt und die Frage stellt, was schief laufen kann mit 1.800 Menschen in einem Raum voller Gas und Feuer, ertönt ein absoluter Watain Evergreen: „Reaping Death“ ballert völlig zügellos und brutal aus den Boxen. Auch wenn ich zwar nicht in Stockholm dabei war, so weiß ich, was dieser Song mit dem Publikum machen kann und dass sogar eine Black Metal Crowd bei so viel Energie nicht still stehen bleibt. Ein wirklich fieses Brett!

Noch einige Jahre weiter in der Zeit zurück geht es mit dem Klassiker „Devil's Blood“ (von „Casus Luciferi“, 2003). Diese Nummer darf einfach in keinem Watain Set fehlen. Doch nun zurück ins Hier und Jetzt – weiter geht es mit einem erneuten Dreierpack des letzten Outputs. „Serimosa“ drosselt die Geschwindigkeit in den Midtempo-Bereich und gönnt den Hörern eine kleine Verschnaufpause, wobei das rhythmische Stück dennoch automatisch in Nacken und Tanzbein übergeht. Wirklich durchgeatmet werden darf dann aber beim Instrumental „Not Sun nor Man nor God“. Dafür schlägt „Before the Cataclysm“ dann umso heftiger ein. Der Track gehört mit seinem stetigen Wechsel aus Tempo, Rhythmus, Wucht und Gefühl zu meinen persönlichen Favoriten der letzten Scheibe und funktioniert auch live gigantisch gut.

Was folgt, ist die kleine Überraschung, die ich eingangs erwähnt hatte: Gut, dass Watain große Bathory Fans sind, ist nun wahrlich nichts Neues, dass eine Coverversion von „The Return of Darkness and Evil“ einen Platz im Set findet vielleicht schon. Und wo, wenn nicht in der schwedischen Hauptstadt, könnte die Musik von Mastermind Quorthon besser gefeiert werden? So sieht es das Publikum auch und bedankt sich im Anschluss lautstark.

Das wilde und aggressive „Nuclear Alchemy“ vom 2018er „Trident Wolf Eclipse“ bildet den Vorboten des Endes. Dieses wird diesmal von „Malfeitor“ besiegelt. Vermutlich hätten viele an der Stelle „Waters of Ain“ erwartet oder auch mit „The Serpent's Chalice“ gerechnet, das sich kürzlich ebenfalls bewehrt hatte, doch auch „Malfeitor“ kann nicht nur als Opener, wie auf früheren Konzerten, sondern eben als krönender Abschluss fungieren. Als dann die Töne des inzwischen bekannten Outros erklingen und Erik sich seinem Schrein und seinen Ritualen widmet, ist die Messe gelesen.

Watain sind und bleiben für mich eine Band mit Sonderstatus. Die Präsenz, die sie live ausstrahlen ist extrem und die Atmosphäre besonders. Kaum einer Band nehme ich ihre Shows so ab. Egal, ob es zügellos und brutal zu Werke geht oder sie sich ihrer melodischen, verspielten Seite zuwenden – alles wirkt authentisch, pur und echt. Natürlich kommt dies vor der Bühne am allerbesten rüber, doch immer ist dies ja nicht umsetzbar. Wer sich aber gerne mal zu Hause bei Kerzenschein ein Glas Rotwein oder wahlweise Schweineblut einschenkt und in Stimmung kommen will, sich einfach nach dem nächsten Gig dieser Ausnahmeband sehnt, der kann sich mit „Die in Fire - Live in Hell“ die Zeit vertreiben.


Bewertung: ohne


TRACKLIST

01. Ecstasies in Night Infinite
02. Black Salvation
03. The Howling
04. Black Flames March
05. Reaping Death
06. Devil's Blood
07. Serimosa
08. Not Sun nor Man nor God
09. Before the Cataclysm
10. The Return of Darkness and Evil (Bathory cover)
11. Nuclear Alchemy
12. Malfeitor



Album der Woche

Album des Monats

Album des Jahres

70.000 Tons 2023

The new breed

M M M

P P P

VERLOSUNGEN

wo wir sind

ZO SONGCHECK

V.I.P.

alter Z.O.F.F.

Join the Army

Unsere Partner

Damit das klar ist