RECHT AUF EIN ANSTÄNDIGES LEBEN



Auch wenn heutzutage durch Internet, Spotify, YouTube oder Bandcamp die Welt um ein Vielfaches kleiner als vor 10 bis 15 Jahren geworden ist, so gibt es immer noch ein paar Exoten, die aus Landstrichen kommen, von denen der Normalsterbliche maximal in Büchern gelesen hat. Millstone sind solche Exoten, denn wer von uns würde schon auf die Idee kommen, in Silberien, besser gesagt in Krasnojarsk, Urlaub zu machen? Doch das selbst in diesem, 6.000 Kilometer von unserem Office entfernten Fleckchen Erde guter Metal gedeihen kann, beweist das Quartett auf seinem ersten Album „Isle“, welches fetten, groovenden Melo Death bietet, der es mehr als rechtfertigte, mit Gitarrist und Sänger Ivan Scherbakov einen New Breed zu starten.

Bitte stellt Euch kurz vor. Wer seid Ihr, woher kommt Ihr und was für Musik kann man erwarten, wenn man Eure Platte kauft?

Grüß Dich! Wir sind Millstone und kommen aus Sibirien und sind endlich dazu bereit, den Metal Fans ein neues orthodoxes Metal-Projekt zu präsentieren. Unsere musikalische Ausrichtung kann man am besten mit Groove-Death-Metal umschreiben, der eine unglaubliche Sounddichte, eine Wall of Sound hat, für die sich Vladimir Lakhtinen (Second to sun, Ultar, Grima) verantwortlich zeigt.

Wie seid Ihr auf Euren Bandnamen gekommen?

Den Namen habe ich aus einem Song meines früheren Projekts AOTV namens „Millstones“ übernommen, in dem es um eine bestimmte Maschine geht, die alle Menschen zermahlt, die durch schuldhaftes Verhalten ihrer Vorgesetzten dorthin gebracht wurden. Viele Menschen bauen ihr Geschäft auf den Knochen anderer auf und berauben sie ihres Rechts auf ein anständiges Leben. Diese Idee, diesen Hintergrund fanden wir ideal als Bandnamen, da er nicht nur brutal klingt, sondern auf diese Problematik hinweist und somit ideal für unsere Musik ist.

Wer sind Eure Vorbilder?

Meine wichtigsten Inspirationsquellen waren immer die Stile von Tony Iomi und vor allem Dimebag Darrell. Ihre teilweise eiskalte Art des Riffings killt mich bis heute. Mir hilft das Komponieren von Musik dabei, von den nicht immer einfachen Realitäten wegzukommen und meine Erfahrungen in ein akustisches Bild zu gießen. Damit überwinde ich alle Arten von Schwierigkeiten.

Erzählt mal bitte ein wenig von Eurer neuen Platte und warum MUSS man diese unbedingt kaufen?

10 Jahre musikalischer Erfahrung sind diesem Album vorausgegangen und habe 2017 angefangen, diese in die neue Band einfließen zu lassen. Zu der Zeit kristallisierte sich Millstone langsam heraus und ich bechloss, mich darauf komplett zu fokussieren und nur noch für diese Band zu komponieren. Mit meinem Team an erfahrenen Musikern ist es nun endlich gelungen, ein Konzeptalbum mit neun Songs zu schreiben, welches auf dem Buch „The inhabited island“ ("Die bewohnte Insel" von Arkady und Boris Strugatsky) basiert.

Wie entstehen eure Songs? Auf was legt ihr dabei besonderen Wert?

Einen Millstone Song zu schreiben ist wie ein Drang, wenn ich in mir das Gefühl habe, dass ich was zu sagen habe und es einfach tun muss, sofort! Ich schreibe dann umgehend meine Ideen auf und verpacke diesen Drang, diese Geschichte in einen Song, mit meist einem hellen Anfang und einem logischen, doch zumeist düsteren Ende. Wir achten sehr auf ein breitgefächertes Gitarren- und Klangspektrum. Das geht von tiefgefächerten 8-saitigen Passagen, bis hin zu verträumten High Pitch Soli und einem klassischen Thrash Riffing. Dabei verarbeiten wir auch andere Aspekte und bringen somit den jeweiligen Song zu seinem Maximum. Die Gitarren werde aber immer die Hauptkomponente sein und bleiben.

Wo war bislang Euer bester Auftritt und wo würdet Ihr gerne mal spielen? Gibt es eine besondere Location oder ein bestimmtes Festival?

Wir stehen gerade erst am Anfang unserer Konzertaktivitäten, doch im Mai werden wir damit beginnen, für die Metal Fans live aufzutreten. Wir starten in Krasnojarsk und werden dann in der Region noch ein paar Gigs abreißen. Danach werden wir weitersehen.

Bevorzugt Ihr kleine Club Konzerte oder doch lieber Festivals?

Clubkonzerte sind natürlich immer intimer und man kann seinen Fans auf Augenhöhe begegnen. Große Festivals sind eine vollkommen andere Geschichte und in meinen Augen auch mit viel mehr Verantwortung verbunden. Es hören dir mehr Leute zu, der Klang ist besser und heavier und es gibt keinerlei Spielraum für eventuelle Fehler. Aber als Band sollte man durchaus in der Lage sein, beides vernünftig auf die Kette zu bekommen.

Mit welchen 3 Bands würdet Ihr gerne mal auf Tour gehen oder zusammen spielen und warum?

Cannibal Corpse, Meshuggah und Ultar. Gerade Letztgenannte sind mittlerweile sehr gute Freunde von mir und ich habe sie über all die Jahre wachsen sehen, wodurch sie mich inspiriert haben, mein eigenes Projekt zu entwickeln und voranzutreiben. Meshuggah haben ein unglaubliches Niveau, welches jede Band erreichen will, die ähnliche Musik spielt und vor allem haben sie eine unfassbar perfekte Mischung aus Licht und Sound, welche jedes Konzert zu einem Ereignis werden lässt. Ich glaube es wäre mehr als lehrreich, solche Giganten mal hinter der Bühne zu beobachten. Cannibal Corpse hingegen hingegen sind der Standard für Brutalität und ich glaube, wir könnten von ihnen in Sachen Intensität noch eine Menge lernen und vielleicht noch wütender werden.

Wie sieht es mit der Metal Szene in Eurer Heimat aus? Was für Clubs oder Bands gibt es bei Euch, die man sich unbedingt merken sollte?

Unsere Stadt ist eine Brutstätte für exzellente Bands! Ultar und Grima sind großartig! Diese Jungs gehen tausende von Meilen, um ihre Karrieren voranzubringen. Ein ganz heißer Tip sind Harmony in grotesque, eine Band, mit einer etwas ernsteren Musik und vor allem grandiosen Liveauftritten. Below the sun is ebenfalls eine tolle Band, die mit „Envoy“ ein Album veröffentlicht haben, welches immer zu einer der besten Veröffentlichungen im Metal für mich bleiben wird. Leider haben sich die Jungs vor einiger Zeit aufgelöst. Intense violence war auch eine tolle Band, doch auch hier muss leider gesagt werden, dass sich die Truppe ebenfalls aufgelöst hat, als sie gerade dabei waren, an Schwung zu gewinnen.

Krasnojarsk hat eine florierende Metalszene, braucht aber mehr Menschen, die auch an einer konsequenten Weiterentwicklung interessiert sind. Es gibt viele junge bands bei uns, die wirklich innovativ sind und sich weiterentwickeln wollen, was ich mehr als erfreulich finde.


Was halten Eure Eltern von Eurer Band und der Musik?

Es ist einzig und allein meinen Eltern zu verdanken, dass ich die Musik spiele, die ich spiele. Dank ihnen habe ich mich seit frühesten Kindheitstagen mit Metal Bands vertraut gemacht und hatte von daher bereits als Teenager einen eigenen, sehr ausgeprägten Metal- und Musik Geschmack.

Was bevorzugt ihr zu trinken? Bier oder eher Whiskey? Welche Sorte und warum?

Wenn es sich um ein festliches und ausschweifendes Essen handelt, dann gibt es nur Mondschein, ausf russisch Samogon, was man als „selbstgemachtstarken“ Alkohol übersetzen kann. Mit „Mondschein“ kannst du vor dem nächsten Morgen sicher sein. Wennn es nur ein Treffen mit Freunden ist, dann meist Bier. Ich habe mich vor kurzem in IPA verliebt und trinke sehr gerne dunkle Biere.

Nach der Veröffentlichung dieses großartigen Albums, was sind eure Pläne?

Wir wollen ab sofort so viel Musik veröffentlichen, wie es geht und Konzerte zu geben. Wir arbeiten schon an neuen Songs, haben tonnenweise cooles Material für das zweite Album. Unsere Fans werden sich definitiv nicht langweilen.

Zum Abschluss, ihr könnt ein paar letzte Worte an unsere Leser richten.

Testet Millstone aus, genießt unsere Musik und wir sehen uns hoffentlich bald auf einem Konzert!



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