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Live on Stage Report: Chronical Moshers Open Air 2022

10. bis 11.06.2022 - Hauptmannsgrün @ Mühlteich



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VORWORT

Im Dezember der Bericht zu einem Festival im Juni? Ja, das hat mehrere Gründe, allen voran den Verlust von unserem Schrod im September.

Schrod wollte einen nicht unerheblichen Teil zu diesem Bericht beitragen. Das dies nicht mehr möglich war, weiß jeder von selbst. Von daher habe ich (Olaf) durch viele Gespräche mit Anwesenden die Berichte der Bands vom Freitag, die wir nicht selber gesehen haben, zusammengebastelt und sehe diesen Bericht als keines Vermächtnis an unseren Schrod, der sich hoffentlich breit grinsend auf seiner Wolke an die schönen Tage im Vogtland erinnert.


Endlich! Nach 4 Jahren ging es wieder an den Mühlteich und dementsprechend groß war die Freude, alte und neue Weggefährten zu treffen, ein paar Bierchen zu lupfen und an zwei Tagen einem extrem starken Billing zu lauschen. 2019 war meine Abwesenheit beim Chronical Moshers leider dem Umstand geschuldet, dass ich in der Stadt, deren Namen ich als Hertha Fan nicht in den Mund nehmen darf, dem Rock Hard Festival beiwohnte, welches dummerweise am gleichen Temin stattfand.

Doch das ist Schnee von gestern, denn als ich die kurvenreiche Serpentine erklomm, die ersten Zelte erblickte und dann den spiegelglatten See zu meiner Linken erspähte, fühlte es sich an, als ob ich erst gestern hier gewesen war. Ja, man kann es auch “Zuhause” nennen.

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Als Opener eines Festivals hat man es als Band bekanntlichermaßen nicht unbedingt einfach, doch die Sachsen von EPIDEMIC SCORN machtenihre Sache mehr als routiniert und konntentrotz des Umstandes, dass viele noch auf der Anreise oder beim Vernichten der ersten Biere waren, durchaus überzeugen. Mit fünf Alben im Gepäck auch kein Wunder, dass Bandchef Jörn mit seinem Ausnahmefronter Osher den Mühlteich zum Überschwappen brachte und sich neben vielen alten auch neue Freunde erspielten. Wir warten gespannt auf das im Dezember erscheinende 6.Album, was definitiv nicht schlechter sein kann, als dieser hier gezeigte, wahrlich energetische Gig.


Ich fand die Mainzer von Agathodaimon vor Jahrzehnten mal richtig spannend, doch irgendwann ebbte das ab, da mir einfach zu viel Gothic Einflüsse Einzug hielten. Auch das neue Album „The seven“, welches nach 9 Jahren Funkstille überraschend im März veröffentlicht wurde, konnte da keine Kehrtwende erzielen und riss mich nicht vom Hocker. Umso erstaunter war ich zu sehen, dass auf der Bühne doch was anderes als auf Platte ist, denn da konnten die fünf aus der Rheinland-Pfälzischen Landeshauptstadt durchaus überzeugen. Muss vielleicht doch nochmal reinhören in das Album.

Leider konnte keiner von uns beim Gig von Sacrifire anwesend sein, so dass wir bis Warpath warten mussten, um Frontmann Dirk „Dicker“ Weiß unsere Aufwartung zu machen, der ja auch bei den vorher nicht erlebten Doomern seine Stimmbänder in Schwingung bringt. Und was soll man groß sagen: Warpath sind und bleiben live eine absolute Bank. Der Sound war fett, die Leute in Laune und es wurde gewalzt und gegroovt, dass einem der Magen vibrierte. Nein, mit den Jungs kann man absolut nichts falsch machen.

Was für eine Freude, endlich mal wieder mit meinem alten Freund Martin Missy in Natura ein paar Worte zu wechseln und vor allem der fantastischen Mucke von Protector zu lauschen, auch wenn das an manchen Stellen noch etwas ungelenk klang. Aber hey, zweieinhalb Jahre Pause gehen halt nicht an jedem spurlos vorbei. Den Fans war es eh egal, denn die Matten kreisten, der Sound war gut und man hatte eine ganze Menge alter Hits im Petto, die natürlich am heftigsten auf Fan Resonanz stießen. Allerdings stellte sich auch schnell heraus, dass die neuen Songs ebenfalls eine Menge Durchschlagskraft enthalten und bei späteren Gigs nicht mehr aus der Setlist wegzudenken sein werden.

Ja, die schwedisch/teutonischen Thrasher sind und bleiben nicht nur eine der sympathischsten Bands, sondern sind bis heute musikalisch relevant und unverzichtbar. Eine Sache allerdings stieß mir aber doch sauer auf. Auf der Jagd nach Pins hatte Martin mir ein protectorianisches Unikat versprochen, der letzte seiner Art, schick in einer aufwendigen Box verpackt, den ich mir mehr als gerne sofort zulegte und mit einem professionellen Schraubverschluss versehen sofort an die Kutte nagelte. Beim Konzert am nächsten Tag in Brno sah man dann aber am Merch einen ebensolchen Pin vor Martin auf dem Tisch liegen. Was für eine dreiste Unverfrorenheit (haha). [Olaf]

Nachdem ATROCITY leider zwei Tage zuvor absagen mussten, sprangen CYTOTOXIN ein und legten die Bühne in Schutt und Asche. Man mag zur Musik der Band, dieser Mischung aus hypertechnischem Death Metal und stumpfen Breakdowns, stehen wie man will, aber es ist einfach beeindruckend, diese gut geölt Maschine live zu beobachten. Aufgrund der Kurzfristigkeit und vielleicht auch, weil sie am nächsten Tag einen Gig in Spanien hatten, hatten sie nur das kleine Fässchen Circlepitonium dabei, quasi das Handgepäck, das sah schon sehr niedlich aus.

Ebenfalls sehr niedlich und lieb waren die Ansagen, mit denen die Freunde und Fans zum Tanz aufgefordert wurden - ist Grimo im Hauptberuf Kindergärtner oder haben sich nur alle auf und vor der Bühne gefreut wie die Kinder? Jedenfalls war dieser Gig eine willkommene Abwechslung im doch sehr old school-lastigen Billing und hinterließ viele glücklich strahlende Menschen. [Jezebel]

Über die letzten Jahre hat sich das thüringerische Trio, welches live natürlich als Quartett fungiert, zu einem absoluten Live Megaact gemausert, welcher nun mehr und mehr die Ernte einfährt. DesertedFear brauchen den Leuten nur den kleinen Finger zu reichen und man reißt ihnen sämtliche Extremitäten ab. Und das vollkommen zurecht, denn die Jungs sind nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne ein so unfassbar sympathischer Haufen, dass man die einfach knuddeln und Liebhabern muss...und wir reden hier immer noch von einer oldschool Death Metal Kapelle.

Der Sound ballerte brachial und ohne Schnörkel aus den Boxen und die mittlerweile ohne das ehemalige Zelt im Freien stehende Bühne vibrierte nicht nur einmal bedrohlich bei akustischen Anschlägen der Sorte ”Kingdom of Worms”, “The Fall of leaden skies” oder “Reborn paradise”. Ich habe die Jungs seit ihrem Erscheinen auf der musikalischen Bildfläche mindestens schon 20-mal oder öfter gesehen und bin immer wieder begeistert, mit was für einer Gewalt, Spielfreude und überhaupt einer ansteckenden Lebensfreude Deserted Fear auf der Bühne zu Werke gehen und verbrannte Erde hinterlassen. Ich sah jedenfalls nach dem Gig einige Leute, die verzweifelt nach ihrem Kopf suchten, den sie sich vorher hatten wegschießen lassen. DF sind eine Bank, auf die man sich einfach verlassen kann.

Ach die Jungens aus Erfurt, mit denen wir eine besondere Connection haben, können einfach nicht schlecht, was sie heute auch wieder bewiesen, obwohl eine nicht unerhebliche Anzahl von vor Müdigkeit oder/und unkontrollierten Konsum von alkoholischen (oder anderen) Genussmitteln gezeichneten Leuten nicht mehr vor der Bühne gesehen wurden. Ihr habt was verpasst, denn neben einer wie immer hervorragenden Performance gab es mit „Hope / Renaisance“, „Small.Town-Depression“ und „The forsaken earth“ drei für mich vollkommen unverzichtbare Alltime-Klassiker, die mir ziemlich schnell die Müdigkeit aus den Gliedern riss. Die Truppe macht einfach immer wieder Spaß (wenn man das so überhaupt sagen darf) und wer Décembre Noir noch nie live erleben durfte, sollte dies unbedingt und vor allem schnell nachholen! Ein würdiger Headliner des ersten Tages.

Nun hieß es aber ab ins Heierbettchen oder in unserem Fall in den umgebauten Trasporter, der nur bei geöffneter Tür zum Schlafen geeignet ist. Doch wenn man an einem See ist…naja…in einer Millionen Jahren eröffnet dann dort der „Olaf Park“, in dem meine Klone herumrennen, die aus dem Blut der im Bernstein konservierten Mücken…aber das kennt ihr ja, oder?


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