CD-Reviews A-D

ALESTORM – Seventh Rum Of A Seventh Rum (2022)

(7.851) Maik (7,7 /10) Pirate Metal


Label: Napalm Records
VÖ: 24.06.2022
Stil: Pirate Metal






Piraten erfreuen sich in der Unterhaltungsbranche ja schon immer einer regen Begeisterung, sei es durch Bücher, Filme, Fernsehserien oder eben auch Musik. Nun ist das Bild des Seeräubers ja stark romantisiert, und so haben Kunstgestalten wie Captain Hook oder Jack Sparrow und sogar der alte Long John Silver mit den echten Freibeutern wenig zu tun. Und selbst, wenn ein echter Pirat wie Edward Teach alias Blackbeard mal in einem Film auftaucht, wirkt er eher als Comic Relief. Doch die Piraterie war keine ständige Party, und die Sauferei war wohl auch größtenteils dazu da, den ständig drohenden Sensenmann, kam er nun als Seemannstod, Messerstecherei oder Galgenstrick daher, wenigstens nur noch verschwommen zu sehen. Und ein Tod durch Suff erscheint in diesem Falle als das kleinere Übel.

Nun, auch im Metal hat der bärbeißige Pirat seine Heimat gefunden. An bekanntesten sind da wohl RUNNING WILD. Aber im Jahre 2007 stach ein schottischer Schoner namens ALESTORM in See, um fürderhin die sieben Meere unsicher zu machen. Und weil wir nun schon bei der Sieben sind, haben ALESTORM ihr siebtes Album passenderweise „Seventh Rum Of A Seventh Rum“ genannt, und den Titelsong dann auch noch an siebter Stelle auf der Scheibe platziert. Und zudem haben sie sich kurzzeitig mittels zweier Gastmusiker vom Fünfer auf…naja, rechnen könnt Ihr ja selber.

So viel Sieben ergibt erfahrungsgemäß eine Menge feinen Sand, und da wollen wir doch mal hoffen, dass der alte Seelenverkäufer ALESTORM nicht auf Grund läuft. Und vorgreifend kann ich schon mal sagen, dass der Kahn die schlimmsten Untiefen gekonnt umschifft hat, allerdings doch teilweise etwas Probleme hatte, den rechten Kurs zu setzen.

Wie immer bekommt man Partymucke mit viel Schmackes und Melodie, Seemanslied-affine Mittsinghymnen, bei denen man sein Holzbein schwingen kann und die eine gute Hintergrundmusik für diverse Trinkgelage bieten, bei denen man stilgerecht die eine oder andere Gehirnzelle über die Planke schickt. Etwas nervig sind die omnipräsenten Keyboards, die teilweise recht poppig wirken, dann wieder fanfaresk und ab und an auch im Nintendo-Stil etwas Zuviel Lametta an den Fockmast heften.

Textlich geht es natürlich um die Piraterie, um die Seefahrt an sich und natürlich darum, seinen Brägen mittels ethanolhaltigen Flüssigkeiten kielzuholen. Dazu reichen ALESTORM nicht nur Rum, Bier und Wein, sondern auch mal Whisky, Gin oder Palinka, und auch alles andere, was zur Synapsenverödung führen kann. Die eine oder andere zotige Wendung darf auch nicht fehlen, wie „Stick a cannonball up your cunt“ in „Cannonball“.

Echte Hits sind zwar nicht übermäßig vorhanden, aber auch die Filler schaffen es, für gute Partylaune zu sorgen, und das ist bei ALESTORM ja wohl das Hauptanliegen. Daß die Mucke auch etwas an die zahlreichen mittelalteraffinen Piratenbands erinnert, macht da eher wenig aus, denn in diese Phalanx vermögen es ALESTORM mühelos, sich einzureihen.

Es ist nicht originell und auch nicht wirklich tiefgründig, aber es macht Spaß. Und damit sich der Reigen schließt, lupfe ich meine Augenklappe, und lausche dem Papagei auf meiner Schulter, der mir zukrächzt, es wäre doch passend, wenn ich 7,7 Punkte vergeben würde…

Anspieltipp: „P.A.R.T.Y.“ und „Cannonball“


Bewertung: 7,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Magellan’s Expedition
02. The Battle Of Cape Fear River
03. Cannonball
04. P.A.R.T.Y.
05. Under Blackened Banners
06. Magyarorzág
07. Seventh Rum Of A Seventh Rum
08. Bite The Hook Hand That Feeds
09. Return To Tortuga
10. Come To Brazil
11. Wooden Leg (Pt.III)



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