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BLOOMING CARRIONS – Sparkling Rotten Dreams (2017)

(3.904) - Stefan (6,0/10) - Black Metal, Death Metal

Label: Iron Bonehead
VÖ: 04.08.17
Stil: Black Metal, Death Metal

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Beim ersten Hören der Debuts der BLOOMING CARRIONS dachte ich, dass der sprechende Hund aus dem Trickfilm des seligen Loriot ein Black Metal Album aufgenommen hätte. Lange tiefe Vocals, die nichts mehr als einen „Ohh“ oder „Uhh“- Laut erkennen lassen… eben so, als fühlten sich die Vocals „wohl am Pol mit Atomstrom“.

(Jetzt noch ‘ne selten flache Überleitung…) Das mag vielleicht grob für die finnische Herkunft der Musiker sprechen, wobei ich es als schwierig empfunden habe, dem Netz überhaupt Informationen zu entnehmen. Die 2014 gegründete Band möchte, laut einiger englischsprachiger Einträge, ein Widerspruch in sich sein, den sie auch musikalisch untermauern möchten. Wie sollen Leichen auch blühen? Oder geht es um den Titanenwurz, die Blume mit (danke Wikipaedia…) dem größten unverzweigten Blütenstand, die einen bestialischen Fäulnisgeruch absondert, um Insekten anzulocken, die sie bestäuben?

Mir scheint beim Hören der digitalen Version des Tapes (und das ist wohlgemerkt das Medium, welches BLOOMING CARRIONS gewählt haben, um „Sparkling rotten Dreams“ auf die Welt zu bringen), dass die musikalische Frische etwas fehlt.

Klar hören wir bei allen Tracks die extreme Reverb-Kulisse eines Black Metal Albums, klar spielen die Gitarren gern in Quinten, klar prügelt das Schlagzeug (hier wage ich mal die steile These, dass es sich um einen Drum-Computer handelt) in Blastbeats und mit viel Tom-Einsatz, klar passt dazu ein Rulzen der Vocals, das leider keine Texte erahnen lässt (vielleicht ist das sogar gewollt).

Der Anachronismus eines Tapes ist dahingehend gewagt, dass viele potentielle Hörer nicht mehr über ein Abspielgerät verfügen, könnte aber auch genau deshalb ein Volltreffer sein (die Älteren unter uns erinnern sich, dass Demos genau auf diesem Medium die Runde machten. So klangen dann auch viele Aufnahmen, und so klingt auch „Sparkling rotten Dreams“).

Das Zusammenspiel der Combo ist derweil für das Genre recht gut. Die fast bluesig-harmonisch anmutende Passage in dem ansonsten ziemlich blastigen „Crystalized Disembowelment“ mag für diese These stehen.

Oneric Grave“ ballert laut im Mid-Tempo los, bevor es in eine Blastbeat-Attacke losgeht. Eine eher trashige Passage folgt, die mich insgesamt an Genreklassiker denken lässt. Kurz vor Minute drei wird das Tempo gewaltig herausgenommen, was ebenfalls genretypisch ist, was aber gleichzeitig auch durchaus die musikalische Klasse der Truppe zeigt. Das gilt einerseits dafür, dass sie das Tempo halten, aber auch dafür, dass die Gitarren diesen Mid-Range Sound haben, den späte 80er/frühe 90er-Death-Metal Alben so typisch für ihr Genre gemacht haben. Der Gattungsanspruch ist also eindeutig erfüllt.

Auch „Pulsating black Pools“ eröffnet erntsprchend keinen neuen Eindruck.

Bleibt die These die ich eingehend geäußert habe. Ist „Sparkling rotten Dreams“ eine Reminiszenz an alte Tage des Death Metal oder hat sich mit BLOOMING CARRIONS die erste Retro-Band dieses Genres aufgemacht hat, wo man doch schon so old-school klingt? Was für ein blühend-lebendiger Widerspruch, wo doch das Genre schon so lange als tot gilt. Ergo: Nomen est Omen?

Bewertung: 6,0 von 10 Punkten

 

Tracklist:

01. Crystalized Disembowelment

02. Oneric Grave

03. Pulsating Black Pools

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