Label: Relapse Records
VÖ: 18.08.2017
Stil: Stoner/Sludge
Die 3-Mann-Kombo aus Indiana bringt im jeweiligen 2-Jahres Abstand, nach der EP 2013 und dem ersten Longplayer aus 2015 nun ihr zweites großes Studioalbum "Time Well" auf den Markt. Um es vorweg zu nehmen, ich denke man muss die Musik einfach verstehen und mögen. Ja sie ist schwer einzukategorisieren, aber es ist definitiv mehr Pop als Rock oder gar Metal.
Als ich Stoner/Sludge las, war ich erstmal interessiert, jedoch entpuppte sich die Nummer direkt als sehr strange Kombination aus popiger Atmo-Postrock Mucke mit eingeworfenen Super-Fuzz-Parts … das Ganze wirkt eher wie eine interne Notfallkompromisslösung der Band. Simple, aber wirr, sehr uneingängig, obwohl es eigentlich immer der gleiche Fahrplan ist, Song für Song. Keine Höhepunkte, nur ein langsames hin und her des Gitarrensounds, ansonsten wirklich permanent das Gleiche. Clean clean clean, Gesang beiläufig und monoton, dann irgendwann die Fuzz-Zerre rein und wieder zurück. Sobald ein Song vorbei ist, hat man ihn wieder vergessen, ich muss es leider so sagen. Sehr seltene Momente, die mal hängen bleiben, aber im Großen und Ganzen, hat man nicht wirklich eine gelungene Abwechslung oder mal einen Au-Ja-Moment … sogar das Tempo ist gefühlt immer identisch – kann man auch Konzept nennen, muss man aber nicht. Es fehlen einfach Höhepunkte oder schöne Spannungsbögen.
Wer allerdings das gleiche Feeling über eine Stunde haben will – perfekt! Dann aber nicht nachts Auto fahren, es verleitet zum prompten einschlummern. Der Sound ist in Ordnung, alles durchsichtig und breit, aber ganz generell ist mir persönlich der Kontrast der Gitarre zu stark, obwohl ja nicht untypisch, die Vocals zu hintergründig und gleich und die immer quasi identische Songstruktur macht einen echt fertig. Niemand will immer die gleiche Suppe löffeln. Nichts gegen emotionale, traurige oder gar eine trägere Grundstimmung, aber dann nicht so eindimensional bei gewollter Fläche und Tiefe.
Für mich ist das leider nichts, obwohl es spielerisch gut und auch authentisch wirkt. CLOAKROOM ist wohl nur etwas für Verständige, aber auch die wird es geben, also überzeugt Euch selbst.
Bewertung: 3,0 von 10 Punkten
Tracklist:
01. Gone but not entirely
02. Big world
03. Concrete gallery
04. Seedless star
05. Sickle moon blues
06. Hymnal
07. The sun won´t let us go
08. Time well
09. 52 Hz whale
10. The passenger

