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MILES2FALL – Lower Skies (2023)

(8.728) Maik (8,2/10) Modern Metal


Label: DIY
VÖ: 15.12.2023
Stil: Modern Metal






Ohauerha! Dieses Review habe ich jetzt echt lange vor mir hergeschoben.  Und ab und an hatte ich schon erwogen, mich zu drücken und die Scheibe einfach mal zu ‚vergessen‘. Und das nicht, weil diese Art Mucke nun gar nicht so zu meinen Hörgewohnheiten gehört und ich mich vor dem Anhören gescheut habe, sondern aus der Tatsache heraus, dass ich eigentlich von solcher Musik keine Ahnung habe und mich eigentlich tunlichst davor hüten sollte, mich darüber auszulassen.

MILES2FALL spielen nämlich eine Mucke, die sich für mich ganz schwer einordnen lässt. Irgendwie sehe ich da drei Säulen, auf denen der Sound der Band aufgebaut ist. Zum einen NU- Metal, zum zweiten Groove Metal und zu guter Letzt Metalcore. Doch so einfach isses nun auch wieder nicht. Denn zwischen diesen Pfeilern haben MILES2FALL Schaukeln angebracht, auf denen sie wild in andere Randgebiete reinwippen.

Und ich als geplagter Rezensent irre ratlos durch dieses Konstrukt, werde aber ab und an von einem Tritt getroffen. Nämlich, wenn die Jungs mir mit einem kernigen Riff einen ordentlichen Kick verpassen. Gerade mit diesen Riffs und den gelegentlichen Growlattacken streifen die Knaben doch recht oft den Bereich des Melodic Death Metals der Göteborg- Ausrichtung. Das kommt besonders in Songs wie „My Dominion“ oder „The Space Between Us“ zum Ausdruck. Und für das Anfangsriff von „We Remain“ würde der eine oder andere Melodeath-Hero seine Großmutter verkaufen.

Auch Ausflüge in den Bereich des Gothic Rock kann man ausmachen, dann wieder etwas Düsterdoom. Beim Titelsong wird es sogar regelrecht proggig. Und gelegentlich warten MILES2FALL mit poppig anmutenden Rhythmen auf, elektronische Spielereien ziehen auch ab und an Parallelen zu Tägtgrens PAIN, wie im Song „Dead Air“. Ab und an erinnern mich Teile der Songs auch an die verflossenen FROM THY ASHES oder ETERNAL SADNESS.

In eine völlig andere, weil unerwartete Richtung geht das mit Gastsängerin versehene Stück „Distance“. Dieser eher folkmäßige Akkustiktrack hat fast etwas liedermacherartiges. Doch das ist der einzige Song, der sich so verträumt darbietet.

Unerwartet ist auch das richtige Wort, um die Musik von MILES2FALL einzuordnen, denn diese ist alles andere als vorhersehbar. Nicht nur, dass die Songs stilistisch stark differieren, auch innerhalb der Tracks trifft man immer wieder auf unorthodoxe Wendungen und Wechsel.

Nun, letztlich habe ich von dieser Musik immer noch keine Ahnung. Denn normalerweise höre ich mir Modern Metal nur an, wenn ich unter Androhung körperlicher Gewalt dazu gezwungen werde. Und glücklicherweise hat es Olaf auch bisher vermieden, auf diese Art der Mitarbeitermotivation zu verzichten. Aufgrund meiner diesbezüglichen Ignoranz fehlen mir auch passende Vergleichsmöglichkeiten innerhalb dieses Genres.

Doch obwohl diese Art Mucke nun wirklich nicht unbedingt meine Sorte Bier ist, anerkenne ich den Ideenreichtum der Band, die hier auf „Lower Skies“ Melodie mit Brachialität gekonnt vereint, um selbst mir als Old-School-Dinosaurier ein wohlwollendes Fazit zu entlocken. Für ein Debüt eines Newcomers ohne Labeldeal ist das hier nämlich ganz großes Kino, und dürfte den Topsellern dieser Branche den Angstschweiß auf die Stirn zaubern.

Anspieltipp: „My Dominion“ und „The Space Between Us“ und „We Remain“


Bewertung: 8,2 von 10 Punkten


TRACKLIST:

01. Greater Sound
02. My Dominion
03. Lower Skies
04. Dead Air
05. Distance
06. The Space Between Us
07. Thin Line
08. We Remain
09. Claiming
10. Lost



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