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THRASH BOMBZ – Bio decay (2025)

(9.923) Olaf (7,9/10) Thrash Metal


Label: Iron Shield Records
VÖ: 07.11.2025
Stil: Thrash Metal






Seit über anderthalb Jahrzehnten wüten Thrash Bombz wie ein sizilianischer Wirbelsturm durch die internationale Thrash-Szene. Entstanden 2007 aus der Asche von Necrosis, hat sich die Band nie von modischen Strömungen oder technischen Trends ablenken lassen – ihr Motor läuft mit purem Benzin: Oldschool-Thrash, laut, schnell, kompromisslos. Nach Mission of Blood (2014), Master of the Dead (2017) und Prisoner of Disaster (2018) legt das Quintett mit Bio Decay nun sein bislang längstes Werk vor – und das hört man. Im Guten wie im Herausfordernden.

Die zwölf Tracks der Scheibe bilden eine durchgehende Kette aus peitschenden Riffs, wütenden Leads und dieser unnachahmlichen Mischung aus teutonischem Stahl und mediterranem Feuer. Dass die Italiener den "Sicilian Way of Thrash" immer schon ernst gemeint haben, merkt man bereits am Opener Drone Death, der ohne Umwege auf die Zwölf zielt. Gitarren wie Kreissägen, ein Drumming so straff wie eine Panzerkette, dazu Tony „Stormer“ Frenda mit seiner heiser-aggressiven Stimme, die irgendwo zwischen Schmier, Baloff und einem Schuss Sangiovese schwebt. Viral Metal und Media War...or the Final Weapon setzen diese Linie fort – hymnisch, bissig, voller Energie, aber eben auch schon bekannt aus früheren Tagen. Hier zeigt sich das Dilemma eines guten, aber sehr langen Albums: Der Tank ist voll, aber die Strecke zieht sich.

Thematisch greifen die Sizilianer das auf, was in der modernen Welt verrottet – Bio-Degeneration, Cybermanipulation, Informationskrieg. Controlled steht exemplarisch für die allgegenwärtige Abhängigkeit von digitalen Systemen, für eine Gesellschaft, die sich freiwillig an den Bildschirm fesselt. In Escape from the Viral City verwandelt sich dieses Szenario in einen dystopischen Alptraum, während Digital Evil mit seinem gnadenlos treibenden Groove einer der klaren Höhepunkte des Albums ist. Hier greifen Spielfreude, Tempo und Riffarchitektur perfekt ineinander. Überhaupt ist Bio Decay ein Album, das trotz aller Gleichförmigkeit nichts dem Zufall überlässt – die Band klingt tight, präzise und hungrig, als wären seit Master of the Dead keine sieben Jahre vergangen.

Produktionstechnisch bleibt alles im vertrauten Rahmen: Kein übertriebener Loudness-War, kein künstlicher Trigger-Sound. Stattdessen druckvoller, aber erdiger Mix, bei dem die Gitarren knurren und die Becken scharf schneiden. Wer auf die metallische Authentizität der 80er steht, wird hier breit grinsen. Dass das Album mit zwölf Songs und knapp einer Stunde Spielzeit etwas zu lang geraten ist, ändert daran wenig – der Spaß bleibt, auch wenn man sich bei den letzten Takten von Darkned Recall kurz fragt, ob neun Tracks nicht gereicht hätten. Aber hey, wir reden hier von einer Band, die Speed nicht nur spielt, sondern lebt.

Unterm Strich ist Bio Decay ein wuchtiges Thrash-Brett aus dem Herzen des Mittelmeers, mit genug Energie, um jede Bühne in Schutt zu legen. Die Songs wiederholen sich hier und da, ja – aber lieber ein übervoller Munitionsgürtel als einer, der klappert. Und wenn Digital Evil oder der Titelsong Bio Decay live durch die Boxen jagen, wird kein Nacken verschont bleiben. Klassischer Thrash, kernig und ehrlich, ohne digitale Schönfärberei – ein Werk, das den Spirit von Exodus, Deathrow und Tankard durch die sizilianische Sonne zieht.

Anspieltipps:
🔥Bio Decay
💀Digital Evil
🎸Escape from the Viral City


Bewertung: 7,9 von 10 Punkten





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