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GREYHAWK – Warriors of Greyhawk (2026)

(10.067) Phillip (7,9/10) Power Metal


Label: Cruz Del Sur Music
VÖ: 13.02.2026
Stil: Power Metal






Junge, was ein cheesy Cover-Artwork. Etwas, was man in dieser Qualität heutzutage allerhöchstens noch auf den Trucks eines Circus’ oder Jahrmarkts sieht. Schade eigentlich, ist es doch ein willkommener Farbtupfer in der Welt der düsteren Frontbilder. Ungefähr so farbtupfig habe ich mir dann auch die Mucke vorgestellt. Fantasy-Abenteuer, verwurzelt in unserer Realität mit einer heftigen Schlagseite in den Epic Metal- Bereich.

Fulminant geht’s mit Ascension Richtung Kampfgeschehen! Ein schwungvoller, hochmelodischer Opener mit Faustreck-Refrain, der strategisch clever an den Albumstart gesetzt wurde. Überfordert nicht, langweilt null und läuft richtig gut rein. Neu-Sänger Anthony Corso nutzt die Chance und singt kraftvoll, streut aber auch ein paar Falsett-Passagen ein, die im Verlauf des Albums situativ in die weiteren Songs gebaut werden. Auch Ausflüge in tiefere Register finden statt und zeichnen Herrn Corso als ziemliches Multitalent aus, auch wenn er hier deutlich beliebiger wirkt, während alles, was in den Höhen stattfindet, durch ihn ausgezeichnet wird. Die insgesamt tiefere Halb-Ballade Chosen wird dann hauptsächlich von Ex-Vokalisten Rev Taylor übernommen.

Das Schöne ist, dass auch alle anderen Beteiligten Greyhawk-Warriors dann glänzen, wenn die Songs an Fahrt aufnehmen und man glatt vergessen könnte, dass die Band aus Seattle kommt und nicht aus Europa. Besonders hervorzuheben ist hier Endless Race als ein schönes Amalgam aus europäischer Geschwindigkeit in der Strophe und amerikanischer Durchschlagskraft im Refrain. Der nachfolgende Titeltrack, wesentlich behäbiger, stampft angestrengt heran und wird durch seine Whoo-Hoo-Hoo-Hoo-Hoos gerade so über die Ziellinie geschleppt. Das war knapp, doch glücklicherweise wird danach wieder etwas Fahrt aufgenommen und knapp dahinter folgt mit Hyperspace ein weiteres Highlight.

Greyhawk wissen jedenfalls wie’s geht und auch, dass man nicht unbedingt 30 bis 40 Minuten High-Speed-Nummern rauskloppen muss, um zu überzeugen, sondern so ein Album auch variantenreicher gestalten kann. Das ist jedenfalls gelungen – der Umstand, dass ich die schnellen Nummern bevorzuge, ist schließlich lediglich meine persönliche Vorliebe, denn wer auf Mid-Tempo-Reißer steht, kommt hier auch auf seine Kosten.

Was ich ein wenig schade finde, ist der verpasste Kauz-Faktor, denn das hätte dem durchweg spaßigen Material noch einen gewissen ernsthaften Twist verliehen. Ohne diesen liegt hier ein qualitativ und kreativ wirklich gutes Gesamtwerk vor, bei dem Fans von HammerFall genau so auf ihre Kosten kommen wie Freunde von Bands wie etwa Visigoth. Im Sound ist alles klar und sehr aufgeräumt abgemischt, wundervoll warm und organisch, mit besonderen Highlights der Lead-Gitarre in den Refrains. Es wird geflitzt, was das Zeug hält, aber immer im Sinne des Songs, die großartigen Soli bekommen ihr eigenes Schaufenster. Diese Kleinigkeiten sind das, was Greyhawk vom grauen Mittelmaß abhebt, toller Gesang, wieselige Gitarren und die gute Mischung europäischer und amerikanischer Power Metal- Trademarks.

Anspieltipps:
🔥 Land of Ashes
🎸Endless Race
💥 Hyperspace


Bewertung: 7,9 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Ascension 
02. Land of Ashes 
03. Take a Stand
04. Endless Race 
05. Warriors of Greyhawk 
06. Words of Power 
07. Chosen 
08. Hyperspace 
09. Embers Rise 
10. Rise Above 
11. Eternal Quest




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