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CANDLEMASS – Sweet evil sun (2022)

(8.065) Olaf (9,0/10) Doom Metal


Label: Napalm Records
VÖ: 18.11.2022
Stil: Doom Metal






Meine Frau hat ein ganz großes Problem. Nein, nicht meinen Musikgeschmack, den sie mitunter auch teilt, sondern vielmehr den Umstand, dass sie auf eine ganz bestimmte, zuckerfreie Brause steht, die es nicht immer zu kaufen gibt und somit zuweilen der Worst Case eintritt, sich nach Alternativen umzusehen, die sie zwar findet, die ihr aber nicht munden und sie sich dann umso mehr freut, irgendwann endlich wieder das Original in den Händen zu halten.

Ihr versteht, was ich damit sagen will, den natürlich gibt es viele tolle und mittlerweile auch großartige Doom Bands wie Sorcerer oder Spiritus Mortis, nur um zwei zu nennen, doch nichts und Niemand kommt an die Gottväter Candlemass heran, die mit „Sweet evil sun“ ihr nunmehr 13.Studioalbum auf den Seziertisch packen und einmal mehr beweisen, dass sie niemanden etwas beweisen müssen

Erneut von Avatarium (habe nun 3x Avantasia geschrieben…warum müssen die auch zeitgleich ihre Alben raushauen…) Mastermind Markus Jidell fett und glasklar produziert, präsentieren sich die Schweden in erneut bestechender Form und man merkt zu keinem Zeitpunkt, dass die Truppe aus Stockholm in zwei Jahren ihr viezigjähriges Jubiläum feiert. Im Gegenteil, denn die neun vollständigen Songs sprühen nur so vor Energie und Heavyness, die trotz der in Zeitlupe ablaufenden Gitarrenwände mehr Druck verbreiten als so manch andere Bands, die weitaus schnellere und brutalere Mucke spielen.

Mappe Björkman sorgt mit seinen treibenden Rhytmen dafür, dass sich die Band nicht wie ein behäbiger Tanker, sondern eher wie ein schneidiges Schlachtschiff durch die musikalischen Wogen pflügt, und lässt dabei seinem kongenialen Partner Lars Johansson genügend Raum für seine filigranen Soli. Das Songwriting ist auf einem gewohnt hohen Niveau und wenn es irgendetwas zu meckern gibt, dann höchstens, dass die Hitdichte nicht ganz so hoch ist, wie auf dem von mir so abgefeierten Vorgänger „The door to doom“, den ich zum damaligen Zeitpunkt in dieser Stärke von Candlemass nicht mehr erwartet hätte, sie diesen Aufwärtstrend mit dem neuen Album aber mehr als nur bestätigen.

Auch Ur-Sänger Johan Längquist hat wieder einmal einen formidablen Job abgeliefert und sich auf seine Stimmbänder gefühlt noch einmal drei Schaufeln Kies draufgepackt, denn von den teilweise falcett-artigen Tiraden auf dem von mir so geliebten Erstlingswerk aus dem Jahre 1986 ist erneut nicht einmal mehr was zu erahnen. Vielmehr treibt gerade sei kerniges Organ Songs wie „Angel battle“, „When death sighs“, den Titeltrack oder das von mir komplett abgefeierte „Goddess“ zu ungeahnten Höhen und Meisterwerke in der Discographie der Doom Götter.

Sweet evil sun“ ist definitiv nicht das beste Album von Candlemass, aber beileibe auch keins, bei welchem man auf Teufel komm raus nach dem Haar in der Suppe suchen sollte. Man sollte dieses Lavamonster, dieses Slow-Mo Manifest einfach auf sich wirken lassen, welches den trüben November noch ein wenig trüber, nasser und dunkler erscheinen lässt.


Bewertung: 9,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Wizard of the vortex
02. Sweet evil sun
03. Angel battle
04. Black butterfly
05. When death sighs
06. Scandinavian gods
07. Devil voodoo
08. Crucified
09. Goddess
10. A cup of coffin




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