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ABROGATION – Widerschein (2026)

(10.197) Maik (8,5/10) Melodic Death Metal


Label: Massacre Records 
VÖ: 10.04.2026 
Stil: Melodic Death Metal 






Was machen Chefs, wenn man kurz vor dem Urlaub steht? Richtig. Sie schmeißen einen mit Arbeit zu. Demzufolge hat mir unser ZO-berguru Olafantastico noch schnell die neue CD von ABROGATION auf den To-Do-Stapel gewuchtet. 

Das Werk nennt sich „Widerschein“ und kommt eigentlich mit einigen Features ums Eck, die bei mir normalerweise einen Gähneffekt auslösen. Doch irgendwie gelingt es dem Fünfer aus Magdeburg, mir diese in diesem Text noch zu benennenden Dinge doch recht schmackhaft um den Bart zu schmieren. 

Da wäre zum ersten die insgesamt zu verzeichnende Verortung im Melodic Death Metal. Für mich ist dieses Genre doch mittlerweile ziemlich ausgelutscht und die meisten Bands verbringen unendlich viel Zeit damit, sich gegenseitig bis zum Opferstock zu kopieren. ABROGATION bringen aber so viel Abwechslungsreichtum in ihren Songs aufs Tablett, dass von Langeweile keine Rede sein kann. Trotz einer gewissen Theatralik und Melodik steckt in der Mucke noch genug Dreck und die Songs haben teils doch noch schön fiese Ecken und Kanten, um bösartig die Gehörgänge zu devastieren. Erste Hürde schon mal genommen.

Ich bin auch nicht wirklich ein glühender Fan deutschsprachiger Texte im Metal, von einigen Ausnahmen abgesehen. Zu diesen Ausnahmen können sich ABROGATION nun wohl auch zählen. Obwohl ich nicht wirklich jedes Wort klar verstehe, da Vokalsozialist Benny gewaltig düster grollt, scheinen die Lyrics doch wohl nicht vollends aus der Abteilung Brachialpoesie zu stammen und eignen sich auch weniger als Geburtstagsgedicht für Oma. Also auch hier Bremsklotz gekonnt umschifft. 

Klargesang im Melodeath ist meist auch ein wikingersegelgroßes rotes Tuch für mich. Da Benny aber auf die in diesem Genre (und dem Metalcore entlehnte) Wimmerschiene verzichtet, sondern auch seine Klargesänge mit fett Dreck unter den Nägeln präsentiert, kann ich erleichtert aufatmen. Bestes Beispiel dafür ist „Spieglein, Spieglein“. Das ‚Rrrrrr‘ wird stilgerecht bis in die hintere Mongolei gerollt. 

Selber Song wartet mit einer weiteren Sache auf, die ich normalerweise nicht so mag. Female Vocals, die diesen Beauty-and-the-Beast-Effekt kolportiert. Die Gastsängerin Jyl bietet aber kein Elsengeträller, sondern passt vorzüglich in den Song. Ihre Darbietung erinnert etwas an die Sängerin von HEFEYSTOS. Also auch in dieser Frage wurde die Feststellbremse deaktiviert.

ABROGATION haben mit „Widerschein“ ein Süppchen gekocht, welches einige Zutaten enthält, die ich sonst nur widerwillig herunterwürge. Doch die Band hatte das richtige Rezept und ausreichend Gewürze zur Hand und das macht das Album für mich kompatibel, sodass ich es jetzt zum dritten Mal am Stück höre.

Die Band hat zehn Jahre nach dem letzten Album „Urstant“ verstreichen lassen, was wohl der Grund war, dass beim Lesen des Bandnamens nicht gleich ein Glöckchen in meinem alten Hirn bimmelte. Bekannt kam mir der Name dennoch vor und ein Stimmchen flüsterte mir ins Ohr, dass ich von dieser Band schon mal etwas reviewt haben könnte. Und richtig, in meinem Schrank steht die „Tief Schwarz Blutig Rot“. Das Album war von 2011, da hatte ich noch mein Fanzine am Laufen.

„Widerschein“ ist ein Melodic Death Metal- Album mit einer gewissen Theatralik. Jegliche Schwülstigkeit oder bombastische Opulenz wird vermieden und selbst das anfangs sinfonisch anmutende Endstück „Die Letzte Sinfonie“ kommt gut rüber, hat etwas von einem Soundtrack, der dann in kraftvolles Riffing übergeht. 

Anspieltipp:
👺Puppenspieler
🔥Gegenwind
🎼Die Letzte Sinfonie


Bewertung: 8,5 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Anbeginn
02. Puppenspieler
03. Kleiner Mann
04. Morgenrot
05. Der Nimmersatt
06. Spieglein, Spieglein
07. Nur Weil Ich Es Sag
08. Aus Einem Hab Ich Zwei Gemacht
09. Gegenwind
10. Die Letzte Sinfonie 


MAIK


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