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EVERMORE – Mournbraid (2026)
(10.160) Baka (8,2/10) Heavy Metal
Label: Scarlet Records
VÖ: 20.03.26
Stil: Heavy Metal
EVERMORE beginnen ihr Werk mit einem orchestralen Intro samt dezenter Chöre. Anfangs wird eine Spannung erzeugt, die Druck auf das Wohlbefinden ausübt. Ein schroffer Übergang zu einer traurigen Melodie bringt einen Stimmungswechsel, der einem nicht genug Zeit lässt, mitzufühlen. Denn es beginnt der erste Track „Underdark“. Und dieser lässt die Trauermelodie zerspringen.
Klassischer kann ein Heavy-Metal-Riff nicht geschrieben sein, aber das ballert ordentlich rein. Ein feiner Pitch Scream vollendet die Power, die die Band anpreist. Die Vocals sind allgemein in den weiten Höhen angesiedelt und weisen Parallelen zu BRUCE DICKINSON auf. Viele Sänger verlieren sich in den Höhen und schaffen nicht viel Facettenreichtum. Hier sieht es anders aus. Stets bemüht, viel Melodie und gute Abgänge zu schaffen, verschafft der Sänger der energiegeladenen Backing Band die nötige Komplettierung.
Die Band hat ihre Parts sehr sauber und druckvoll eingespielt. Die Produktion spiegelt das auch wider. Sauber und klar hört man jede Note heraus. Der Zerrgrad verschafft der glatten Produktion einen ordentlichen Boost und Eigenständigkeit im Stil.
Meist im Intro der jeweiligen Songs ist das Orchester wieder vertreten. Dieses sorgt auch in Zwischenparts für epische Weite. In Kombination mit den Vocals ist das schon Exploitation Metal erster Klasse. „Nightstar Odyssey“ liefert eine stark überzogene Variante des Songwritings der Band. Das kann durchaus nervig sein. Es wirkt so, als sei es der Band bewusst. Denn in der Mitte des Songs wird stark heruntergebrochen und ein knackiger Heavy-Part lockert alles auf. Dieser wird mit einem Solo verziert, das beide Parts im Wechselspiel vereint. Epischer kann man die Heavyness nicht gestalten.
Ab Song drei wird deutlich, dass die Double Bass eine große Rolle spielt. Ein sehr markantes Stilmittel, welches aber auch sehr gut passt. Ab hier merkt man auch durchgängig den Stil der Band und lässt vermuten, dass das alles war, was die Band zu bieten hat. Dem ist nicht so! EVERMORE versteht es, anstrengende Parts aufzulockern und mit Gitarren wirken zu lassen. Die Gitarrenarbeit ist hervorragend.
In „Oath Of Apathy“ schafft es die Band, markanter ihre Wurzeln einfließen zu lassen. Das Intro ist dafür ausschlaggebend. Der Titel geht auch etwas ruhiger vonstatten. Aber auch nur etwas. Leider ist die Songstruktur ähnlich der anderen. Und das ist bei den übrigen Songs leider das Gleiche. Eine Ballade findet man nur als Bonus-Track („Old Man´s Tale“). Dieser Song ist nicht gerade ein Glanzstück. Hätte das Album in der Mitte etwas aufgelockert. Hardcore-Heavy-Metal-Fans, die sich nicht an durchgehend hochfrequentierten Vocals stören, finden hier eine neue Lieblingsplatte.
Anspieltipps:
🔥Nightstar Odyssey
🎸Ravens At The Gates
Bewertung: 8,2 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. The Void
02. Underdark
03. Nightstar Odyssey
04. Titans
05. Oath Of Apathy
06. The Illusionist (Raise The Curtain)
07. Armored Will
08. Ravens At The Gates
09. Mournbraid
10. Old Man´s Tale

