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MAMMON’S THRONE – My Body To The Worms (2026)
(10.132) Maik (10/10) Black Death Doom Metal
Label: Hammerheart Records
VÖ: 13.03.2026
Stil: Black Death Doom Metal
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Die Formation MAMMON’S THRONE stammt aus Australien und bringt heuer mit „My Body To The Worms“ schon ihren dritten Langstreckenbomber auf die Startbahn. Stilistisch stellen sich die Mannen aus Down Under breit auf. Schon mit dem Opener „Senseless Death“, der mit über neun Minuten ein gewaltiges Statement setzt, besticht durch eine ungewöhnliche Stilvielfalt.
Beginnt der Song zunächst mit typischem Death Doom, wie ihn frühe PARADISE LOST und MY DYING BRIDE zelebrierten, wechselt er dann aber, nach einem flirrenden Gitarrensolo zu einem Sound, der etwas an BOLT THROWER erinnert. Dann kommt das hypnotische Anfangsriff wieder hervor. Etwa in der Mitte schrumpft alles auf ruhiges Akkustikgeplänkel zusammen, dem kurz fast gothicmäßiger Klargesang hinzuaddiert wird. Bei diesem Part fühle ich mich ein wenig an SOULSEARCH erinnert. Dann wird schrittweise die Intensität erhöht, bis das Finale wieder in der Schnittmenge zwischen Death, Doom und Black Metal auspendelt.
Das ist ein beeindruckendes Schauspiel, welches trotz seiner immensen Spieldauer zu keinem Zeitpunkt langweilig wirkt, und man fürbass erstaunt ist, dass der Song schon zu Ende ist. Ein kurzes Zwischenspiel leitet zum dritten Track über, der so richtig düster wuchtig beginnt. Tiefes, wuchtiges Riffing wälzt sich schwer durch das Gelände, während der Vokalist schwarzmetallisch seine Botschaft herauskreischt. „Elixir“ heißt das Stück, welches schon am Rande des Funeral Doom balanciert. Düster, Schwer und quälend schleppend.
Fast schon eine logische Fortsetzung des vergangenen Songs bietet das folgende „Every Day More Sickened“, welches ähnlich riffend loslegt, wobei sich der Gesang zwischen Klar- und Kreisch- abspielt. Eigentlich ein simples Konzept, welches aber dennoch durch Abwechslung glänzt und die neuneinhalb Minuten wie fünf erscheinen lässt. Das muss man erst einmal hinkriegen. Die Wechsel erscheinen nur den Bruchteil einer Sekunde überraschend, bevor sich einem die tiefe Logik in den Strukturen erschließt.
Es scheint üblich zu sein im Hause MAMMON’S THRONE, langen Songs ein Zwischenspiel folgen zu lassen, und so führen uns sphärische Klänge plus Sologitarre und Piano über die Schwelle zur Ewigkeit, „At The Theshold Of Eternity“ eben.
Dann schlagen die Australier etwas melancholischere Töne an. Denn „An Angel’s Grace“ startet mit düster-melodischen Klängen, dann addieren sich Black Metal- mäßiger Gesang dazu, der sich mit dem schon erwähnten Klargesang abwechselt. Auch das Riffing nimmt an Wucht zu, der melancholische Grundeindruck bleibt, wird aber wuchtiger und sehr heavy. Bis zur Mitte des Songs steigert sich die Intensität, dann leitet ein Bass-Solo den Sound in schwarzmetallische Gefilde um. Das Tempo wird forciert und wechselt dann wieder abrupt in den schleppenden Death Doom-Modus, zudem sich fast klagender Gesang gesellt.
Und da sind wir schon beim letzten Song angelangt. Bei „Departed“ fahren MAMMON’S THRONE noch mal alles auf, was sie auf der Pfanne haben. Es beginnt getragen, ruhig, entspannend mit sanften Klängen und getragenem Klargesang. Nach knapp zwei Minuten setzt ein Riff ein, tonnenschwer und alles zermalmend, der Gesang bleibt klar, wird aber kraftvoller. Die Mucke steigert sich dann in ein episches Finale, welches fast so etwas wie Optimismus und Zuversicht ausstrahlt, trotz der im Grunde düsteren Ausrichtung. Zum Ende wird dann noch mal eine Schippe draufgelegt und die Band zeigt noch mal, dass sie todeschwarzmetallisch auch was auf der Pfanne haben.
Song-für-Song- Rezensionen schreibe ich ja nicht so gerne, aber hier war das irgendwie unabdingbar. „My Body To The Worms“ ist ein fulminantes Gesamtwerk, welches man eigentlich ausschließlich am Stück genießen sollte. Einzelne Songs hier herauszureißen, ist fast ein Sakrileg. Das Album wirkt wie aus einem Guss, kompakt, logisch, dramatisch. Es ist nicht üblich, dass ein Album im Death/Doom-Bereich mich beim ersten Anhören überzeugt, doch das war hier der Fall.
Ohne sich zwischen den Stühlen, bzw. Stilen zu verzetteln, surfen MAMMON’S THRONE souverän durch die Gefilde von Death, Black und Doom Metal, nehmen noch den einen oder anderen Einfluss vom Dark Metal und sogar Gothic mit und verbauen das Ganze zu einem stimmigen Meisterwerk, welches sich heute schon einen Anwärterplatz auf meinen diesjährigen Poll verdient hat. Ein beeindruckendes Album von einer Band, die mir bisher noch nicht bekannt war.
Anspieltipp:
💀 Senseless Death
⚡ Everyday More Sickened
Bewertung: 10 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Senseless Death
02. Clandestine Unholy Rites
03. Elixir
04. Everyday More Sickened
05. At The Threshold Of Eternity
06. An Angel’s Grace
07. Departed

