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DEFACING GOD – Darkness is my Crown (2026)

(10.176) Olaf (8,0/10) Blackened Death Metal


Label: Apostasy Records
VÖ: 27.03.2026
Stil: Blackened Death Metal






Es gibt diese Platten, die nicht um Aufmerksamkeit bitten, sondern sie sich einfach nehmen. Still, dunkel, mit einer Selbstverständlichkeit, die fast schon arrogant wirkt. Genau so fühlt sich Darkness Is My Crown von DEFACING GOD an. Keine großen Gesten, kein anbiederndes „Schaut her“, sondern ein Werk, das seine Wirkung aus sich selbst heraus entfaltet – und dabei erstaunlich tief schneidet.

Die Dänen bewegen sich erneut in diesem Spannungsfeld aus Black- und Death-Metal, wobei für mich ziemlich eindeutig ist, wohin die Reise geht: Der Black-Anteil dominiert, und zwar nicht nur oberflächlich, sondern im gesamten Klangbild. Diese kalte, fast majestätische Dunkelheit, die sich wie ein Schleier über die Songs legt, erinnert stark an die Phase von Dimmu Borgir, als sie noch gefährlich und nicht geschniegelt klangen. So ein bisschen wirkt das hier wie ein alternatives Universum, in dem nach Puritanical Euphoric Misanthropia noch ein weiteres, konsequent düsteres Album erschienen wäre – weniger geschniegelt, mehr Biss, weniger Hochglanz, mehr Seele.

Dass das Ganze trotzdem nicht nach Kellerdemo klingt, liegt natürlich auch an Tue Madsen, der dem Album einen Sound verpasst hat, der gleichzeitig wuchtig und transparent ist. Saufett produziert trifft es ziemlich gut. Die Gitarren fräsen sich durch den Mix, das Schlagzeug drückt mit Nachdruck, ohne alles plattzuwalzen, und der Gesang thront darüber wie eine Mischung aus Beschwörung und innerem Monolog.

Inhaltlich geht es hier deutlich mehr nach innen als nach außen. Wo andere Bands okkulte Versatzstücke wie Dekoration verwenden, wirken sie hier eher wie ein Werkzeug, um persönliche Themen greifbar zu machen. Verlust, Selbstzweifel, Transformation – das zieht sich durch das gesamte Album. Zeilen, die davon handeln, sich der eigenen Dunkelheit zu stellen und sie nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiv in Stärke umzuwandeln, wirken dabei nie aufgesetzt. Eher so, als würde hier jemand sehr bewusst durch die eigenen Abgründe marschieren und dabei jeden Schritt dokumentieren.

Musikalisch legt das Album einen beeindruckenden Start hin. Die ersten Tracks greifen ineinander wie Zahnräder, bauen Druck auf, lassen ihn kurz entweichen und ziehen ihn dann wieder an. Gerade Malediction Manor und It Comes at Night zeigen, wie gut DEFACING GOD Spannung inszenieren können, ohne sich in reiner Raserei zu verlieren. Auch There Is No Light ist so ein Moment, in dem alles perfekt sitzt – Atmosphäre, Dynamik, Melodie, Aggression.

Bis zu diesem Punkt fährt das Album auf einem ziemlich stabilen Neuner-Kurs. Danach allerdings verliert es ein wenig an Zug. Nicht, weil die Songs schlecht wären, sondern weil das zuvor so konsequent aufgebaute Spannungslevel leicht absackt. Einige Passagen wirken etwas ausgedehnter, als sie sein müssten, und das Gefühl, permanent an der Kante zu stehen, weicht einem leichten Durchatmen – nur dass dieses Durchatmen ein bisschen zu lange dauert. Das ist der einzige echte Makel an einem ansonsten sehr starken Album. Denn die Grundsubstanz stimmt: Atmosphäre, Songwriting, Produktion – alles auf einem Niveau, das man so erst mal liefern muss. Nur die letzte Konsequenz fehlt, um aus „sehr gut“ ein „verdammt nochmal überragend“ zu machen.

Was bleibt, ist ein Werk, das seine Dunkelheit nicht als Pose trägt, sondern als Kern seiner Existenz begreift. Und genau deshalb wirkt es auch lange nach – selbst dann, wenn es sich zwischendurch ein kleines bisschen in eben dieser Dunkelheit verliert.

Anspieltips
🌑Malediction Manor
⚔️It Comes at Night
🕯️There Is No Light


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Nocturnal Vestige
02. Malediction Manor
03. It comes at Night
04. I see Shadows
05. Nefarious Enclave
06. Hymns of the Memoir
07. There is no Light
08. Your Presence lingers here
09. Transition
10. The last Revelation 



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