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TORIAN – The Lost Legion Rising (2026)

(10.239) Maik (7,0/10) Melodic Power Metal


Label: Massacre Records 
VÖ: 08.05.2026 
Stil: Melodic Power Metal 






Die Paderborner TORIAN haben sich der in den frühen 2000er Jahren aufkommenden Welle verschrieben, dem melodischen, teils orchestralen Power Metal. In stabiler Besetzung wurden bis heute 4 Alben eingetütet, und nach acht Jahren Abstand nun auch das fünfte. 

„The Lost Legion Rising“ als Albumtitel könnte darauf anspielen, dass die verloren geglaubte Legion namens TORIAN nun wieder emporsteigt. Der Opener „Soul Vampires“ zeigt sich schon mal gewaltig, griffige Riffs und treibender Rhythmus prägen das Songwriting. Allerdings kommt auch der Bombastanteil stark zum Tragen. Ein etwas zu dominantes Keyboard und etwas zu pathetisch wirkende Chöre greifen doch sehr stark ins Regal mit den Süßigkeiten. 

Die Songs sind recht eingängig und bedienen sich lang schon existierender Standards. TORIAN erfinden den Power Metal keineswegs neu, und ich glaube, das hatten sie auch gar nicht vor. Genrefreunde werden es lieben, denn „The Lost Legion Rising“ hat alles, was ein gediegenes Album dieser Machart braucht. Sinfonische Arrangements, heldische Chöre inklusive gelegentlicher ‚Oh Ho Hohh‘- Gesänge („Flame Of Resistance“) und anheimelnde Melodien, die auch gern mal ins folkmäßige abdriften. 

Die Lyrics befassen sich größtenteils mit martialischen Themen (z.B. „Warpriest“, „Iron Hammer“), glücklicherweise werden uns aber diverse Könige und Drachen erspart. Dennoch muss ich sagen, dass die Musik angesichts dieser Texte fast etwas zu fröhlich klingt. Da hätte etwas mehr Dreck unter den Nägeln sicher um einiges fetter gewirkt. Dabei impfen TORIAN ganz amtliche Riffs in den metallischen Blutkreislauf, nur verstecken sich diese oft hinter Synthies und Gesang und überlassen diesen beiden die musikalische Gestaltung der Songs, wodurch die Sache teilweise etwas generisch wirkt. Die Heavyness allein durch markige Songtitel und Texte anzustreben, während man sich in gefällige Melodien ergeht, erscheint mir etwas plakativ. 

Was ich hier schriebe, ist natürlich auch reine Geschmackssache. Stilsicher sind TORIAN auf jeden Fall und topfit an den Instrumenten. Die Gitarrenfraktion Delius/Thielmann, die seit Anbeginn in der Band ist, bedient die Äxte mit exorbitanter Akkuratesse. Das wäre umso geiler, wenn die etwas mehr im Vordergrund agieren würden. Gerade ein Song wie „Iron Hammer“ würde mit einer etwas wuchtigeren Produktion viel heftiger reinhauen, doch auch hier dominieren die Synths und verleihen dem Song einen eher liedhaften Charakter. Und beim Chorus von „Sons Of The Damned“ möchte man schier das Schunkeln anfangen. Nach dem etwas behäbig wirkenden fast-Titelsong „Lost Legion“ geben TORIAN noch mal Gas. „Sent To Hell“ beginnt mit treibenden folk-mäßigen Melodien und genickmuskelanregendem Riffing. Das wäre ein recht guter, weil furioser Abschluss des Albums gewesen. Doch TORIAN hängen noch zwei überlange Tracks hintenan, die jetzt vielleicht nicht unbedingt an dieser Stelle wirken.

„Stand As One“ beginnt balladesk und entwickelt sich dann in eine Richtung, die eher an ein Weihnachtslied als an eine Metalhymne erinnert. Mag ja ganz nett sein, aber über sieben Minuten lang? Alter! Auch das Finale steht mit über acht Minuten zu Buche und bietet noch einmal alles auf, was die Band auf dem Kasten hat. Das bläht das Album auf über eine Stunde auf, wobei man zugute halten muss, dass der Käufer damit value for money bekommt. 

Letztlich reiht sich „The Lost Legion Rising“ in die große Armee sinfonisch geprägten Power Metals der Neuzeit ein, ohne sich jetzt besonders in den Vordergrund zu spielen. Ein adäquates Release, technisch und soundmäßig meisterhaft inszeniert, doch mit etwas zu wenig Eigenständigkeit und vor allem mit etwas zu wenig Biss. Letzteres größtenteils produktionstechnisch. Ein schönes Stück Edelstahl. Jegliche Spitzen, Ecken und Kanten sorgfältig entgratet und das Ganze sauber poliert. Dann klappt’s auch mit dem Nachbarn. 

Anspieltipp:
👿Soul Vampires
🔥Sent To Hell


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Soul Vampires 
02. Silver Demons 
03. Flame Of Resistance 
04. Warpriest 
05. Iron Hammer 
06. Sons Of The Damned 
07. Lost Legion 
08. Sent To Hell 
09. Stand As One 
10. Katharsis 



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