GOZU – Gozu VI (2026)
(10.242) Phillip (6,5/10) Stoner Metal
Label: Metal Blade Records
VÖ: 15.05.2026
Stil: Stoner Rock/ Metal
Komm schon, dachte ich mir, mit Stoner Metal kann man ganz selten falsch liegen. Selbst wenn das Teil so langweilig wie der die „Kampf“ um den Sieg der Fußball-Bundesliga der Herren wäre, immerhin hätte es garantiert einen gewissen Grund-Groove. Also rein da, schließlich habe ich von Gozu noch nie etwas gehört, obwohl dieses Ensemble bereits fünf Alben veröffentlicht hat und seit 2007 aktiv ist.
Der Opener Corinthian Leatherface holt mich auch direkt ab, groovy wie Sau, der Bass und die Drums schieben wunderbar an und eine wundervoll mitreißend riffende Gitarre. Klargesang, der ehrlich klingt und schon wähne ich mich in vertrauten Gefilden. Red Fang lassen grüßen. Das ist doch mal ein vielversprechender Albumstart.
Wer zackig startet, der darf auch mal durchschnaufen und so fuzzt der Bass im nächsten Stück los und die Band trant hinterher. Doch so ganz zündet die Nummer nicht. Killer Khan tritt dann etwas mehr auf das Gaspedal, doch danach wird es wieder zahm und sphärisch. Schleicht sich hier etwa ein Muster ein? Denn ja, auch Banacek gibt wieder deutlich mehr Kette und allmählich wird mir klar, dass ich die zügigeren Nummern lieber mag als die zwar sehr melodischen, aber auch recht lahmen Stücke. In den letztgenannten passiert einfach zu wenig um eine entsprechende Atmosphäre zu erzeugen.
In They Did Know Karate finden Gozu dann endlich den passenden Mittelweg zwischen schwerem Groove und Melodie im passend gedrosselten Tempo. Hier gibt es die Extraportion Wucht, die in den anderen, sanften Nummern fehlte. Und als hätten sie einen Schalter umgelegt, laufen auch die letzten beiden Nummern wesentlich energischer ins Ziel.
Mir ist völlig klar, dass Dynamik auch im Stoner-Bereich wichtig ist, doch Gozu finden ihr passendes Rezept, nach einigem Hin und Her, final erst in der zweiten Albumhälfte und zeigen damit, wozu sie fähig sind. Im Sound gibt es nicht viel zu nörgeln, hier passt alles, ist genretypisch erdig abgemischt und atmet. Das Gerät könnte so 1:1 auf eine Bühne. Hier dürften dann aber bitte nur die Kopfnickernummern kommen, ansonsten wäre der Bierstand um Längen interessanter denn insgesamt klingt Gozu VI, als würde die Band einfach solide ihren Stiefel runterspielen, sodass nur recht wenige Songs bleibenden Eindruck hinterlassen.
Anspieltipps:
🤜 Corinthian Leatherface
💪 The Did Knnow Karate
🎸 Gimme The Lute
Bewertung: 6,5 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Corinthian Leatherface
02. Midnight Express
03. Killer Khan
04. Corner Lariat
05. Banacek
06. They Did Know Karate
07. Gimme the Lute
08. Corvette Summer

