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Faces Of Fear – Veils Of Enchantment (2026)

(10.147) Shadowman (8,9/10) Black Metal, Dark Metal

Label: Independent / Eigenproduktion
VÖ: 13.03.2026
Stil: Dark Metal, Black Metal

 

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Gegründet wurde Face Of Fear 1997 in Magdeburg, und schon damals bewegte sich ihr Sound zwischen klassischem Black Metal, düsteren Dark-Metal-Elementen und atmosphärischen Einflüssen. Inhaltlich kreisen die Songs häufig um Themen wie Tod, Existenz, Spiritualität und die dunklen Facetten der menschlichen Psyche – Themen, die im Black Metal traditionell tief verwurzelt sind.

Wie so viele Undergroundbands durchliefen auch Faces Of Fear im Laufe der Jahre unterschiedliche Phasen. Es gab ruhigere Zeiten, personelle Veränderungen und längere Pausen. Dennoch blieb die Band für viele Szene-Kenner präsent. Gerade im Raum Magdeburg tauchte der Name immer wieder auf – sei es bei Konzerten, Festivals oder in Gesprächen unter Metalheads.

Mit “Veils Of Enchantment” meldet sich die Band nun mit einem Album zurück, das deutlich zeigt, dass hier Musiker am Werk sind, die ihre Szene seit Jahrzehnten kennen und verstehen.

Schon die ersten Minuten des Albums lassen erkennen, dass Faces Of Fear ihren eigenen Weg gehen. Der Sound orientiert sich zwar klar am klassischen Black Metal, verzichtet aber bewusst auf sterile Hochglanzproduktion. Stattdessen dominiert eine raue, leicht nebelige Klangästhetik, die hervorragend zur düsteren Atmosphäre der Songs passt.

Die Gitarren erzeugen dichte Klangflächen, die sich mit melodischen Linien und kalten Riffs abwechseln. Darüber liegt ein Gesang, der zwischen typischem Black-Metal-Screaming und dunklem Shouting pendelt. Diese Mischung sorgt dafür, dass das Album gleichzeitig roh und atmosphärisch wirkt.

Der Einstieg ins Album funktioniert dabei sehr gut. Der erste Song baut seine Spannung Schritt für Schritt auf und zieht den Hörer langsam in diese dunkle Welt hinein. Man merkt sofort, dass es der Band nicht nur um Geschwindigkeit oder Härte geht, vielmehr steht die Stimmung im Vordergrund.

Mit zunehmender Spielzeit entfaltet Veils Of Enchantment seine ganze Bandbreite. Ein besonders eindrucksvoller Moment ist „Where Darkness Binds“, ein Song, der mit schweren Gitarrenriffs und einer fast okkult wirkenden Atmosphäre arbeitet. Hier verschmelzen klassische Black-Metal-Elemente mit leicht düsteren melodischen Passagen, was dem Stück eine eigene Identität verleiht. „Lilith’s Curse Unveiled“ schlägt anschließend eine deutlich aggressivere Richtung ein. Der Song lebt stark von seinem treibenden Rhythmus und den scharfen Gitarren. Die Vocals wirken hier besonders bissig und verleihen dem Track eine rohe Intensität, die live sicherlich noch einmal deutlich stärker zur Geltung kommt. Mit „Tragedy Of Medusa“ nimmt das Album anschließend eine epischere Wendung. Die Gitarrenmelodien wirken größer und weiter, während die düstere Grundstimmung erhalten bleibt. Gerade dieser Song zeigt, wie viel Erfahrung im Songwriting der Band steckt. Die Strukturen wirken durchdacht, ohne dabei ihre ursprüngliche Energie zu verlieren. Ein weiterer interessanter Track ist „Thirsty For Eternal Youth“. Der Song wirkt in seiner Atmosphäre besonders dicht und verbindet die klassischen Black-Metal-Elemente der Band mit einer etwas moderneren Herangehensweise. Dadurch entsteht ein Stück, das sowohl musikalisch als auch thematisch eine spannende Tiefe besitzt. Der Titeltrack „Veils Of Enchantment“ bildet schließlich einen der zentralen Punkte des Albums. Hier verbinden sich hypnotische Gitarren, eine dunkle Grundstimmung und eine fast rituelle Atmosphäre zu einem Song, der lange im Gedächtnis bleibt.

Im späteren Verlauf der Platte zeigt sich erneut, wie abwechslungsreich das Material geraten ist. Die Songs bleiben durchgehend düster und intensiv, gleichzeitig sorgt das abwechslungsreiche Songwriting dafür, dass die Spannung über die gesamte Spielzeit hinweg erhalten bleibt. Mit “Veils Of Enchantment” liefern Faces Of Fear ein Album ab, das sehr authentisch wirkt und klar aus dem Geist des klassischen Underground-Black-Metal entstanden ist. Statt Trends hinterherzulaufen, konzentriert sich die Band auf das, was sie seit Jahrzehnten ausmacht: düstere Atmosphäre, starke Riffs und ehrliche Leidenschaft für extreme Musik.

Gerade Fans von traditionellem Black Metal, der neben Härte auch viel Wert auf Stimmung und Atmosphäre legt, dürften hier voll auf ihre Kosten kommen. Das Album wirkt wie ein Stück gelebte Szene-Geschichte, roh, dunkel und mit spürbarer Hingabe eingespielt. Für mich ist “Veils Of Enchantment” deshalb ein Album, das zeigt, wie lebendig der Underground auch nach vielen Jahren noch sein kann.


Bewertung: 8,9 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Devil Woman
02. Down The Rhine’s Flow
03. Chimeras In The Moonlit Gleam
04. Where Darkness Binds
05. Thirsty For Eternal Youth
06. Lilith’s Curse Unveiled
07. Misty Waters
08. Tragedy Of Medusa
09. A Succubus Affair



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