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KERRIGAN - Wayfarer (2026)

(10.175) Olaf (6,0/10) Heavy Metal


Label: High Roller Records
VÖ: 27.03.2026
Stil: Heavy Metal






Manchmal reicht ein Blick auf Artwork, Songtitel und Bandnamen, um sich gedanklich schon irgendwo zwischen staubiger Landstraße, Lederjacke und rostigem Highway-Schild wiederzufinden. KERRIGAN liefern mit Wayfarer genau dieses Bild – nur leider bleibt es am Ende auch genau das: ein Bild. Eines, das man schon zu oft gesehen hat.

Die Band bewegt sich stilistisch tief im klassischen Heavy Metal, irgendwo zwischen kernigem US-Metal und europäischer Traditionspflege. Das ist per se nichts Schlechtes – im Gegenteil: Gerade in Zeiten, in denen alles nach „modern“, „progressiv“ oder „Post-irgendwas“ schreit, kann ein ehrliches, schnörkelloses Album wie dieses fast schon wie ein wohltuender Tritt in den Hintern wirken. Könnte. Wenn da nicht dieses Gefühl wäre, dass hier vieles eher nach Pflichtübung als nach innerem Drang klingt.

Schon der Opener Torchbearer setzt die Marschrichtung: solide Riffs, ordentlich Druck, alles handwerklich sauber. Doch während man noch darauf wartet, dass sich irgendwo ein Haken ins Ohr bohrt oder ein Moment entsteht, der hängen bleibt, zieht der Song vorbei wie ein LKW auf der rechten Spur – laut, präsent, aber eben auch schnell vergessen. Dieses Muster zieht sich durch weite Teile des Albums.

Dabei kann man KERRIGAN nicht vorwerfen, dass sie ihr Handwerk nicht verstehen. Die Gitarrenarbeit ist durchweg stabil, teilweise sogar richtig stark, etwa wenn in The Ice Witch oder Blood and Steel kurz diese oldschoolige Magie aufblitzt, die an bessere Zeiten erinnert, ohne sie plump zu kopieren. Auch rhythmisch sitzt das alles, groovt an den richtigen Stellen und zeigt, dass hier keine Anfänger am Werk sind. Und trotzdem: Es passiert zu wenig.

Ein großes Problem – und das zieht sich leider wie ein roter Faden durch Wayfarer – ist der Gesang. Anfangs noch okay, vielleicht sogar passend zur erdigen Ausrichtung der Band, kippt das Ganze spätestens nach drei Songs in Richtung „Bitte nicht schon wieder“. Die Stimme hat wenig Variation, wirkt oft angestrengt und schafft es selten, den Songs eine eigene Identität zu geben. Stattdessen schleift sie sich durch die Tracks wie ein stumpfes Messer durch zähes Fleisch. Man ertappt sich dabei, wie man sich instrumental mehr Luft wünscht – was im Heavy Metal ja nun wirklich kein gutes Zeichen ist.

Interessanterweise sind es genau die Momente, in denen die Band etwas Tempo rausnimmt oder Atmosphäre zulässt, die am ehesten hängen bleiben. Surrender und Red Light Tower haben zumindest Ansätze von Dynamik und schaffen es, kurzzeitig aus der Gleichförmigkeit auszubrechen. Leider bleibt es bei Ansätzen.

Produktionstechnisch gibt es wenig zu meckern: Das Album klingt klar, druckvoll und angenehm oldschoolig, ohne dabei verstaubt zu wirken. Genau so muss klassischer Heavy Metal heute klingen – nicht überproduziert, aber auch nicht wie aus der Garage von 1983 gekrochen. Nur hilft auch die beste Produktion nichts, wenn das Songwriting nicht mithalten kann.

Man kann sich Album problemlos anhören, ohne sich dabei zu ärgern – aber eben auch ohne echte Begeisterung. Es ist musikalisch absolut in Ordnung, solide, stellenweise sogar gut, aber eben weit entfernt von irgendetwas, das man als „besonders“ bezeichnen würde. Das Rad wird hier definitiv nicht neu erfunden.


Bewertung: 6,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Torchbearer
02. Asylum
03. The Ice Witch
04. Surrender
05. Wayfarer
06. Blood and Steel
07. Dystopia
08. Fighter
09. Red Light Tower 



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