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POWER PALADIN – Beyond the Reach of Enchantment (2026)

(10.154) Maik (7,0/10) Power Metal


Label: ROAR
VÖ: 27.03.2026
Stil: Power Metal






Bei dem Bandnamen POWER PALADIN schwante mir zunächst Böses, eben auch, weil Power Metal als Etikett draufstand. Zu stark war bei mir die Befürchtung, dass es hier mal wieder um Könige, Drachen und strahlende Ritter auf heil’ger Mission geht. Doch als ich sah, die Band kommt aus Island, und nachdem ich mir den ersten Song reingezogen hatte, schwanden meine Befürchtungen. Fürs Erste. Ich kleiner Dummkopf!

Denn der Opener „Sword Vigor“ zieht doch ganz gut ab, erinnert ein wenig an ENFORCER, sowohl von der Melodik als auch vom Gesang her. Und da dachte ich mir, das könnte doch ganz unterhaltsam werden. Gut, das Nintendo-mäßige Keyboardstück in der Mitte hätte jetzt nicht unbedingt sein müssen.

Mit dem zweiten Song wird dann bei beibehaltener Melodik noch etwas epische Breite aufgebaut, dem Fantasy-Thema, dem das Album folgt, eigentlich ganz angemessen. Wechselnde Gesangseinlagen, sogar eine Art Growlen, bauen eine theatralische Stimmung auf. Jedoch fällt jetzt erstmals auf, dass sich POWER PALADIN doch sehr stark an den Subgenre-Kollegen orientieren. Dieser Gedanke setzt sich im Laufe des Albums immer mehr fest. Man hat teilweise den Eindruck, das alles schon mal unter anderen Namen mehrmals gehört zu haben. Das spricht zwar teils für gelungene Eingängigkeit, wirkt auf Dauer aber recht generisch.

Für ein düsteres Thema mit Rittern und Drachen und finsteren Wäldern, wie uns das Cover-Artwork suggeriert, klingt das alles ein wenig zu fröhlich. Gut, man kann dazu schön Party machen, das ist Mucke, die keinem wehtut und die man auch mal einem Non-Metal-Publikum in angemessener Lautstärke und Dosierung angedeihen könnte. Mir fehlt bei einem solchen Thema etwas der Dreck, der einer Sword’n’Sorcery-Geschichte angemessen wäre. ‚Woran erkennst Du, dass er ein König ist? Weil er noch nicht völlig von Scheiße überzogen ist.‘ Das klingt alles so sauber und nett wie Omas Häkelstube.

Bestes Beispiel für die generische Machart der Songs ist das seeeehr liedhafte und piratenmäßige „Camelot Rock City“, welches musikalisch irgendwie gar nicht zum Titel passen will. Hier wird meines Erachtens ganz frech nach weiteren passenden Zielgruppen gefischt. Der Song wirkt auf Dauer sogar ziemlich nervig.

Das Subgenre melodischer bis sinfonischer Power Metal hat sich ja recht gut etabliert und auch POWER PALADIN entpuppen sich als treue Gefolgsleute dieser Spielart. Gespür für griffige Songs ist auf jeden Fall da, spielerisch sind die Isländer auch top und lassen in der Hinsicht nichts anbrennen. Spielfreude scheint auf jeden Fall vorhanden zu sein und die Zielgruppe wird sich begeistert bei einem Horn Met zum Takte wiegen und skandieren: ‚Camelot! Camelot!‘, während der gestandene Hartwurzelzieher schulterzuckend entgegnet: ‚Nur ’ne Attrappe!‘.

Für Leute, die eine Schnittmenge aus HELLOWEEN bis HAMMERFALL und Konsorten zu ihren Leibspeisen zählen, stellt „Beyond The Reach Of Enchantment“ sicher ein gediegener Festschmaus dar. Mir persönlich ist das dann doch etwas zu üppig aufgetragen. Doch letztlich wird das Album seine Zielgruppe befriedigen, und am Ende wird der Drache geheiratet, die Prinzessin getötet und zuletzt krönt sich der Held selbst zum König. Aber das ist eine andere Geschichte.

Anspieltipps:
🔥Sword Vigor“
💀Camelot Rock City


Bewertung: 7,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Sword Vigor
02. Glade Lords Of Athel Loren
03. The Royal Road
04. The Arcane Tower
05. Aegis Of Eternity
06. Camelot Rock City
07. Keeper Of The Crimson Dungeon
08. Valediction



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