THE ORDER – Empires (2026)
(10.165) Phillip (6,6/10) Melodic Heavy Metal
Label: Massacre Records
VÖ: 27.03.2026
Stil: Melodic Heavy Metal
Nach Begutachtung des Bandnamens, des Bandfotos und des Album- Artworks habe ich einen derart fulminanten Einstieg wie im Titeltrack Empires nun wirklich nicht erwartet. Sehr melodischer Heavy Metal mit pumpendem Bass und einer gesunden Schippe Aggressivität, der hier den Fall von Imperien der menschlichen Weltgeschichte besingt. Ich bin überrascht und recke die Faust empor und genau so überraschend ist der Track auch schon vorbei.
Willkommen zum neuen Album der Schweizer Band The Order! Bereits im nächsten Song wird etwas Fahrt herausgenommen. Ein eingängig stapfender Song gegen Despoten und Diktatoren weltweit, zu Zeiten von abermals um sich greifenden faschistoider Ideen und Staatsmännern eine definitiv angebracht Mahnung, doch kommt der Text etwas platt und allgemein daher und wirkt im Refrain schon fast partytauglich, was die Absicht meines Erachtens ein wenig konterkariert. So wirkt die Nummer, trotz wichtiger Botschaft, recht wage und allgemein.
Auch folgend wechseln sich Licht und Schatten im Schaffen der Band ab, während das kämpferisch anmutende Warriors wieder recht saftlos wirkt, kommt das wesentlich melodischere Thieves in the Night mit enorm sahnigem Ohrwurm-Chorus äußerst gelungen daher! Danach wird ein wenig auf den Spuren von Accept gewandelt und in Living for the Nightlife
komplett pathetisch und ohne doppelten Boden das glorreiche Nachtleben besungen. Wer’s braucht…
Aber Achtung! The Order sind, unter anderem dank des ebenfalls bei Nazareth angestellten, Gianni Pontillo extrem vielseitig. Ja, Wherever I Go klingt beim Lesen schon wie eine absolute AOR-Hymne mit geschwenkten Feuerzeugen/ Handybildschirmen und Winkearmen. Aber ihr macht euch ja keine Vorstellungen, bei der Menge an Zucker im Refrain ist mir beinahe ein Fuß abgefallen. Allerdings ist die Nummer auch wirklich, wirklich schön ausgestaltet und Punkt für Punkt clever durchdacht, also wunderschön herzergreifend kitschig.
Der nächste Song The Last Call channelt ein wenig Mötley Crüe, hat aber nicht den nötigen Dampf, um auf ganzer Strecke das angedeutete Potenzial zu zünden. Ganz im Gegensatz zu den abschließenden Nummern. Hier schippen The Order nochmal bannig Kohlen nach, mit modernerem Soundgewand und clever eingesetzter Akustikgitarre zeigen die Berner nochmal, was sie aktuell drauf haben.
So wirkt Empires am Ende trotz der erwähnten Unwuchten doch rund, da zwar zur großen Stilistik- Rundfahrt geladen wurde aber dennoch wieder am Ausgangspunkt festgemacht werden konnte. Wirklich störend, und das ist ein absolut subjektiver Punkt, wirkt auf mich nur dieses allgemeingültige Rumgeeier in gut einem Drittel der Songs, die ich direkt als blutleeres Füllmaterial identifiziere. Die zwei anderen Drittel können tatsächlich was!
Anspieltipps:
🏙 Empires
🔥 Wherever I Go
Bewertung: 6,6 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Empires
02. Fight For Your Rights
03. Warriors
04. Thieves in the Night
05. Living fort he Nightlife
06. Wherever I Go
07. The Last Call
08. Of Martyrs and Tyrants
09. The Bonehead’s Back – Promises and Illusions

