THE SOLITUDE – The Sound Of Absent Life (2026)
(10.190) Maik (7,6/10) Doom Metal
Label: Reaper Entertainment
VÖ: 03.04.2026
Stil: Doom Metal
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Die Geschichte von THE SOLITUDE geht zurück auf das Jahr 1993, als sich die Band, noch unter dem Namen SOLITUDE, als CANDLEMASS- Tribut-Band formierte. Diesem Outfit ward jedoch nur ein kurzes Leben beschieden. Doch 2021 beschlossen die beiden Urmember Janne Parviainen (u.a. ENSIFERUM, ex-WALTARI, ex-BARATHRUM) und Mika Karppinen die Band mit neuen Leuten wieder aufleben zu lassen, diesmal jedoch, um eigene Songs zu kreieren.
Und so nannte man die Band dann auch in THE SOLITUDE um und steht nun mit einem Full Length Album auf der Matte. Der Scheibling trägt den Titel „The Sound Of Absent Life“ (nicht zu verwechseln mit dem Album „The Absence Of Life“ der Band SUICIDE SOLITUDE).
Darauf enthalten sind zehn Doom-Metal-Songs, die im Grunde alles aufweisen, was klassischer Doom Metal braucht. Mächtige, tonnenschwere Riffs, ein Sänger der mit tragender und kräftiger Stimme seine leicht melancholischen und teils klagenden Gesänge ins Mikrofon befördert, und eine insgesamt eher gemächliche Gangart.
Schon mit dem Opener „Ruins Of The Fallen Stars“ zeigen die Finnen, dass sie immer noch gewaltig im Fahrwasser der schwedischen Doom-Legende herumschippern. Gesangslinien und Riffing lassen sehr oft das CANDLEMASSsche Erbgut durchschimmern. Ebenso die ausufernd vielschichtigen Gitarrensoli.
Und hier liegt meiner Meinung nach auch ein bisschen das Problem. THE SOLITUDE haben sich songwriterisch noch nicht wirklich merklich von CANDLEMASS abgenabelt, bedienen sich etwas zu klar aus deren Fundus, ohne wirklich gefährlich am Thron des großen Vorbilds herumzunagen. Die Songs ziehen schon eine ordentliche Doomschneise, und haben auch ihre großen Momente, die dann allerdings immer an CANDLEMASS erinnern. Ausnahme bildet das eher rockige „Gateway To Hell“, bei dem auch mal etwas Gas gegeben wird, was den Song ein wenig in die Epik-Metal-Ecke drängt.
Das Album ist beileibe nicht schlecht, es fehlt ihm nur ein wenig Eigenständigkeit und insgesamt passiert bei den Songs insgesamt auch etwas zu wenig. Überraschende Tempiwechsel und etwas dramatischere Diversität würden der Mucke gut tun. Ich will das nicht verreißen, denn insgesamt gefällt mir die Mucke auf „The Sound Of Absent Life“ ganz gut. Doch insgesamt sollten THE SOLITUDE nicht zu auffällig nach den Mannen um Leif Edling schielen, wenn es ums Songwriting geht.
Das vorliegende Album ist eine Reminisuenz an CANDLEMASS und die Historie an die Tribute-Zeiten von THE SOLITUDE und geht für ein Debütalbum mehr als in Ordnung. Auf weiteren Veröffentlichungen sollte die Band allerdings ein wenig mehr eigene Identität aufbauen. CANDLEMASS- Fans können hier allerdings trotzdem unbedingt einmal reinhören.
Anspieltipp:
💥 Ruins Of The Fallen Stars
🎸 Gateway To Hell
Bewertung: 7,6 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Ruins Of The Fallen Stars
02. Deny The Sun
03. Gateway To Hell
04. Beneath The Fallen Leaves
05. Cry For The Dark One
06. Requiem
07. Evil Needs Release
08. He Who Prevails
09. Bride Of Misery
10. The Sound Of Absent Life

