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TWIN SERPENT – True Norwegian Bluegrass (2026)

(10.274) Timo (8,0/10) Garage Punk/Folk


Label: Svart Records
VÖ: 08.05.2026
Stil: Garage Punk/Folk






Minimalistisch, aber auch energetisch und sogar tanzbar. Ja so könnte man das aktuelle Album des Quartetts aus Trondheim beschreiben. Musikalisch bewegen sie sich zwischen Lo-Fi Elementen, Country/Folk bis Bluegrass und raubeinigen, ursprünglichen Punk. 12 Songs über Liebe, Verrat und einer Prise Trotz gibt es darauf. Dabei kommen sie in bester DIY Manier und einer greifbaren Detailliebe daher. Auch wenn der Titel True Norwegian Blackgrass wie ein musikalischer Kurzschluss klingt, unterstreicht er die skandinavische Eigenwilligkeit. 

Das hier keine Anfänger am Werk sind, merkt man dem ambitionierten neuen Album mit jeder Sekunde an. Jede Menge Herzblut fühlt man hier unentwegt. Dabei zeigt sich TWIN SERPENT auch lyrisch vielseitig, aber eben auch nachdenklich, mit der typisch norwegischen humorigen Art. So singen Hanna und Timo auch mal auf norwegisch oder finnisch. Über Politik nach Trump, Bildschirmzeit, Pornoindustrie, Liebe und Rebellion, sowie schwarze Löcher. 

Dabei orientiert sich die Band durchaus am klassischen Bluegrass, der neben den punkigen Wurzeln ein weitreichendes Fundament bildet. Mal atmosphärisch, mal mit etwas rauer Kante, einer Ausrichtung die man durchaus als eigensinnig beschreiben kann. Wenn man sich erstmal auf die etwas eigenwillige Art einlässt, offenbart das Album doch einige Perlen. Angefangen vom rotzigen Space Heater, dem fast schon impulsiven Ærlig Talt, über dem energetischen Hundromshelvete. Wissen auch das tanzbare Forventninger, in Front mit Hanna’s gelungenen Vocals und seiner treibenden Art zu begeistern. Holy Ghost, dass auch cineatisches Potential aufweist und gut bei der ersten Staffel von True Detective funktionieren würde. Findet man am Ende mit dem bluesigen Ain’t Nation Blues ein würdiges Finale. 

Wer fernab des ermüdeten Einerlei was Neues entdecken will, vorausgesetzt man hat für Bluegrass und Punk ein Ohr übrig, dürfte mit den tanzbaren, angenehm minimalistischen Songs, sehr gut bedient sein. Mir gefielen die Songs nach mehrmaligen hören sogar immer besser und ich entdeckte spannende Details. Auch wenn TWIN SERPENT eine gewisse Stiltreue an den Tag legen, wirken die Songs auch erfrischend. Songwriting ist dabei gewiss mutig und als eigenständig zu beschreiben, dass Live sicher auch eine feine Party auf den Weg bringt.

Anspieltipps: Hundromshelvete oder Forventninger


Bewertung: 8,0 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Space Heater
02. Ærlig Talt
03. Stellar Suicide
04. Freak Flag
05. Hundromshelvete
06. Ain’t Home No More
07. Tusen Takk
08. Radiophobia
09. Forventninger
10. Holy Ghost
11. Kipu Kivi
12. Aint-Nation Blues



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