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WINTERFYLLETH – The Unyielding Season (2026)

(10.178) Patrick (10/10) Black Metal


Label: Napalm Records
VÖ: 27.03.2026
Stil: Black Metal







WINTERFYLLETH sind eine absolut Konstante, wenn es um qualitativ hochwertigen und kitschfreien, lyrisch vom Pagan beeinflussten Black Metal geht. Seit 2007 unterwegs, haben die Jungs bisher acht sehr gute, bis grandiose Alben über den Teich gewuchtet. Nun steht Album Nummer Neun in den Startlöchern und, soviel kann ich vorwegnehmen, „The Unyielding Season“ ist ein unfassbar fabelhafter Rohdiamant geworden, der trotz seiner ungeschliffenen Oberfläche bereits stark zu glänzen vermag.

Schnickschnack gibts bei WINTERFYLLETH nicht und so startet das neue Album der britischen Schwarzmetallschmiede ohne Intro oder sonstigem Firlefanz mit einer ordentlichen Portion Blastbeats. Die „Heroes Of A Hundred Fields“ betreten das Schlachtfeld und hinterlassen erstmal, dem Cover-Artwork entsprechend, nur verbrannte Erde. Ab ca. 02:40 kippt der Song in eine wundervoll melancholisch verpackte Melodie, während im Hintergrund sanfte Tastentöne anschwellen. Ab hier bietet der Song ein unglaubliches Potpourri aus Groove und Abwechslung und ehe ich groß darüber nachdenke, finde ich mich schon komplett, im fast hypnotisch anmutenden Klangkosmos der Band gefangen. Das folgende „Echoes In The After“ steht dem fantastischen Opener in Nichts nach und demnach falle ich immer tiefer in diesen fein ausgewogenen Abgrund aus zarten Melodien und pechschwarzen Noten.

Seltsamerweise verströmt die Musik der Jungs aus Manchester, trotz des überwiegend hohen Härtepegels, zu jeder Zeit genügend Wärme und Geborgenheit. Die Kompositionen von WINTERFYLLETH geben mir permanent das Gefühl, mich völlig frei in die wohligen Umarmungen der Musik legen zu können und mich dabei völlig sicher und wohlbehütet zu fühlen! Ich schließe die Augen, verfalle in einen Trance-ähnlichen Zustand und lasse ausschließlich schöne Gedanken durch mein Rechenzentrum kreisen. Raum und Zeit werden immer kleiner, verschwimmen und sind letztendlich nicht mehr existent. Ich gebe mich voll und ganz der Musik und meinen Gedanken hin. Was zählt ist der Moment und dieser gar wunderschöne Moment dürfte gern für ewig anhalten!

A Hollow Existance“ nimmt dann erstmals ein bisschen den Fuß vom Gas, aber dennoch schiebt sich der Song mit einer wahnsinnigen Intensität durch meinen Gehörgang. Zarte Chöre erheben sich im Hintergrund, bevor Frontman Chris seine Stimme erhebt und kurz darauf verfällt der Song in eine treibende Doublebass Hymne, dessen feinfühlige Melodie sich unlösbar um Hammer und Amboss in meinen Lauschern windet, sich dort unlösbar verankert und während ich mich noch träumend in der Schönheit dieser Melodie suhle, brettert die unbarmherzig wütende „Perdition Flame“ bereits aus den Boxen. Schnell, hart, aber auch hier im Mittelteil wieder so unsagbar einschmeichelnd, mit sanften Keyboardtönen versehen, dass mir trotz des relativ brutalen Soundgewandes so richtig warm ums Herz wird! In der Mitte des Albums haben WINTERFYLLETH den Titeltrack platziert und hier ergehen sich die Herren in relativ treibendem Midtempo, wobei die fantastisch gespielte Leadgitarre hier zu absoluter Höchstform aufläuft. Ab der Songmitte baut sich eine so unglaublich atmosphärisch dichte Klangfolge auf, welche vor Schönheit nur so strotzt und förmlich in meinem Kopf explodiert.

Das akustische Zwischenstück „Unspoken Elegy“ baut Spannung auf und leitet melancholisch düster in den längsten Song des Albums. „In Ashen Awake“ startet dann mit einem dunklen Keyboardteppich, der sich nach und nach weiter aufbaut, bis letztendlich die Gitarre die Führung übernimmt und der Song nach knapp drei Minuten in einer metallischen Eruption gipfelt. Sofort fällt mir wieder diese zarte, meine Seele umgarnende Melodieführung auf und kurz bevor ich unaufhaltsam weiter in die Tiefen dieser tonalen Notenfolgen falle, wird mir bewusst, dass ich bis hier her noch keine einzige schlechte oder deplatzierte Note auf „The Unyielding Season“ vernommen habe. Was für ein Album! Möge dieses Monumentale Werk bitte niemals enden.

Doch alles ist vergänglich und demnach läutet „Towards Elysium“ nun das unausweichliche letzte Kapitel des Album ein. Erneut sind es die feinen Melodien, die mich so vernebeln und mich einfach nicht loslassen wollen. Dazu passen diese perfekt eingesetzten und niemals aufdringlich wirkenden Tastenklänge wie die Faust aufs Auge und erheben auch diesen Song zu einer künstlerischen Perfektion, die seinesgleichen sucht. Mit dem, passenderweise „Where Dreams Once Grew“ betiteltem Outro, kehre ich von meiner Traumreise zurück. 

Was bleibt, ist pure Zufriedenheit. Ich bin rundum glücklich, ausgeglichen und geerdet! Wieder angekommen im Hier und Jetzt, kredenzen mir WINTERFYLLETH, kurz bevor ich mir „The Unyielding Season“ erneut durch meine Gehörgänge treibe, mit „Enchantment“ noch ein wirklich gelungenes PARADISE LOST Cover von deren grandiosem „Draconian Times“ Album. 

Das Cover Artwork passt wie der berühmte Arsch auf den Eimer, der Sound knallt ordentlich druckvoll aus den Boxen und somit habe ich an diesem Album nicht den geringsten Anstoß für Kritik gefunden! Ich bin völlig verzaubert und hin und weg! Was für ein gigantisches Album! Alles andere als die Höchstnote käme einem Frevel gleich!

Anspieltipps:
🔥Heroes Of A Hundred Fields
💀The Unyielding Season 


Bewertung: 10 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Heroes Of A Hundred Fields
02. Echoes In The After
03. A Hallow Existance (feat. Flagrum)
04. Perdition´s Flame
05. The Unyielding Season
06. Unspoken Elegy (feat. Arthur Thompson)
07. In Ashen Awake
08. Towards Elysium
09. Where Dreams Once Grew
10. Echantment (PARADISE LOST Cover)



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