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Live on Stage Preview: WALPURGISNACHT VOL.V
01.05. & 02.05.2026 – Berlin @ Orwohaus
Es ist Frühling – Zeit für Dunkelheit! Was, falsch? Fröhlich, hell und bunt ist jetzt angesagt? Na ja, bunt ist die Mischung schon, die uns die diesjährige Walpurgisnacht beschert. Okay, der Fokus liegt schon ein wenig – wie beim großen Bruder De Mortem et Diabolum – auf Black Metal, doch, wie inzwischen wohl bekannt, gibt es hier auch immer wieder ein paar Ausreißer.
Schon der Opener Diabolisches Werk sticht hervor. Die Death Thrash Combo um Endstille Urgestein Cruor bzw. Pissmark (wie er hier genannt wird) wird euch mit einer richtig schmutzigen und räudigen Landung Hässlichkeit begrüßen. Darauf folgt eine deftige Ladung Todesstahl. Wilt mögen Westfalen sein, holen aber den modrigsten schwedischen Death Metal aus dem Sarg, den das Grab hergibt.
Schwedisch geprägt ist auch der Sound des nächsten Act, jedoch bewegt man sich nun wirklich im stark angeschwärzten Bereich, wobei abermals die Herkunft der Künstler anderswo liegt: Die ursprünglich aus Brasilien stammenden Outlaw haben ganz offensichtlich die Klänge von Dissection mit ihrer Muttermilch aufgesogen und werden das ORWOhaus mit entsprechend melodisch, düsteren Tönen füllen. Weniger nostalgisch, dafür herrlich ungestüm geht es dann mit Imha Tarikat weiter. Bei der zehnten Auflage des De Mortem fungierten sie noch als Rausschmeißer für hartgesottene Nachtschwärmer, nun dürfen sie einem wacheren Publikum aufs Zahnfleisch fühlen und dieses am frühen Abend durch die Mangel drehen.
Nach diesem Geknüppel erwartet euch dann ein wenig us-amerikanischer Zauber im Doppelpack. Zuerst entführen euch One Of Nine mit ihrem melodischen Black Metal in Tolkiens Welten, dann geht es mit Lamp Of Murmuur direkt weiter auf mystischen Pfaden und schwarzen Klängen.
Anschließend präsentiert sich die Walpurgisnacht wieder mutig und bietet seinen Gästen mit The Night Eternal eine anständige Ladung Heavy Metal. Doch bevor ich hier schon das Wort „Exot“ heraushole, bremse ich nochmal – denn so exotisch wie der Headliner des ersten Abends ist wohl keine Band an diesem Wochenende:
Seit Jahren – wirklich wahr! – hoffe ich darauf, beim De Mortem et Diabolum oder der Walpurgisnacht endlich einmal Cult Of Fire zu sehen. Nun ist es endlich soweit. Diese Band spottet meines Erachtens jeder Beschreibung und lebt und spielt in ihrem eigenen Kosmos: Eine Black Metal Band, die über Esoterik, Hinduismus und Buddhismus schreibt, genrefremde Instrumente und Elemente einbaut, verträumt und verspielt und zugleich brachial ist, findet man so wohl kein zweites Mal – was ebenso für das völlig einzigartige Bühnenbild mit farbenfrohem Altar, Chhau-Masken, riesigen Schlangenfiguren und darunter sitzenden Gitarristen zutrifft. Wer Teil von etwas Besonderem werden möchte, darf das nicht verpassen!
Auch Tag II hat einiges zu bieten und wird sich noch eingängiger mit den schwarz ligierten Kapellen im Billing beschäftigen!
Doch während Mýrdal auf dunkelsten Pfaden wandeln und einen eisigen Hauch (mit isländischer Note) versprühen, bringen Maat dagegen die Hitze und Gewalt eines Sandsturms ins ORWOhaus. Mit ihrem Egyptian Death Metal zerren die Berliner uns in eine Zeit, als Sonnenbarken den Nil passierten und Geschichten auf Papyrus geschrieben wurden. Jene dieser verkünden Maat in Ton und Bild eindrucksvoll und lassen dabei kein Sandkorn auf dem anderen.
Weiter geht es dann mit Servant. Die Niedersachsen sind in dieser Kombination zwar erst seit 2021 aktiv, machten aber schon reichlich auf sich aufmerksam, was ihnen bereits Slots auf diversen großen Open Airs eingebracht hat. Nun werden sie also ihren melodischen, eindringlichen Black Metal auch der Walpurgisnacht präsentieren. Agrypnie sind dagegen wohl längst ein bekannter Name bei Freunden besonderer, harter Musik. Die deutsch-österreichische Truppe um Bandkopf Torsten Hirsch ist seit über 20 Jahren aktiv und verkörpert eine progressive bis avantgardistische Auslegung des schwarzen Metalls auf unnachahmliche Art. Lasst euch entführen in ihre Welt zwischen erdrückender Schwere und faszinierender Weite. Auch die Interpretation der dunklen Künste, die Karg präsentieren, ist sehr eigenständig. Verletzlich und melancholisch wird die Stimmung sein, die Texte ebenfalls tiefsinnig und die Melodien groß. Bandleader V. Wahntraum, der vielen auch durch Harakiri For The Sky bekannt sein dürfte, wird dem ORWOhaus einen Schleier der Selbstzerstörung und Verzweiflung überwerfen und so manchen in dunkle Traumwelten entführen.
Von Träumereien halten Nornir nicht besonders viel. Sie kennen nur ein Gefühl und das heißt „Zorn“ und nur eine Marschrichtung und die nennt sich „Vorwärts“. Sie werden euch mit finster-fiesem, brachialem Old School Black Metal die Ohren neu justieren – und damit den eisigen Weg für Istapp bahnen. Die schwedischen Sonnenfeinde knüpfen stilistisch perfekt an und bescheren euch ebenfalls einen kalten Schauer der alten Schule, welcher neben harschem Geknüppel auch reichlich Melodien der nordisch-paganen Sorte mit sich bringt.
Zu guter Letzt wird Nostalgie dann nochmal in einer ganz anderen Art geboten: Als Headliner des zweiten Abends werden Empyrium aufspielen. Gründer Markus Stock, den man in der Vergangenheit im ORWOhaus im Rahmen von De Mortem et Diabolum und Walpurgisnacht schon mit The Vision Bleak oder auch Sun of the Sleepless begrüßen durfte, schickt sich an, ein Special Old School Set seiner Band zu spielen, das besonderen Fokus auf das Debüt „A Wintersunset...“ aus dem Jahre 1996 legen wird…

