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GLUTTONY – Eulogy to Blasphemy (2026)

(10.127) Olaf (8,7/10) Death Metal


Label: FDA Records
VÖ: 13.03.2026
Stil: Death Metal






Manchmal braucht es nur einen einzigen Gitarrenton, um zu wissen, wohin die Reise geht. Bei GLUTTONY ist das genau so ein Moment. Statt geschniegelt und geschniegelt-modern poliertem Todesblei gibt es hier eine HM-2-Gitarrenwand, die klingt, als hätte jemand einen rostigen Panzer durch ein Schlachthaus gelenkt. Schon nach wenigen Sekunden von Eulogy to Blasphemy wird klar: Das hier ist keine Musik für Duftkerzen-Romantiker, sondern eine herrlich modrige Liebeserklärung an den klassischen schwedischen Death Metal. Die Band aus Sundsvall veröffentlicht mit diesem Werk ihr viertes Album und bewegt sich dabei tief im morastigen Traditionsgebiet des Stockholm-Sounds.

Was mir an GLUTTONY besonders gefällt: Die Band verlässt sich nicht allein auf den berühmten Kettensägen-Sound, um nostalgische Reflexe auszulösen. Natürlich röhrt der HM-2 hier so herrlich dreckig, wie man es erwartet, aber darunter steckt echtes Songwriting. Die Stücke besitzen Wiedererkennungswert, Riffs bleiben hängen und entwickeln auch nach mehreren Durchläufen noch Wirkung. Das ist im schwedischen Death Metal keineswegs selbstverständlich, denn viele Bands imitieren lediglich den Klang, ohne Songs zu schreiben, die im Gedächtnis bleiben. GLUTTONY hingegen kombinieren rohe Gewalt mit Struktur, sodass das Album nicht zu einer formlosen Klanglawine verkommt.

Gerade diese Mischung macht Eulogy to Blasphemy so stark. Die Songs walzen, sägen und knirschen sich durch knapp vierzig Minuten Verwesungsatmosphäre, ohne monoton zu wirken. Immer wieder tauchen kleine melodische Motive oder rhythmische Verschiebungen auf, die dem Material eine überraschende Dynamik verleihen. Dadurch entsteht ein Album, das brutal klingt, aber dennoch eine klare Dramaturgie besitzt. Man merkt, dass hier Musiker am Werk sind, die ihre Einflüsse kennen, sie aber nicht bloß kopieren.

Auch klanglich passt alles. Die Produktion ist dreckig und organisch, aber keineswegs matschig. Gitarren und Drums haben genug Druck, ohne dass alles zu einem dumpfen Brei verschwimmt. Genau diese Balance zwischen roher Energie und klarem Sound sorgt dafür, dass die Songs ihre Wirkung entfalten können. Das Album klingt nach Keller, nach rostigem Stahl und nach schwedischer Death-Metal-Tradition – aber eben nach einer Version davon, die im Hier und Jetzt funktioniert.

Inhaltlich bleibt die Band ebenfalls konsequent auf der dunklen Seite. Titel wie Hung from Entrails, A Face Devoured by Rats oder Immured by Rotting Corpses lassen keinen Zweifel daran, dass hier keine philosophische Abhandlung über das Leben im Schrebergarten vertont wird. Stattdessen regieren morbide Bilder, Verfall und makabre Fantasie – genau der Stoff, aus dem klassische Death-Metal-Atmosphäre gemacht ist.

Ein besonderes Highlight ist schließlich das King-Diamond-Cover Burn. Solche Ausflüge können schnell wie eine Pflichtübung wirken, doch GLUTTONY schaffen es tatsächlich, dem Song ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Die Version wirkt nicht wie eine bloße Kopie, sondern wie eine düstere Hommage, die erstaunlich gut zum Gesamtbild des Albums passt.

GLUTTONY liefern mit Eulogy to Blasphemy extrem starken HM-2-Death Metal, der nicht nur vom Sound lebt, sondern von Songs mit Wiedererkennungswert. Das Album ist brutal, dreckig und dennoch erstaunlich eingängig – eine Platte, die alte Schweden-Fans ebenso begeistert wie Hörer, die im Genre mehr als bloße Nostalgie suchen. Wenn ein Album nach modrigem Keller riecht, die Lautsprecher zum Sägen bringt und dabei noch verdammt gute Songs liefert, dann macht Death Metal genau das, was er soll.

Anspieltipps:
🔥All These Trees Are Gallows
💀Eulogy to Blasphemy
🎸Burn


Bewertung: 8,7 von 10 Punkten


TRACKLIST

01. Intro
02. All these Trees are Gallows
03. Hung from Entrails
04. Excoriation Thrall
05. Eulogy to Blasphemy
06. Awoken in Autopsy
07. A Face devoured by Rats
08. Corpses eating Corpses
09. Threshold to Nonexistence
10. A haunting wordless Choir
11. Immured by rotting Corpses
12. Burn (King Diamond) 



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