GRAVEMASS – This is the Way (2026)
(10.120) Maik (7,9/10) Death Metal
Label: Endgame Records
VÖ: 06.03.2026
Stil: Death Metal
„This Is The Way“, ein Spruch, den die Mandalorianer in der Star-Wars-Serie inflationär gebrauchen, ist auch der Titel der Debüt-LP von GRAVEMASS, eines kanadischen Abrisskommandos aus Vancouver. Schon die Namensgebung der Bandmitglieder lässt Brachiales vermuten. Die Gitarristen nennen sich Mayan Hate und Murderer Of Colonizers, der Mann am Tieftöner legte sich das Pseudonym Bowels Of Hell zu, das Schlagwerk bearbeitet Destroyer Of Souls, während Lord Heathen das Mikrophon anbrüllt. Wahrscheinlich wollte man damit verschleiern, dass Teile der Band auch mal bei 3 INCHES OF BLOOD und ZIMMERS HOLE aktiv waren.
Dass man mit solchen Namen keinen Schunkelrock spielt, liegt auf der Hand. Und so zelebrieren GRAVEMASS eine Death-Metal-Variante, die augenscheinlich maximal für Hirnblutungen sorgen will. Denn die Kanadier würzen ihren Death-Metal-Sound nicht nur aus der Schwarzpfeffermühle, sondern addieren auch exotischere Condimente aus dem Deathcore in ihren Sound. Dies aber nicht in der Form, die bei mir einen Fluchtreflex auslöst, sondern eher brutalisierend.
Das zeigt sich in einer knackigen Produktion, die sich dem üblichen morastig-schaurigen Death-Metal-Sound entzieht und dafür sorgt, dass die dissonanten Gitarrenspitzen auch ohne Hindernisse bis ins Kleinhirn vorstoßen. Der Gesang wechselt zwischen schwarzmetallischem Gekeife und brünstigem Todesgrollen und sorgt zusätzlich für Hornhautbildung in den Gehörgängen.
Und wenn die Band in „Harvest Of Souls“ von angenehmem Gegroove in garstiges Todesblei wechselt, um kurz darauf die Drehzahl ins Atemberaubende hochzuregeln, fühlt man sich wie in einer Waschmaschine, die selbstständig zwischen Schleudergang und Spülen wechselt.
Und so wummern selbst die tiefgestimmten Gitarren nicht angenehm gegen die Magenwand, sondern hauen dir voll eins in die Fresse. GRAVEMASS wollen wehtun, und das gelingt ihnen auch. Und das tun sie sowohl kurz als auch schmerzhaft, denn die Songs sind alle zwischen zwei und vier Minuten lang, was dazu führt, dass „This Is The Way“ nach nicht einmal einer halben Stunde auch schon wieder vorbei ist. Selbst für GRAVEMASS-Verhältnisse langsame Songs wie „Black Bell“ erreichen nicht einmal die Drei-Minuten-Marke.
Da die Band außer im Death Metal auch im Black Metal und Deathcore wildert und auch von Thrash nicht haltmacht, ist sie in der glücklichen Lage, die extreme Mucke so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Brutal sind sie in jeder Phase, und wer sich mal wieder ordentlich akustisch die Hirnmasse veröden lassen will: „This Is The Way“!
Ich habe leider keinen Link gefunden, wo man das Album käuflich erwerben kann. Besagtes Label Endgame ist auch nicht das bekanntere aus Australien, sondern ein Indy-Label aus Amiland.
Anspieltipp:
🔥This Is The Way
💀Gravemass
Bewertung: 7,9 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Slaves To Pain
02. This Is The Way
03. Horned King
04. Harvest Of Souls
05. Spitting Hell
06. Black Bell
07. Fallen
08. Gravemass
09. Abandon
10. Poison Temple

