STAINLESS – Lady of Lust and Steel (2026)
(10.136) Maik (8,8/10) Heavy Metal
Label: High Roller Records
VÖ: 20.03.2026
Stil: Heavy Metal
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Nachdem mich die EP „Nocturnal Racer“ von STAINLESS mich vor zwei Jahren schon gut abgeholt hat, was mich damals zu einem The New Breed-Kurzinterview mit der Band bewegte, war klar, dass ich mir den Debüt-Longplayer der Combo aus Portland, Oregon ebenfalls zu Gemüte führen würde.
Und für alte Säcke wie mich sind Veröffentlichungen, die sich straight am Flair der Mittachtziger orientieren, immer eine Art akustischer Jungbrunnen, und so kann ich dem Vierer nur bescheinigen, dass ihre Mucke rockt wie die Sau. Das neue Scheibchen hört auf den Titel „Lady Of Lust And Steel“. Ein solcher Titel weist schon mal auf den Weg hin, den die Amis eingeschlagen haben.
STAINLESS fordern zur Damenwahl auf, und Bassistin Celina Cleary, Gesangsröhre Larissa Cavacece nebst den Gitarristen Jamie Byrum und Eric Wallace sowie Drummer Charlie Koryn zocken oldschoolige Mucke, die weit in die Vergangenheit schaut, aber keineswegs Spinnweben ansetzt.
Wir begeben uns also in eine Zeit, als sich die Bands noch einen Scheiß darum geschert haben, ob der Song jetzt noch Hard Rock oder schon Metal ist, und einfach den Kram gespielt haben, auf den sie Bock hatten. Und so bedienen STAINLESS klassischen Seventies-Hardrock, Heavy Metal und schrammen sogar ein wenig am Blues vorbei.
Schon der Opener Restless An‘ Ready hat einen ziemlichen AC/DC-Vibe, was auch an dem Leitriff liegt, welches ich so ähnlich auch schon bei den Känguruhelektrikern gehört habe – ich glaube, es war der Song Bad Boy Boogie. Danger In The Night ist eine treibende Heavy-Metal-Nummer, die gewaltig Kniegas gibt und den Kalk aus den Nackenwirbeln treibt.
Whorefrost orientiert sich direkt an der NWOBHM oder vergleichbaren Bands aus der US-Power-Metal-Ära der 80er. Krass seventiesmäßig rockt sich der Anfang von (Don’t Cross Me) Fool in die Gehörgänge. Regelrecht blueslastig kommt dafür Take A Listen Mama daher und zeigt, wie fließend doch die Stile Blues, Rock, Hardrock und Metal ineinanderflossen und noch fließen. Gitarrist Jamie selbst ordnet die Band eher unter Hard Rock oder Heavy Rock ein als unter Heavy Metal, aber das kann man sehen, wie man will.
Auf jeden Fall ist die Mucke auf „Lady Of Lust And Steel“ um einiges vielseitiger als auf „Nocturnal Racer“. Weichspülermomente kommen allerdings nie auf, da Larissa eine schön rauchige Rockröhre in ihrem Kehlchen beherbergt, die sämtlichen Trällerelsen dieser Welt fett eins hinter und auf die Ohren gibt.
STAINLESS fahren also auf ihrem Debütalbum eine breite Front Rockmusik der alten Schule auf, zelebrieren bodenständige Partymucke, die kurzweilig ist und einfach nur Spaß macht. Dabei wird auf moderne Trends und Schnickschnack geschissen, was auch das Artwork zeigt. Nackte Frauen auf dem Cover rufen wahrscheinlich wieder die Leute mit den erhobenen Zeigefingern auf den Plan, die nicht bemerkt haben, dass da zwei Mädels in der Band sind. Ab mit Euch nach Rübennasenhausen!
Anspieltipp:
🔥Whorefrost
🔥Danger In The Night
Bewertung: 8,8 von 10 Punkten
TRACKLIST
01. Restless An‘ Ready
02. Whorefrost
03. (Don’t Cross Me) Fool
04. Lady Of Lust And Steel
05. Danger In The Night
06. Take A Listen Mama
07. Vitamin Tease
08. Rough Justice

